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Zeuthen Knochenfund auf der Pannen-Baustelle in Miersdorf – Arbeiten ruhen
Lokales Dahme-Spreewald Zeuthen Knochenfund auf der Pannen-Baustelle in Miersdorf – Arbeiten ruhen
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07:07 16.10.2019
Vor-Ort-Termin auf der Baustelle in der Dorfstraße 35: Weil es keine genehmigte Zufahrt gibt, ruhen die Bauarbeiten dort bis auf Weiteres. Quelle: Josefine Sack
Zeuthen

Auf der Baustelle am Dorfanger in Miersdorf wurden bei Bodenarbeiten Reste von Skeletten gefunden. Ein Archäologe, der das Bauvorhaben im alten Ortskern Miersdorf begleitet, wird den Knochenfund nun unter denkmalschutzrechtlichen Gesichtspunkten näher untersuchen.

Entdeckt wurden die menschlichen Überreste gut einen halben Meter unterhalb der Erdoberfläche unweit der alten Kirchmauer. Die benachbarte Dorfkirche Miersdorf aus dem 14. Jahrhundert gilt als das zweitälteste Gebäude im alten Dorfkern. Bis 1860 befand sich auf dem Dorfanger ein Friedhof.

Knochenfund auf der Baustelle in Miersdorf: Entdeckt wurden die Überreste gut einen halben Meter unterhalb der Erdoberfläche unweit der alten Kirchmauer. Quelle: Josefine Sack

Bauarbeiten in Miersdorf ruhen

Nicht nur wegen des Knochenfunds ruhen in der Dorfstraße 35 derzeit die Bauarbeiten: Die Untersagungsverfügung, die die Gemeinde Zeuthen kürzlich für die Bauarbeiten erlassen hatte, zeigte offenbar doch Wirkung. Wie berichtet, stellen die Arbeiten auf der Baustelle in Miersdorf nach Ansicht des Zeuthener Bürgermeisters Sven Herzberger (parteilos) eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung dar.

Bei einem Vor-Ort-Termin am Dienstag stellte Herzberger klar: „Niemand will das Bauvorhaben verhindern. Es geht uns um die Erfüllung der Auflagen.“ Bauherr Anton Swirski von der eigens für das Vorhaben gegründeten D-35 Grundstücksgesellschaft GmbH aus Zossen sagte, dass es zuletzt Probleme mit Subunternehmern und einem beauftragten Planungsbüro gegeben habe.

L 402: Schäden durch Schwertransporte

Streng genommen hätte auf dem Grundstück noch gar nicht mit den Abriss- und Bodenarbeiten begonnen werden dürfen. Es gibt keine genehmigte Zufahrt zur Baustelle. Die Schwertransporte, die zuletzt von der Baustelle durch Miersdorf donnerten, haben die erst vor Kurzem ertüchtigte L 402 bereits beschädigt. Das bestätigte Petra Busse vom zuständigen Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg. „Die Nutzung geht an dieser Stelle eindeutig über den Gemeinbetrieb hinaus“, sagte Busse. Für die bereits entstandenen Schäden müsse der Bauherr aufkommen.

Zuletzt hatte die Pannen-Baustelle wegen eines Gaslecks für Schlagzeilen gesorgt. Der Bereich musste weiträumig gesperrt werden. Zeitweise war unklar, ob Anwohner und Kinder der benachbarten Kita evakuiert werden müssen. Davor hatte eine ungesicherte Abrissmauer und eine beschädigte Wasserleitung für Probleme gesorgt.

Die D-35 Grundstücksgesellschaft will in der Dorfstraße 13 Wohnungen und fünf Gewerbeeinheiten, darunter ein Kosmetikstudio, ein Bäcker, ein Friseur und zwei Architekturbüros, sowie eine Tiefgarage mit 26 Parkplätzen und sieben oberirdische Stellplätze errichten. Das Bauvorhaben ist umstritten. Eine Anwohnerin hat dagegen geklagt. Das Urteil des Gerichts steht noch aus. Dennoch mussten die ehemalige Turnhalle, die Post und eine alte Gaststätte, die sich einst auf dem Dorfanger hinter der Kirche befanden, bereits weichen.

Von Josefine Sack

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