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Zeuthen In Miersdorf gibt es Aufregung um ein Regenrückhaltebecken
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10:01 29.05.2019
Ein tiefes Regenrückhaltebecken in Zeuthen-Miersdorf sorgt für Diskussionen um die Sicherheit für spielende Kinder. Quelle: Josefine Sack
Zeuthen

In Zeuthen-Miersdorf sorgt ein Wasserbecken für Diskussionen. Bei einer Vor-Ort-Begehung vor ein paar Wochen hatten Anwohner auf das Regenrückhaltebecken in der Westpromenade Ecke Straße am Hochwald aufmerksam gemacht und darauf hingewiesen, dass das Becken eine Gefahr für spielende Kinder aus dem Wohngebiet darstelle.

Erst kürzlich sorgte ein schrecklicher Vorfall aus Wolfenbüttel in Niedersachsen bundesweit für Entsetzen: Dort waren in der vergangenen Woche zwei Jungen, vier und sieben Jahre alt, beim Spielen an einem Dorfteich ums Leben gekommen.

Lediglich ein Schild warnt davor, die offene Wasserfläche an der Westpromenade zu betreten. Quelle: Josefine Sack

Einen Zaun soll vor Absturz schützen

Für Jonas Reif (Grüner) – der Gemeindevertreter ist selbst Vater von drei Kindern – war die Schreckensmeldung Anlass genug, um bei der Gemeindeverwaltung nachzufragen, ob die Möglichkeit bestehe, das Wasserbecken in der Westpromenade vorsorglich einzuzäunen.

Bürgermeister Sven Herzberger (parteilos) äußerte Verständnis für das Anliegen, verwies aber gleichzeitig auf die Rechtslage: Weil es sich bei der offenen Grünfläche in dem Wohngebiet nach deutschem Bauplanungsrecht um einen sogenannten „Außenbereich im Innenbereich“ handele, könne das Regenwasserrückhaltebecken nicht ohne Weiteres eingezäunt werden, erläuterte er.

Becken liegt baurechtlich außerhalb der Wohnsiedlung

Was ist damit gemeint? Das Becken, um das geht, liegt auf einem Grundstück, das für landwirtschaftliche Zwecke vorgesehen ist und gilt daher als Außenbereich. Darunter fallen etwa Grundstücke, die nicht im Geltungsbereich eines Bebauungsplans liegen, aber auch größere, von Bebauung umgebene Freiflächen, die – wie in diesem Fall – eine Wohnsiedlung unterbrechen.

Aus den Reihen der CDU kam daraufhin der Vorschlag, als Schutzmaßnahme wenigstens eine Leiter am Becken anzubringen. Jonas Reif wollte sich damit nicht zufrieden geben: „Dort eine Leiter hinzulegen, erscheint mir so, als wolle man das Problem erst lösen, wenn dass Kind in den Brunnen, respektive Wasserbecken, gefallen ist“, so der 37-Jährige.

Er schlug vor, die Fläche bauplanungsrechtlich kurzerhand zum Innenbereich zu deklarieren oder eine Ausnahmegenehmigung beim Kreisbauamt zu erwirken.

Verwaltung will Einzäunung nun doch prüfen

Auch Jörgen Hassler (SPD), bisheriger Vorsitzender des Ortsentwicklungsausschusses in der Gemeinde, ließ das Thema nicht los: Er verwies auf Kriterien im Baugesetzbuch, wonach ein Zaun als Absturzsicherung doch zulässig sein könnte. „Die pauschale Antwort der Verwaltung war mir zu einfach“, sagte Hassler. Er regte an, eine entsprechende Auskunft bei der Bauaufsichtsbehörde des Landkreises einzuholen.

„Wir nehmen das zum Anlass, eine Einfriedung noch einmal zu prüfen“, sagte Herzberger auf MAZ-Anfrage. Zugleich verwies er darauf, dass man nicht alles kontrollieren könne: „Es gibt auch ein allgemeines Lebensrisiko.“

Das Becken, um das es geht, hat steile Wände und ist stark zugewuchert, weshalb die Wassertiefe von außen schwer einzuschätzen ist. Lediglich ein Schild warnt davor, die offene Wasserfläche zu betreten. Nach MAZ-Informationen ist bisher niemand in dem Wasserbecken zu Schaden gekommen.

Von Josefine Sack

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