Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Zeuthen Trocken und brandgefährlich: Bäume in Zeuthen werden zur Gefahr
Lokales Dahme-Spreewald Zeuthen Trocken und brandgefährlich: Bäume in Zeuthen werden zur Gefahr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:57 05.11.2019
Blick von der Schmöckwitzer Straße in den Wald Am Heideberg in Zeuthen: Viele Baumkronen sind vertrocknet oder kahl. Quelle: Jonas Reif
Zeuthen

Die anhaltende Trockenheit hat weitreichende Folgen – auch in Zeuthen. Auf den ersten Blick scheint es den Zeuthener Wäldern gut zu gehen. Wer jedoch genauer hinschaut, kann die Trockenheit deutlich erkennen: Braunes Laub, kahle Äste und schüttere Kronen prägen derzeit das Bild vieler Birken, Eichen und Kiefern im Gemeindegebiet.

„Es gibt vor allem zwei Waldbereiche, die erhebliche Schäden aufzeigen“, warnt nun der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Jonas Reif (Grüne). Betroffen sei das Gebiet um den Heideberg sowie das Waldgebiet zwischen dem Sportplatz Miersdorf und der Straße am Hochwald.

Betreten auf eigene Gefahr

Im Wald gilt nicht umsonst: Betreten auf eigene Gefahr. Kommt es während eines Spaziergangs im Wald zu einem Unfall, können Waldbesitzer im Schadensfall dafür prinzipiell nicht haftbar gemacht werden.

Anders sieht es bei öffentlichen (Rad-)Wegen oder Straßen, die etwa an einem Waldrand liegen, aus: Hier liegt die Verantwortung beim Waldbesitzer beziehungsweise bei demjenigen, der die Straße unterhält.

Der Gemeinde Zeuthen gehören mehr als 70 Hektar Waldflächen. Ausgewiesene Waldwege und Waldränder werden regelmäßig von einer beauftragten Fachfirma hinsichtlich der Verkehrssicherung überprüft.

Das größte Waldstück, das der Gemeinde gehört, befindet sich Am Heideberg im Bereich der Schmöckwitzer Straße, Waldpromenade und der Amselstraße. Es umfasst rund 277.000 Quadratmeter.

„Jede fünfte Kiefer abgestorben“

Dort hat sich der Landschaftsplaner zuletzt genauer umgeschaut und nachgezählt: „Teilweise ist jede fünfte Kiefer abgestorben, die restlichen Kiefern weisen ebenfalls deutliche Schäden auf.“ Weniger betroffen sei das Waldgebiet zwischen Hankelweg und der Straße am Staatsforst. Doch auch dort stehen vereinzelt vertrocknete Kiefern zwischen den verbliebenen Bäumen.

Blick von der Schmöckwitzer Straße in den Wald Am Heideberg in Zeuthen: Die von der Dürre geplagten Bäume stehen gefährlich nah am angrenzenden Wohngebiet (im Hintergrund). Quelle: Jonas Reif

Jonas Reif sorgt sich um die Sicherheit in den angrenzenden Wohngebieten: Durch einen hohen Anteil von Totholz könne es in den betroffenen Wäldern zu einer rapiden Vermehrung des Borkenkäfers kommen, der nicht nur tote, sondern auch geschwächte Bäume besiedelt und dann auch schnell zu deren Absterben führt. „In naturnahen Wäldern, die fernab der Zivilisation liegen, sind derartige natürliche Prozesse zu tolerieren“, sagt der Grünen-Politiker. Für viele Vögel, Kleinsäuger, Käfer und andere Insekten ist das abgestorbene Holz eine wichtige Lebensgrundlage.

Erhöhtes Waldbrandrisiko

In direkter Nachbarschaft zu Wohngebieten können die abgestorbenen Bäume aber schnell zur Gefahr werden. Reif befürchtet, dass sich auf den betroffenen Flächen Waldbrände schneller ausbreiten könnten: „Durch den Funkenflug können vertrocknete Baumkronen in Brand geraten und Feuerwehrleute in Gefahr bringen, die das Feuer am Boden bekämpfen.“

Die erhöhte Waldbrandgefahr ist nur eine Folge der Dürre. Bereits im Sommer warnten Förster in einigen Teilen Deutschlands vor herabstürzenden Ästen. Normalerweise saugt ein Baum Wasser aus dem Boden in die Krone. Ist kein Wasser da, kann der Baum das Gewicht der Äste nicht mehr tragen. Sie brechen einfach ab.

Tödliche Gefahr

Erst vor wenigen Tagen wurde eine Frau im Berliner Grunewald von einem umstürzenden Baum erschlagen. Es heißt, der etwa 100 Jahre alte und 40 Zentimeter dicke Spitzahorn soll Schäden am Wurzelwerk gehabt haben, die allerdings erst beim Umfallen sichtbar geworden seien.

Die Gefahr, dass trockene Bäume einfach umkippen, besteht überall, auch in Zeuthen, bestätigt Oberförster Tim Ness. Ness ist Leiter der Landeswaldoberförsterei Hammer. „Vor allem Waldränder an Straßen, aber auch öffentliche Wege müssen daher regelmäßig kontrolliert werden“, sagt der Experte.

Tote Bäume müssen entfernt werden

Besonders gefährlich seien abgestorbene Birken. Die Laubbäume verfaulen von innen, weil sie meist von einem Pilz befallen werden. Auch Kiefern kippen, wenn die Wurzeln verfault sind, nach spätestens drei Jahren einfach um, so Ness.

„Angesichts dieser Gefahren müssen abgestorbene und stark geschädigte Kiefern zeitnah entfernt werden und ein konsequenter Waldumbau mit mehr Laubbäumen vorangetrieben werden, fordert daher Jonas Reif.

Von Josefine Sack

Wohnungen für rund 600 Menschen will ein Investor im südlichen Zeuthener Winkel bauen. Die Gemeindevertretung zeigt sich über die Pläne allerdings skeptisch.

04.11.2019

In Schulzendorf und Zeuthen kam es am Samstag im Zeitraum vom späten Nachmittag bis in die späten Abendstunden hinein zu drei Einbrüchen in Ein- und Mehrfamilienhäuser.

03.11.2019

Die Gemeinde Zeuthen will mehrere konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz umsetzen. Unter anderem soll es neue Straßenbeleuchtung geben – auch die Fahrradparkplätze sollen kommen. Offen bleibt, ob ein Klimamanager kommt.

24.10.2019