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Zeuthen Mutter Natalie (36) ist an Blutkrebs erkrankt: Ihre einzige Überlebenschance ist eine Stammzellenspende
Lokales Dahme-Spreewald Zeuthen

Zeuthen: An Blutkrebs erkrankte Mutter Nati hofft auf Stammzellenspende

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17:20 31.10.2021
Natalie Seidel aus Zeuthen ist an Blutkrebs erkrankt. Die junge Mutter braucht eine Stammzellenspende um zu überleben.
Natalie Seidel aus Zeuthen ist an Blutkrebs erkrankt. Die junge Mutter braucht eine Stammzellenspende um zu überleben. Quelle: privat
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Zeuthen

„Für uns steht die Welt gerade still“, sagt Krasimir Martschowski. Der 41-Jährige lebt seit fünf Jahren in Zeuthen und hat sich dort, mit seiner Lebensgefährtin Natalie Seidel den Traum vom Eigenheim erfüllt, wo sie mittlerweile mit dem dreijährigen Sohn Oskar leben.

Doch seit einigen Wochen ist es ruhiger geworden in dem Haus, denn Nati, wie sie von Freunden und Familie genannt wird, liegt im Krankenhaus. Die 36-jährige Mutter ist an akuter myeloischer Leukämie erkrankt und eine Stammzellenspende ist ihre einzige Überlebenschance.

Die Diagnose war ein Schock für Nati und ihren Lebensgefährten, denn eigentlich waren sie beim Arzt lediglich zur Nachuntersuchung nach einer Mandeloperation im September. Nach der OP ging es der 36-Jährigen zunehmend schlechter und sie verlor über 20 Prozent ihres Körpergewichtes, doch die Ärzte vermuteten anfänglich noch eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus bei der Mutter.

Zeuthenerin hatte starke Schmerzen in der Hüfte

„Sie hatte brachiale Schmerzen vor allem an der Hüfte“, erinnert sich Krasimir Martschowski. „Beim Gehen musste sie gestützt werden, doch wir dachten, dass dies mit dem Virus zusammenhängt und nicht von Dauer sein wird.“ Als sie bei der Nachuntersuchung dann die Diagnose erhielten, ging alles ganz schnell. Noch am selben Tag musste Natalie ins Krankenhaus, wo sie bereits seit einem Monat liegt.

Krasimir und Oskar meistert den Alltag nun allein und versuchen das Beste aus der schweren Zeit zu machen. Quelle: Joice Saß

Für die kleine Familie ist nichts mehr wie es war. Krasimir und Oskar versuchen nun allein den Alltag zu meistern. Dabei erhalten sie aus ihrem Umfeld viel Unterstützung, wofür der 41-Jährige dankbar ist. „Wir haben einen wahnsinnig großartigen Menschenkreis um uns herum. Die Hilfe rührt mich“, sagt er mit Tränen in den Augen.

Natalie Seidel aus Zeuthen ist an Blutkrebs erkrankt. Die junge Mutter braucht eine Stammzellenspende um zu überleben. Quelle: privat

Eine von ihnen ist Anika Sell. Die 36-Jährige ist bereits seit der siebten Klasse mit Nati befreundet und versucht zu helfen, wo sie kann. So initiierte sie eine Online-Registrierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS), bei der gesunde Menschen zwischen 17 und 55 Jahren die Möglichkeit haben, ein Registrierungsset nach Hause zu bestellen und so möglicherweise ein Leben zu retten.

Besonderer Aufruf im Fußballstadion des Berliner Bundesligisten 1. FC Union

Um möglichst viele zu einer Registrierung motivieren zu können, machten Freunde und Familie während eines Fußballspiels des Berliner Bundesligisten 1. FC Union auf Natis Schicksal aufmerksam. So verteilten sie Flyer und während der Halbzeit rief Pressesprecher Christian Arbeit dazu auf, sich bei der DKMS registrieren zu lassen. „Die Resonanz war enorm“, sagt Anika Sell. „Das ist der Wahnsinn, mit so einem Herzensprojekt so viele Menschen erreichen zu können.“

Die Hoffnung bei allen ist groß, möglichst schnell einen passenden Stammzellenspender zu finden. „Wir haben eine Chance und einen Weg, den wir gehen können“, sagt Natis Lebensgefährte Krasimir. „Der ist nicht einfach, aber es gibt die Aussicht auf Heilung.“

Krasimir Martschowski und Anika Sell hoffen darauf, dass bald ein passender Spender gefunden wird. Quelle: Joice Saß

So versucht die erkrankte Mutter ihre Lebensfreude und ihren Humor, für den die 36-Jährige bei allen bekannt ist, nicht zu verlieren. Selbst in dieser schweren Zeit. Denn besonders schwierig ist es für Nati ihren Sohn Oskar nur noch sehr selten sehen zu können, wie ihre Freundin Anika erzählt. Statt mit seiner Mama umherzutollen und zu spielen, sieht der Dreijährige sie nun regelmäßig am Tablet über Skype.

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Besonders tragisch: Da die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, dass Oskar sich in seinem Alter im Kindergarten mit den verschiedensten Krankheiten infizieren kann, darf er seine Mama nur unter strengen Voraussetzungen sehen. „Die kleinste Infektion könnte bei Nati schwerste Folgen haben“, erklärt Krasimir.

Vor vielen Jahren verlor Natalie selbst ihre Mutter an Brustkrebs. Nun kämpft sie dafür, dass es ihrem Sohn nicht genauso ergeht und hofft darauf, dass sich ein passender Spender findet, denn ihr größter Wunsch ist es, Oskar aufwachsen zu sehen. Daher bittet sie, sich auf der Website www.dkms.de/nati-loewenherz registrieren zu lassen.

Von Joice Saß