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Zeuthen Vortrag zu Christa Wolfs „Der geteilte Himmel“
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19:12 17.11.2019
Die Besucher Zeuthen waren von den Erzählungen Christa Wolfs gefesselt. Quelle: Aaliyah Sarauer
Zeuthen

Die Berliner Mauer. Sie trennte nicht nur eine Stadt. Sie trennte Familien, Freunde, Liebespaare. Einige Filme in den 1960er Jahren trauten sich an dieses heikle Thema. Selten jedoch gut reflektiert. Die Defa-Verfilmung des gleichnamigen Romans von Christa Wolf „Der geteilte Himmel“ schaffte es hingegen zu zeigen, dass die Frage, ob man bleiben oder weggehen sollte, nicht immer einfach zu beantworten war.

Die Defa und die Mauer

Am Freitagabend luden die Volkshochschule und die Gemeindebibliothek Zeuthen dazu ein, mehr zum Leben und zum Werk von Christa Wolf zu erfahren. Die promovierte Filmhistorikerin Katrin Sell gab in ihrem Vortrag einen kurzen Einblick über die Filme, die sich mit der Mauer beschäftigten und zu der Zeit entstanden, als Berlin geteilt war.

„Mein Lieblingsthema ist immer noch die Defa. Die hat hervorragende, aber auch nicht so hervorragende Filme hervorgebracht. Ich will erzählen, wie die Defa mit dem Thema der Mauer filmisch umgegangen ist“, sagte die Filmhistorikerin.

„Keine filmischen Perlen“

Eines stehe fest, es sei kein bevorzugtes Thema des Filmunternehmens gewesen. Zu groß war die Angst, sich daran die Finger zu verbrennen. „… und deine Liebe auch“ und „Der Kinnhaken“ zählten zu den wenigen derartigen Werke der Defa. „Beides sind Filme, die die Mauer rechtfertigen“, berichtete Katrin Sell. „Keine filmischen Perlen. Die sind alle so gestrickt, dass am Ende die, die noch in den Westen wollten, einsehen, dass sie nicht in den Westen gehen“, so Katrin Sell weiter.

„Der geteilte Himmel“ unter der Regie von Konrad Wolf hingegen schaffte das, was die anderen nicht schafften und weswegen dieser scharf kritisiert wurde. „Es ist der Film über die Teilung Deutschlands, bei dem man sagen kann, hier ist eine kritische und differenzierte Darstellung des Themas“, so Katrin Sell. Solch eine kritische Sicht hätte die bedeutende DDR-Schriftstellerin Christa Wolf jedoch nicht immer gehabt. Die Rede von Nikita Chruschtschow im Jahr 1956 gegen den Personenkult trug dazu bei, dass sich ihre politische Haltung änderte.

Parallelen zwischen Werk und Autor

In Wolfs Werk finden sich laut Katrin Sell immer wieder Parallelen zu ihrer Biografie. So auch bei der Frage nach dem Bleiben oder Weggehen – die eine wichtige Rolle in dem Film wie auch ihrem Leben einnahm. „Deswegen auch diese beiden Helden. Rita bleibt, Manfred geht weg. Zwei, die eine unterschiedliche Meinung hatten zu der Teilung“, sagte die Filmhistorikerin.

Nachdem einiges über den Film erklärt, und über das Leben von Christa Wolf aufgezeigt wurde, durften sich die Besucher selbst eine Meinung über den Film bilden und ihn sich ansehen. „Ich finde es wunderbar. Das Thema passt zu 30 Jahren Mauerfall und der Kommentar von ihr war sehr gut“, urteilte Besucherin Sieglinde Friese.

Von Aaliyah Sarauer

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