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Dahme-Spreewald Flughafen BER: Naturschutz in der Zülowniederung ist Herzenssache
Lokales Dahme-Spreewald Flughafen BER: Naturschutz in der Zülowniederung ist Herzenssache
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16:42 29.09.2019
Trotz Gewerbegebiet und B96 in der Nähe: In der Zülowniederung ist man inmitten der Natur. Quelle: Josefine Sack
Groß Machnow

Grün, soweit das Auge reicht. Wer am Zülowkanal südlich von Groß Machnow steht und in Richtung Telz blickt, sieht nichts als Felder, Wiesen und Wald.

Es ist ein normaler Wochentag, kurz nach 10 Uhr. Das Gewerbegebiet an der Mittenwalder Straße und die B 96 sind nur einen Katzensprung entfernt. Dort, wo die Zülowniederung beginnt, hört man weder etwas von dem geschäftigen Treiben auf den Betriebshöfen noch den Verkehr der nahen Bundesstraße. Wer genau hinschaut, erahnt in der Ferne die mehr als 200 Kraniche, die an einem kleinen Gewässer, kurz bevor der Wald beginnt, Rast machen.

Flughafen engagiert sich in der Zülowniederung

Für den Bau des Großflughafens BER in Schönefeld muss die Flughafengesellschaft FBB ökologische Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen leisten. In den Naturschutz fließen nach Angaben des FBB-Umweltplaners Karsten Holtmann mehrstellige Millionenbeträge. Während die Berliner Flughäfen einen Großteils des Geldes in den Naturschutzfonds Brandenburg einzahlen, soll mit den übrigen Mitteln ein „grüner Gürtel“ um den Flughafen geschaffen werden. Das größte Einzelprojekt ist die Renaturierung der Zülowniederung, rund neun Kilometer südlich vom BER.

Für das Projekt kooperiert die Flughafengesellschaft mit dem Landschaftspflegeverein Mittelbrandenburg: Projektkoordinator Markus Mohn (links) und Manfred Bobke-von Camen von der FBB bei der feierlichen Enthüllung der Infotafeln. Quelle: Josefine Sack

Für das Projekt kooperiert die Flughafengesellschaft mit dem Landschaftspflegeverein Mittelbrandenburg (LPV). Das Ziel: Über einen Zeitraum von 25 Jahren soll die Landschaft zwischen den Ortschaften Mittenwalde, Dabendorf, Groß Machnow und Rangsdorf als Natur- und Erholungsraum ökologisch aufgewertet werden.

Im Einklang mit der Natur

Dabei werden in der Zülowniederung auf einer Fläche von insgesamt circa 1500 Hektar in Kooperation mit den dortigen Landwirten Naturschutzmaßnahmen umgesetzt, neue Bäume gepflanzt, Mischwälder entwickelt, Kleingewässer angelegt und Rückzugsräume für geschützte Tierarten wie Feldhasen, Fledermäuse oder Moorfrösche geschaffen.

Der Zülowkanal südlich von Groß Machnow: Für Amphibien, Vögel und andere Tiere haben die Umweltplaner dort immer wieder kleine Inseln als Rückzugsorte geschaffen. Quelle: Josefine Sack

Bislang wurde das Gebiet, das sich über die beiden Landkreise Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald erstreckt, zu etwa 80 Prozent von Landwirten bewirtschaftet. Zwar soll Landwirtschaft in der Zülowniederung auch in Zukunft möglich sein, allerdings kleinteiliger und im besseren Einklang mit der Natur. Ein Großteil der Maßnahmen wird daher auf Ackerflächen umgesetzt.

Infotafeln zum Naturschutz

Seit Kurzem können sich nun auch interessierte Besucher über die Ausgleichsmaßnahmen vor Ort informieren. Wann sind Moorfrösche blau? Welche Wanderwege nutzen Feldhasen? Warum sind Wildkräuter für die Natur so wichtig und wer ernährt sich eigentlich davon? Antworten auf diese und viele weitere Fragen rund um den Naturschutz geben Übersichtstafeln und Hinweisschilder, die die Flughafengesellschaft und die Landschaftspfleger an insgesamt 39 Stellen im Projektgebiet aufgestellt haben.

Zahlen und Fakten

Knapp 17 Kilometer Baumreihen, zehn Hektar Hecken und 400 Bäume haben die FBB und der Landschaftspflegeverein Mittelbrandenburg in der Zülowniederung bis jetzt gepflanzt.

Rund 62 Hektar Wald wurden umgebaut: teilweise wurden dort Kiefern entnommen und durch Laubbäume ersetzt. Mischwälder gelten aus ökologischer Sicht als wertvoller, sie sind produktiver als Monokulturen und dienen als vielfältiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Zwölf Kleingewässer, zwei Mittelinseln, vier Grabentaschen und zwei Fischtreppen sind bisher im Zülowkanal realisiert worden. Fischtreppen ermöglichen Fischen im Rahmen der Fischwanderung die Überwindung von baulichen Hindernissen.

Wer alle Infotafeln ablaufen oder mit dem Fahrrad abfahren will, braucht Kondition: Das Schilder-Leitsystem erstreckt sich über einen Bereich von 45 Kilometern. Ziel ist es, die Besucher zu sensibilisieren und die einzelnen Naturschutzmaßnahmen auf diese Weise zu schützen. Darüber hinaus dienen die Tafeln dazu, den Erholungssuchenden Informationen zu naturschutzfachlichen Zusammenhängen der Kompensationsmaßnahmen in der Zülowniederung zu geben. Durch Wegeempfehlungen, die auf großen Infotafeln an sieben Stationen verzeichnet sind, sollen Besucher gezielt zu den unterschiedlichen Projekten hingeführt werden.

Pflicht und Herzensangelegenheit

Sich in der Zülowniederung zu engagieren, das sei für die Flughafengesellschaft nicht bloß Pflicht, sondern vor allem eine Herzensangelegenheit, sagte Manfred Bobke-von Camen, Geschäftsführer der Flughafengesellschaft und verantwortlich für den Bereich Personal, bei der feierlichen Enthüllung des Besucher-Leitsystems. „Als Flughafengesellschaft ist es für uns von besonderer Bedeutung, dass wir die Auswirkungen auf die Umwelt und Natur im Umfeld des Flughafens ökologisch ausgleichen. In der Zülowniederung konnten wir in den letzten Jahren bereits zahlreiche Ausgleichsmaßnahmen umsetzen. Dazu gehört zum Beispiel das Anlegen von Blühstreifen an Ackerrändern“, so Bobke-von Camen. 

Von Josefine Sack

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