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Dahme-Spreewald Wildschweine von Trichinen befallen
Lokales Dahme-Spreewald Wildschweine von Trichinen befallen
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18:26 31.01.2020
Zwei Tiere derselben Rotte stammen aus dem Bereich Jühnsdorf. Quelle: DPA
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Luckenwalde

Trichinen hat das Labor des Amtes für Veterinärwesen, Lebensmittelüberwachung und Denkmalschutz Teltow-Fläming in dieser Woche bei Untersuchungen nachgewiesen. Der Fund konnte zwei Wildschweinen aus dem Bereich Jühnsdorf zugeordnet werden, die aus derselben Rotte stammten. „Das zeigt einmal mehr, dass die Trichinellose in Deutschland nicht ausgemerzt ist“, sagte Dietlind Biesterfeld, die für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung zuständige Dezernentin. „Im Nachbarlandkreis Dahme-Spreewald gab es im vergangenen Monat ebenfalls zwei Funde. Damit wird klar, wie wichtig es ist, jedes Haus- und Wildschwein auf Trichinen zu untersuchen.“

Heimtückische Krankheit

Trichinellose habe laut Biesterfeld nichts mit der Afrikanischen Schweinepest zu tun – außer, dass beide Erkrankungen bei Schweinen und Wildschweinen vorkommen können. Während die Schweinepest für Menschen völlig ungefährlich ist, kann eine Ansteckung mit Trichinen jedoch schwere Folgen haben und im schlimmsten Fall tödlich enden.

Das besondere Problem: Trichinellose wäre im Anfangsstadium gut behandelbar. Doch gerade da lässt sie sich kaum diagnostizieren, weil die Symptome zunächst unspezifisch sind. Mattigkeit, Fieber, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall können vielerlei Gründe haben. Erst später, wenn eine Bekämpfung der Ursache nicht mehr möglich ist, zeigen sich die typischen Symptome: Muskelschmerzen, Gelenk- und Kopfschmerzen, Beschwerden beim Schlucken, Sprechen und Atmen. Auch der Herzmuskel kann betroffen sein.

Größte Gefahr geht von Wildschweinen aus

Um die Ansteckungsgefahr zu verringern, besteht eine gesetzliche Untersuchungspflicht für alle Tiere, die Träger von Trichinen sein können. In Frage kommen dabei in erster Linie Schweine. Durch moderne Haltungssysteme spielen Trichinen bei Hausschweinen kaum noch eine Rolle. In der Freilandhaltung kommen sie zwar selten, aber regelmäßig vor. Größte Gefahr geht von Wildschweinen aus, weil sie sich unkontrolliert über den Verzehr von infiziertem Fleisch anstecken können. Deshalb ist die amtliche Trichinenuntersuchung vor allem bei Wildschweinen, Hausschweinen mit Kontakt zur Außenwelt und Hausschlachtungen unverzichtbar.

Übertragung auf den Menschen

Die Trichinellose ist eine weltweit vorkommende Krankheit, die zwischen Mensch und Tier übertragbar ist. Sie wird von Trichinen ausgelöst. Das sind kleine Fadenwürmer, die verkapselt in der Muskulatur von Säugetieren, Vögeln und Reptilien auftreten können, sofern diese Fleisch- oder Allesfresser sind. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch den Verzehr von rohem oder ungenügend erhitztem trichinösen Fleisch sowie daraus hergestellten Produkten. Dazu zählen beispielsweise Salami, Knacker, Schinken oder Hackfleisch.

Von MAZonline

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