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Lokales Drei Bomben-Geschichten
Lokales Drei Bomben-Geschichten
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12:27 14.12.2016
Sind vor um 3 Uhr aufgestanden, um heute in Oranienburg zu helfen: Die DRK-Sanitäter aus der Uckermark. Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg

Zu nachtschlafender Zeit sind sie aufgestanden. Einsatzort wieder einmal: Oranienburg. Lars Thom, Tobias Lüsch und Elisa Rackow sind als ehrenamtliche Sanitätshelfer für das DRK Uckermark West Oberbarnim unterwegs. Sie fahren einen der 34 Krankentransporter, die am Mittwochmorgen ab 5.30 Uhr die 89 Patienten aus den Oranienburger Krankenhaus wegen der Bombenentschärfung nach Hennigsdorf verlegen. Um 3.30 Uhr war für sie Treff in Eberswalde. Lars Thom war schon oft dabei in der Bombenstadt Oranienburg. Im „richtigen Leben“ ist er Trockenbauer. Damit er in Oranienburg mithelfen kann, bummelt er Überstunden ab, aber sein Chef habe schon Verständnis. Tobias Lüsch ist Abiturient und hat seinen Schulleiter gefragt, der nichts dagegen hat, dass er auch gestern, statt in der Schule, im Krankentransporter sitzt. Elisa Rackow arbeitet im öffentlichen Dienst. Dann plötzlich ein Funkspruch: Die drei müssen um 7.30 Uhr zum nächsten Transport am Krankenhaus Oranienburg vorfahren. Für die nächste Hilfstour.

Gezählt hat er sie nicht genau, „aber bei rund 190 war ich schon dabei“, sagt Manfred Gellert. Seit 1979 ist der 60-Jährige bei der Oranienburger Berufsfeuerwehr, war lange Jahre stellvertretender Stadtbrandmeister und nun geht er bald in den wohlverdienten Ruhestand. Deshalb war es am Mittwoch seine letzte Bombe als hauptamtlicher Berufsfeuerwehrmann. Geschichten kann der kernige Mann, der früher zur See gefahren ist, jede Menge erzählen. In der Regel war er dabei, wenn die Feuerwehrleute kontrollieren, ob alle den Sperrkreis verlassen haben. „Da hat uns eine Frau schon mal Dresche angeboten und beschimpft, als wir sie aus ihrer Wohnung holen wollten.“ Als sie dann die Tür geöffnet habe und ihn und einen anderen Feuerwehrmann mit breitem Kreuz sah, sei sie ganz kleinlaut geworden und still mitgegangen, erinnert sich Gellert amüsiert. Angesichts von noch rund 300 Bombenverdachtspunkten, glaubt Gellert nicht so recht daran, dass er seine Stadt noch bombenfrei erleben wird.

Auch Kerstin Harms, Wohnbereichsleiterin im Domino-Seniorenheim, hat schon „bestimmt 40 Bombenentschärfungen samt Evakuierung im Unternehmen“ erlebt. „Wir haben da für die Bewohner einen festen Ablauf, sie sind schon alle abgeklärt. Nur die Neuen sind noch ein wenig aufgeregt. Nach dem Frühstück geht es im Bus ins Ausweichquartier. „Inzwischen sitzt bei diesen Aktion jeder Handgriff“, bleibt Kerstin Harms am Mittwochmorgen gelassen. Sie hat die Evakuierungsaktion im Griff. Wieder einmal.

Von Heike Bergt

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