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Lokales Festveranstaltung mit Ausstellung
Lokales Festveranstaltung mit Ausstellung
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06:08 30.08.2017
Andrea Staeck (l.) und Marion Schich kleben die letzten Fotos auf, die am Freitag in der Ausstellung zu sehen sein werden.
Andrea Staeck (l.) und Marion Schich kleben die letzten Fotos auf, die am Freitag in der Ausstellung zu sehen sein werden. Quelle: Margrit Hahn
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Luckenwalde

Andrea Staeck und Marion Schich hatten in den vergangenen Tagen alle Hände voll zu tun. Denn sie bereiten das Jubiläumsfest der Kreisvolkshochschule vor. Am 1. September wird das 70-jährige Bestehen gefeiert.

Die ältesten Wurzeln hat die VHS in Luckenwalde. Dort gehen die Anfänge auf 1919 zurück. 1933 schlossen die Nazis die VHS. Im September 1947 wurden dann die Wiedereröffnung gefeiert. In Zossen wurde sie 1949, in Jüterbog 1952 gegründet. Heute sind sie vereint unter einem Dach. Außerdem feiert die Fahrbibliothek Teltow-Fläming ihr 25-jähriges Bestehen.

Dafür wurde eine Ausstellung vorbereitet. Die Idee hatten VHS-Chefin Andrea Staeck und Kursleiterin Marion Schich, nachdem sie im Keller jede Menge Fotos sowie 700 Negative und Dias gefunden hatten, die alle eingescannt werden mussten. „Schade, dass wir nicht auch in Jüterbog und Zossen einen solchen Fundus haben“, bedauert Andrea Staeck. Sie hofft, dass sich bei der Jubiläumsfeier Besucher finden, die eventuell noch unentdeckte Schätze zu Hause haben. Diese könnten dann in zwei Jahren gezeigt werden, wenn die Volkshochschulen deutschlandweit das 100-jährige Bestehen feiern.

Pro Jahr bietet die Volkshochschule gut 700 Kurse in fünf verschiedenen Fachbereichen an. Dazu gehören Sprach-, Integrations-, Gesundheits und Computerkurse. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Themen teilweise geändert – aber Nähen und Kosmetik sind allzeit beliebte Klassiker.

Es gab sogar ein Elternseminar, das in den 1950er Jahren angeboten wurde. Der Ansturm war riesige. 400 interessierte Eltern fanden sich zur Eröffnung des ersten Elternseminars ein. In zehn Abendveranstaltungen wurde über Autorität und Disziplin sowie über Lob und Strafe in der Erziehung diskutiert. Auch die Themen „Unser Kind geht in den Kindergarten“ oder „Unser Kind wird Mitglied der Kinderorganisation“ spielten in diesen Seminaren eine Rolle.

Mit der Eheschule, die in Kooperation mit Organisationen und Institutionen wie Standesamt, Gericht oder FDJ-Kreisleitung angeboten wurde, konnte die Volkshochschule ab 1973 bei jungen Leuten punkten. Dabei ging es um Kredite für junge Ehen, Ursachen von Ehekonflikten, Freizeitgestaltung, Mode und moderne Küche. Mitte der 70er Jahre sind Keramikkurse hinzugekommen, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreuen. Im Juni 1987 wurde laut Chronik an der Volkshochschule der 100 000 Lehrgangsteilnehmer begrüßt. Es war Klaus Gürtler, Automateneinrichter im VEB Wälzlagerwerk „Willi Sägebrecht“. Er absolvierte einen Vorbereitungslehrgang fürs Meisterstudium.

Von 1976 bis 1996 befand sich das Atelier in der Trebbiner Straße 16. Seit 1996 ist das Luckenwalder Domizil der Volkshochschule in der Dessauer Straße. Der Verwaltungssitz befindet sich aber im Kreishaus.

In früheren Jahrzehnten wurden Brigadetagebücher geführt. Darin haben die Kursteilnehmer berichtet, was sie gelernt haben oder welche neuen Techniken sie im kreativen Bereich ausprobiert haben. Viele Kurse gingen über mehrere Jahre, sodass zum Abschluss oft eine Gemeinschaftsarbeit entstand, beispielsweise das Wandbild in der Kita „Vier Jahreszeiten“. Marion Schich erinnert sich an Pflanzschalen, die sie mit ihrem Kurs für die Apotheke am Krankenhaus gestaltete. „Die Geschichte der Volkshochschule in Wort und Bild aufzuarbeiten war sehr interessant“, stellt Andrea Staeck fest.

Von Margrit Hahn

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