Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland 10 Jahre Rauchverbot: das sagen Wirte und Gäste
Lokales Havelland 10 Jahre Rauchverbot: das sagen Wirte und Gäste
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:15 01.02.2017
Inhaber Rico Timm mit seiner Angestellten Kathrin Wudtke an den Rauchertischen vor dem Café. Quelle: Uwe Hoffmann
Rathenow

Vor zehn Jahren wurde in Deutschland mit der Änderung des Nichtraucherschutzgesetztes das grundsätzliche Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen sowie in Kultureinrichtungen und Gaststätten eingeführt. Daran erinnert sich auch Rico Timm. „Zunächst gab es den Kompromiss zwischen dem Bund und dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband. Wir waren in Rathenow mit die ersten, die ihn umsetzten“, sagt der Inhaber von „Timm’s Café“. „Bis 17 Uhr war eine Seite des Cafés als Nichtraucherzone ausgewiesen. Durch die baulichen Gegebenheiten war dies möglich. Dies wurde durch die Nichtraucher und Raucher gut angenommen.“ Das war ab 2005.

Da diese Regelung nach Ansicht von Politikern nicht zur gewünschten Verbesserung des Nichtraucherschutzes führte, wurde beginnend 2007 ein grundsätzliches Rauchverbot eingeführt. „Wir hatten zunächst weniger Gäste“, erinnert sich Rico Timm. „Einen möglichen Umsatzrückgang kann man schwer beziffern. Für die Raucher, die weg blieben, kamen dann mehr Gäste, die das Rauchverbot schätzten.“ Für „Timm’s Café“ gab es vor allem eine Auswirkung. „Wir haben die Öffnungszeiten verändert. Die Gäste, die in den Abendstunden auf ein Bierchen oder Glas Wein länger blieben, kamen nicht mehr so zahlreich“, so Rico Timm weiter. „Das merkt man auch noch heute. Die Aufenthaltsdauer von rauchenden Gästen hat sich verringert.“

Jette Keibel mit ihrem jüngsten Sohn, dem vierjährigen Fritz, im Restaurant „Zum Alten Hafen“. Quelle: Uwe Hoffmann

So hat „Timm’s Café“ nicht mehr bis 22 oder gar 24 Uhr, sondern nur noch bis 20 Uhr geöffnet. Wie bei vielen Gaststätten stehen auch vor „Timm’s Café“ zwei Rauchertische. „Ich finde das grundsätzliche Rauchverbot gut. Auch wegen des Arbeitsschutzes meiner Angestellten. Während der Renovierung vor zehn Jahren merkte man die starken Ablagerungen des Zigarettenrauches in Gardinen und an den Wänden“, erzählt der Nichtraucher Rico Timm, zugleich Inhaber der „Semliner Seeterrasse“. „Ein bisschen mehr Toleranz gegenüber Rauchern, beispielsweise auf einer Außenterrasse, wäre aber manchmal wünschenswert.“

„Ich finde die Nichtraucherregelung gut“, meint Kathrin Wudtke, die seit Oktober in „Timm’s Café“ arbeitet. „Ich rauche selbst, aber dann gehe ich in einer Pause raus. Acht Stunden im Rauch arbeiten möchte ich nicht. Die Sachen haben früher immer nach dem kalten Rauch gestunken.“ – „Man kann sich gar nicht mehr richtig vorstellen, dass es mal anders war. Unterm Strich war die Regelung vor zehn Jahren gut so“, so Rico Timms Fazit.

„Seit dem Rauchverbot gehe ich wieder öfter in Gaststätten“, sagt die Raucherin Jette Keibel. „Rauchen störte mich schon immer beim Essen und die Kleidung stank danach.“ Am Samstag feierte sie in einer kleinen Familienrunde den 16. Geburtstag ihres ältesten Sohnes Richard. „Selbst als Raucher kann man etwas mehr Rücksicht auf andere nehmen. Ich rauche grundsätzlich nicht in der Öffentlichkeit, oder beispielsweise auf der Straße. Auch zu Hause rauche ich nicht in der Wohnung“, sagt die Rathenowerin. „Mit der Geburt meines ersten Sohnes wurde mir das Thema bewusster. Nach dem Rauchverbot kann ich auch mit meinen Kindern wieder in Gaststätten gehen.“ Im Rathenower Restaurant „Zum Alten Hafen“ gibt einen abgetrennten Raum auf der Terrasse als „Raucher-Lounge“, wo die Raucher ihrer Leidenschaft frönen können. „Das Rauchverbot ist nicht so toll. Ich akzeptiere es aber und halte mich daran“, sagt der Rathenower und leidenschaftliche Raucher Wolfgang Thode, der sich vor dem Essen dorthin zurück gezogen hatte. „Ich finde es gut, dass man hier als Raucher nicht in Regen und Kälte im Freien vor der Tür stehen muss.“

Von Uwe Hoffmann

Wer die Sterne liebt, muss nach Westbrandenburg fahren. Dort sind sie nachts fernab großer Städte besonders gut zu sehen. Am Wochenende bot sich Sternenguckern bei klarem Himmel ein herrlicher Ausblick ins Weltall. Unser Fotograf hat die Stimmung am Riewendsee eingefangen.

29.01.2017

Nach einer 27 Jahre währenden Pause hat der Friesacker Karnevalsclub FKC am Sonnabend endlich wieder in Rhinow ein Gastspiel gegeben. Lange Zeit hatte es an einem geeigneten Saal gemangelt. Die Rhinower waren total begeistert vom Programm der Friesacker Närrinnen und Narren.

29.01.2017

Das Restaurant „Harlekin“ im Rathenower Kulturzentrum wird erstmals privat verpachtet. Zum 1. Februar übernimmt es die bisherige Restaurantleiterin Nicole Wursthorn mit ihrem Team. Am 4. März wird die Eröffnungsparty gefeiert. Anfang April gibt es einen Rockabilly-Abend im Blauen Saal des Kulturzentrums.

29.01.2017