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Havelland 24-Stunden-Einsatz gegen die Fluten
Lokales Havelland 24-Stunden-Einsatz gegen die Fluten
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16:38 06.03.2018
Vom Graben in den Kanal: Die Brieselanger Feuerwehr war fast zwei Tage ohne Pause im Einsatz Quelle: Julian Stähle
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Brieselang

Mittwoch bis nach Mitternacht und Donnerstag vormittag ging es schon wieder los: Die Brieselanger Feuerwehrleute leisten in der Regenwoche Gigantisches. Am Donnerstag waren schon wieder zehn Kameraden dabei, vollgelaufene Keller leer zu pumpen. Dabei lagen hinter ihnen zwei besonders schwere Einsatztage.

Umgestürzte Bäume als Resultat des Dauerregens. Quelle: Julian Stähle

Nach einem regenreichen Dienstag kam der noch schlimmere Mittwoch auf die Brieselanger zu. Von 9.30 Uhr bis nach Mitternacht waren 40 Feuerwehrleute im Einsatz. „Viele Straßen und Kreuzungen standen unter Wasser, die Mulden waren gefüllt und konnten nichts mehr aufnehmen, die Leute konnten ihre Grundstücke nicht erreichen“, schildert Ortswehrführer Holger Glass die Situation.

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Die Feuerwehr hat sich mit ganzer Kraft darauf konzentriert, die vollgelaufenen Gräben in Richtung Havelkanal abzupumpen, damit die Gräben im Ort wieder Wasser aufnehmen können. Dabei bekamen sie Unterstützung vom Kreis, aus Spaatz kam die Hochleistungspumpe des Kreisfeuerwehrverbandes. Das THW aus Rathenow brachte leistungsfähige Schläuche. Stundenlang kämpften die Männer gegen Wasser von oben und unten. „Wir sind an unseren Belastungsgrenzen“, sagte Einsatzleiter Mario Tollning am Abend.

Gepumpt wurde bis weit nach Mitternacht. Quelle: Julian Stähle

Aber der Kampf hatte sich gelohnt. „Am Ende war doch ein Erfolg zu sehen, die Lage hatte sich entspannt und die Gräben konnten Wasser aufnehmen“, konstatierte Holger Glass.

„Prima Einsatz“, lobte auch Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU), der selbst bis weit nach Mitternacht vor Ort war. „Wir hatten ja etwas Besonderes erprobt, indem wir vom Knotenpunkt, am Zusammenfluss der Gräben nahe der Bahn, in Richtung Havelkanal abgepumpt haben“, sagte er. „Jetzt wissen wir, was künftig zu tun ist.“ Er dankte den Feuerwehrleuten und ihren Helfern für die Arbeit. „Alle haben super mitgezogen“, sagte er. So blieb den Brieselangern eine Katastrophe von Leegebrucher Ausmaß erspart. „Wir hatten einen Katastrophenstab gebildet und uns auf Schlimmeres vorbereitet“, sagte der Bürgermeister. 6000 Sandsäcke lagen bereit, Feldbetten waren geordert, falls Leute ihre Häuser verlassen mussten. Beides wurde nicht benötigt. Und auch das wird geholfen haben: „Wir hatten kurz vor dem Regen die zweite Mahd an unseren Gräben. Der Bauhof hatte regelmäßig alle Durchlässe kontrolliert.“

Von Marlies Schnaibel