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Havelland Premnitzer packen 380 Pakete für Zsobok
Lokales Havelland Premnitzer packen 380 Pakete für Zsobok
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13:42 13.04.2018
Premnitz packt bei der Rumänienhilfe mit an.
Premnitz packt bei der Rumänienhilfe mit an. Quelle: Bernd Geske
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Premnitz

Wenn die Evangelische Kirchengemeinde Premnitz jetzt zur diesjährigen Spendenaktion für das Kinderheim im rumänischen Dorf Zsobok aufruft, dann hat das Tradition. Angefangen hatte alles im Jahr 1991. Damals hatte Pfarrer Matthias Albrecht aus Nennhausen die Kontakte ins Apfeltal hergestellt. Das Geld und die Sachspenden gingen an zahlreiche Einzelprojekte, an Familien und an ein Waisenhaus.

In Nennhausen gegründet

Inzwischen hat die Evangelische Kirchengemeinde Premnitz übernommen, nachdem Pfarrer Albrecht die Region verlassen hatte und die Aktion zwischenzeitlich eingeschlafen war. Auf einen kann man sich bei den Helfern ganz besonders fest verlassen. Der 77-jährige Premnitzer Dietmar Müller. Wenn Rudolf Panschuk ihn ruft, ist er dabei. Müller hilft bei der Annahme der Spendenpakete auf dem Hof der Kirche und beim Beladen des Lasters für die 1 300 Kilometer lange Fahrt nach Rumänien. Im Jahr 2016 gingen immerhin 350 Hilfspakete aus dem Westhavelland auf die Reise.

Einige machen schon lange mit

Dietmar Müller macht das gerne, sagt er. „Ich weiß, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie wirklich gebraucht wird, und nicht an irgendwelchen Stellen versickert.“ So lange er es könne, werde er auch dabei helfen, sagte Müller, als es in diesem Frühjahr wieder daran ging, die Pakete auf den Weg zu bringen.

Dietmar Müller war schon dabei, nachdem der Nennhausener Pfarrer Matthias Albrecht im Jahr 1991 die Aktion ins Leben gerufen hatte. Als dieser fortging, endete die Hilfsaktion 2005. Vor einigen Jahren hat die Kirchengemeinde Premnitz sie aber wieder belebt. Und in jedem Frühjahr zeigen über 300 Spendenpakete an, dass die Menschen im Westhavelland gern für die Heimkinder in Zsobok spenden. Gegenwärtig leben dort 49 Waisen- und 18 Internatskinder.

Eindrücke aus Zsobok. Quelle: privat

Die Paketannahme war in diesem Jahr im April auf dem Hof der Kirche. Zum Ende des Monats wurde der Laster beladen und am nächsten Morgen ging es los. „Es ist immer wieder schön, wenn wir unsere Spendenpakete auf die Reise schicken können“, sagt Rudolf Panschuk, der die Aktion leitet. Gegenwärtig seien im Kinderheim 46 Waisen und 18 Internatskinder untergebracht.

Neuer Pfarrer ist froh

In dem Dorf Zsobok gibt es auch einen neuen Pfarrer. István-Zsolt Barta sei dankbar für die herzliche Unterstützung aus Premnitz. Es freue ihn, was für das Kinderheim und die Gemeinschaft von Zsobok getan werde. Auf die Reise gehen haltbare Lebensmittel, Zucker, Öl, Fisch- und andere Konserven, Salami, Süßigkeiten, Kaffee und Multivitaminpräparate. Genommen wird auch gut erhaltene saubere Kleidung für Kinder und Erwachsene. Gern gesehen sind Reinigungs- und Hygieneartikel wie Seife, Waschpulver, Zahnpasta und Hautcreme. Wichtig ist auch Schreib- und Büromaterial wie Bleistifte, Buntstifte und Schreibblöcke. Orientiert wird auf Bananenkartons, weil diese sich einheitlich am besten stapeln lassen. Und einen kleinen Transportbeitrag erbitten die Organisatoren auch. Fünf Euro pro Paket für den 2 600 Kilometer langen Hin- und Rückweg.

Auch ein Pflegebett war dabei

„Wir freuen uns, wenn sich so viele Leute an unserer Spendenaktion beteiligen“, sagt der Premnitzer Pfarrer Hans-Dieter Kübler. In diesem Jahr wurden 380 Spendenpakete auf den Weg gebracht. Die fünfte Fahrt seit Wiederbelebung der Aktion hat einen neuen Höchstwert gebracht. Ein fast neues Pflegebett ist auch mitgenommen worden, das werde in Zsobok dringend gebraucht. Ein Kühlschrank und eine Waschmaschine seien dabei gewesen. Über eine gebrauchte Tischtennisplatte hätten die Kinder sich gefreut, genauso wie über vier neuwertige Kinderfahrräder. Nicht zu vergessen die Bargeldspenden: Über 2000 Euro wurden an Heimleiterin Elisabeth Ruzsa übergeben.

Pfarrer Hans-Dieter Kübler aus Premnitz. Quelle: Thomas Zastrow

Rund 1000 Euro musste die Gemeinde bei dieser Fahrt allein für Treibstoff und Mautgebühren ausgeben. Es war hilfreich, dass die Rathenower Unternehmer Frank Dingler und Saeed Molaie die Kosten für den Laster übernahmen.

Der Dankesbrief

In einem Brief an die Premnitzer Kirchengemeinde dankt die Waisenhaus-Leitung. Die Rumänienaktion, gegründet in Nennhausen ist in Premnitz ganz angekommen – und sie steht der ganzen Stadt gut zu Gesicht.

Von Bernd Geske