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Havelland 40 Naturfreunde auf Insektenjagd
Lokales Havelland 40 Naturfreunde auf Insektenjagd
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21:55 07.03.2018
Insektenwanderung in der Heide. Quelle: Carsten Scheibe
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Elstal

Viele Havelländer gehen gern in der Döberitzer Heide spazieren. Die meisten wissen aber gar nicht, an wie vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten sie achtlos vorbei flanieren. Hannes Petrischak (43) versuchte am Sonntag etwas aufzuklären. Der Falkenseer Biologe ist Leiter des Geschäftsbereichs Naturschutz in der Sielmann-Stiftung. Er weiß: „300 Jahre war die Heide Truppenübungsgelände. Insofern reduzieren sich die menschlichen Eingriffe auf ein Minimum. Wir finden hier Arten vor, die es in Deutschland nicht mehr gibt.“

Davon überzeugten sich 40 Interessierte. Ausgestattet mit Kescher und Becherlupe machten sie unter Aufsicht des Biologen Jagd auf alles, was sechs Beine hat. Auffällig beim Spaziergang waren die vielen Heuschrecken auf den Wegen, aber auch im Gras. Petrischak: „Optisch sind die Kurzfühlerschrecken schwierig zu unterscheiden. Typisch für sie ist ihr Gesang, so dass Experten oft mit dem Ohr nach den Tieren suchen als mit dem Auge.“

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Es zeigte sich auch die blauflüglige Ödlandschrecke, die auf sandigen Wegen sitzt – und dank perfekter Tarnung erst auffällt, wenn sie aufgeschreckt davonfliegt. Dann zeigt sie leuchtend hellblaue Flügel.

Besonders intensiv vertreten in der Döberitzer Heide sind Solitärbienen verschiedenster Arten. Sie bilden keine Staaten wie die Honigbiene, sondern bleiben allein.

Nach den zwei Stunden wurde klar: Insekten gibt es überall, man muss nur die Augen aufsperren. Ein wenig Neugierde und ein Bestimmungsbuch reichen oft schon aus, um mehr über die sechsbeinigen Wesen zu lernen.

Von Carsten Scheibe