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Havelland 88 neue Kitaplätze in Rathenow
Lokales Havelland 88 neue Kitaplätze in Rathenow
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14:50 12.07.2019
Förderbescheid für Sprachmittler in zwei neuen Rathenower Kitas. Links Martin Gorholt, rechts Kristina Kohn. Quelle: Joachim Wilisch
Rathenow

Der Name ist Programm. Denn in der KindertagesstätteVilla Kunterbunt“ wird es tatsächlich kunterbunt zugehen. Ab August wird hier das Institut für Kommunikation und Wirtschaftsbildung (IKW) Rathenow eine Kindertagesstätte eröffnen. Und das ist noch nicht alles, denn im Lutherhaus wird eine zweite Kindertagesstätte eröffnet, die das IKW betreibt – die „Kita Wirbelwind“.

Mit Migrationshintergrund

Das Besondere in der „Villa Kunterbunt“: rund die Hälfte aller Kinder haben einen Migrationshintergrund. Die Kinder kommen aus unterschiedlichen Ländern, ihre Sprachkenntnisse sind demnach unterschiedlich. In der „Villa Kunterbunt“ sind deshalb alle Schilder sowohl mit Hinweisen in deutscher und arabischer Sprache gekennzeichnet.

Sprachmittler helfen

Um die Sprachhürden am Anfang zu überwinden, helfen Sprachmittler aus. Insgesamt drei Sprachmittler teilen sich die Stelle dafür und stehen für verschiedene Sprachen zur Verfügung. Das ist nicht ihre einzige Beschäftigung. Zwei von ihnen arbeiten auch für das Jobcenter.

Rndgang durch die „Villa Kunterbunt“, wo derzeit noch Handwerker zu tun haben. Quelle: Joachim Wilisch

Für die Einstellung der Sprachmittler bekommt das IKW einen Zuschuss von der Staatskanzlei. Das Geld überbrachte jetzt der Chef der Staatskanzlei, Martin Gorholt (SPD). „Es ist ein sehr schönes Zeichen, wenn in Rathenow eine Kita öffnet, in der Kinder mit und ohne Migrationshintergrund miteinander umgehen.“

Keine Hürde

Probleme haben die Kleinsten damit nicht, wie Gorholt bei einem Rundgang schnell feststellen durfte. Auch die Sprache ist auf Dauer kein Hindernis. „Viele können sich schon verständigen“, sagt Kristina Kohn vom IKW. Insgesamt entstehen im „Märkischen Haus“ rund 50 Kita-Plätze für Kinder unter und über drei Jahre.

Neuester Standard

Derzeit haben die Handwerker noch in dem Gebäude viel zu tun. Sowohl im Erdgeschoss, wo der große Saal noch hergerichtet werden muss, als auch im Obergeschoss, wo soeben der alte Teppich herausgerissen wurde. „Wir werden nach Abschluss der Umbauarbeiten eine zeitgemäße Einrichtung auf neuestem Standard vorhalten“, sagt Kristina Kohn.

Zwei der drei neuen Sprachmittler. Quelle: Joachim Wilisch

Hartmut Rubach ist Stadtverordneter und kennt die prekäre Situation bei den Kitaplätzen in Rathenow. „Wir sind schon dankbar, dass mit den beiden Kitas Abhilfe geschaffen wird“, sagt Rubach. „Vor allem in der Innenstadt ist das Angebot wichtig, weil viele Familien mit Kindern hier im Rathenower Stadtzentrum wohnen.“

Noch mehr Plätze

Ambitioniert sind auch die Pläne für die „Villa Wirbelwind“, mit der das Lutherhaus belebt werden soll. Das Gebäude ist schon deshalb geeignet, weil der hintere Teil früher einmal eine Kindertagesstätte war. Im Lutherhaus sind deshalb ebenfalls die Handwerker bei der Arbeit. Im Lutherhaus werden 15 Krippenplätze und 18 Kita-Plätze zur Verfügung stehen.

Eine Spielfläche

Das IKW hat für dieses neue Arbeitsfeld die IKW Sozialprojekte gGmbH angemeldet. Im „Märkischen Haus“ erleben Kinder, die noch zur Mutter-Kind-Gruppe gehören, den Umbau mit. Spannend ist das allemal. Gearbeitet wird auch an der Freifläche hinter dem Gebäude, das an die Berliner Straße grenzt. Ein Teil des Hofes ist noch Parkplatz, auf den man von der Puschkinstraße her auffährt. Der andere Teil ist bereits zur Spielfläche umgebaut. Nun ist geplant, auch den Parkplatz zur Spielfläche dazu zu nehmen.

Gerade wurde in den Räumen im Obergeschoss des „Märkischen Hauses“ der Teppichboden entfernt. Quelle: Joachim Wilisch

Für die Sprachmittler ergibt sich nun ein neues, interessantes Arbeitsfeld. Martin Gorholt nahm sich Zeit, um mit ihnen zu sprechen. Der Chef der Staatskanzlei wollte mehr zu den Fluchtgeschichten erfahren und wie die Sprachmittler die Probleme mit gewalttätigen Flüchtlingen einschätzen. Sein Fazit nach dem Gespräch: „Der große Teil der Flüchtlinge und Asylbewerber verhält sich regelkonform. Die Schwierigkeiten werden von einer kleinen Gruppe bereitet, zumeist gehören Jugendliche dazu, die als unbegleitete Flüchtlinge zunächst in der Obhut des Jugendamtes waren.

Die Plätze reichen nicht

Mehr als 1000 Betreuungsplätze für Kinder zwischen 1 und 6 Jahren stehen in Rathenow zur Verfügung. Obwohl nun weitere Plätze hinzukommen, reicht das Angebot nicht aus. So steht es im Kita-Bedarfsplan des Kreises.

Eine Vorplanung gibt es zum Umbau eines Firmengebäudes am Hasenweg, wo ebenfalls eine Kita entstehen könnte. Hier müssen noch die baurechtlichen Voraussetzungen geschafen werden, frühestens 2021 wird diese Kita ans Netz gehen.

Parallel zum Genehmigungsverfahren der Essilor-Kita bereitet die Stadt Rathenow den Neubau einer eigenen Kita in der Nähe der Scholl-Schule vor. Allerdings gibt es hier, von einem grundsätzlichen Bekenntnis und einer Machbarkeitsstudie abgesehen, noch keine konkreten Pläne.

Von Joachim Wilisch

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