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Havelland Ärger über Busse in Waldheim
Lokales Havelland Ärger über Busse in Waldheim
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00:20 12.01.2018
In Waldheim wird es schon mal eng für die Flotte von Havelbus. Den Anwohnern ist es vor allem zu laut.
In Waldheim wird es schon mal eng für die Flotte von Havelbus. Den Anwohnern ist es vor allem zu laut.  Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

 Die Busoffensive war gut gemeint: Mit dem neuen Fahrplan wurde zum September 2017 das Angebot im öffentlichen Nahverkehr in Falkensee erheblich erweitert. „Zu viel erweitert“, finden jedoch einige Falkenseer im Stadtgebiet Waldheim.

„39 Mal donnern die 18-Tonner durch unser kleines Wohngebiet, das ist zuviel des Guten“, beklagt Petra Hartmann am MAZ-Lesertelefon. Sie ist nicht prinzipiell gegen den Busverkehr, aber hier sei nicht das richtige Maß gefunden worden. Erst habe sie sich gefreut, dass der Verkehr aufgestockt wurde, fuhr er doch vorher sehr selten und nur in Schulzeiten. Die Bewohner haben sich bereits in Briefen und Versammlungen gewehrt und wollen weiter Druck machen. „Wir werden früh von den Bussen geweckt“, schildert Petra Hartmann die Situation, „und die Busse sind leer.“ Außerdem kommen die Busse in den engen Kurven der kleinen Straßen, die hier beschauliche Namen wie An der Rehwiese oder Hirschsprung tragen, oft nicht rum und fahren über den Bürgersteig. Die Bürger hätten sich auch an den Bürgermeister gewandt, der hat schnell reagiert, ist aber letztlich nicht zuständig, denn die Busse gehören der der Havelbus-Gesellschaft und werden vom Landkreis Havelland bestellt.

Der hatte im vergangenen Jahr diese ÖPNV-Ooffensive für den Raum Falkensee, Dallgow, Brieselang und Schönwalde auf den Weg gebracht. Zum bisherigen Angebot kommen seitdem 35,3 Prozent hinzu, das sind 689400 gefahrene Bus-Kilometer mehr als bisher.

Das Ganze ist in der Testphase. Unter Federführung der Stadtverwaltung Falkensee hatte es am 11. Oktober 2017 eine Bürgerversammlung zum Thema „Busverkehr in Waldheim“ gegeben. „Die Stadt Falkensee, der Landkreis Havelland und die Havelbus Verkehrsgesellschaft mbH haben sich gemeinsam mit Gegnern sowie Befürwortern des Busangebotes über die Chancen und Probleme der neuen Bustaktung ausgetauscht. Mit dem Ergebnis, dass die aktuellen Fahrpläne bestehen bleiben“, erklärte Karola Schulz von der Havelbus Verkehrsgesellschaft mbH. Allerdings wird derzeit die Inanspruchnahme des ÖPNV-Angebotes ermittelt. „Nach einer Auswertung wird es auf Initiative der Stadt Falkensee im Frühjahr 2018 eine erneute Bürgerversammlung geben“, sagte Karola Schulz. Dann könne es durchaus Modifizierungen des Fahrplanes geben.

Ein Vorschlag von der Anwohnerin Petra Hartmann zu der Gesamtsituation wird schon seit Jahren in Falkensee diskutiert: „Ein Rufbus wäre ideal“, meint sie. Aber dazu gibt es derzeit keine konkreten Planungen.

Von Marlies Schnaibel

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