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Havelland „Aktivnächte“ in Jugendklub
Lokales Havelland „Aktivnächte“ in Jugendklub
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17:29 10.02.2017
Marvin Marquardt aus Hoppenrade (l.), Zoe Jane Pietsch aus Elstal und Mike Marquardt aus Hoppenrade beim Backen im Klub.
Marvin Marquardt aus Hoppenrade (l.), Zoe Jane Pietsch aus Elstal und Mike Marquardt aus Hoppenrade beim Backen im Klub. Quelle: privat
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Wustermark

Was für die kleineren Kinder die Vorlese- oder Gruselnacht im Wustermarker Jugendklub ist, heißt bei den Größeren Aktivnacht. „Wir suchen uns ein Thema aus wie beispielsweise Mobbing, und reden dann einen ganzen Abend darüber im Klub, wo wir dann in Schlafsäcken übernachten“, sagt Christina Schaefer. Seit zwei Jahren führt die 22-jährige sozialpädagogisch Fachkraft den Wustermarker Jugendklub im Mühlenweg. Betrieben wird diese Einrichtung, wie auch die im Vorjahr eröffnete Zweigstelle in Elstal, vom Humanistischen Freidenkerbund Havelland. Jetzt zog der Vorsitzende Volker Mueller im Wustermarker Sozialausschuss eine Bilanz.

„Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wustermark, die wir 2014 begonnen haben, hat sich bewährt“, so Mueller. Auf fünf Säulen fußt das Engagement der Humanisten in der Gemeinde: Betreuung der beiden Jugendklubs, Schulsozialarbeit in der Grundschule Wustermark, sowie in der Oberschule Elstal sowie seit Januar auch die Jugendkoordination, bei der es um die besonderen Kinderschutz und das Kindeswohl geht. Bei alledem wird der Freidenkerbund von der Gemeinde Wustermark finanziell (PKR-Stelle in Elstaler Klub) und mit Sachkostenunterstützt.

„Wir können einschätzen, dass die Angebote in den beiden Schulen sehr gut angenommen werden“, erklärte Mueller. Ein Beispiel: In der Grundschule Wustermark betreut Schulsozialarbeiterin Marita Scholz bis zu 100 Kinder. Sie führt Gespräche mit lernunwilligen Schülern, schlichtet Streit oder redet mit Eltern. 90 bis 100 Kinder nutzen zudem das Frühstücksprojekt der Humanisten vor Schulbeginn „Fit in den Tag“, wo gesunde Kost zu einem sehr kleinen Preis bereitgestellt wird. „Die Kinder gehen entspannter und ausgeglichener in den Unterricht, wenn sie vorher gegessen und miteinander geredet haben“, sagte Volker Mueller.

In der Elstaler Oberschule nehmen etwa 40 bis 50 Mädchen und Jungen an den Frühstück teil. Sozialarbeiterin Kerstin Soyka kümmert sich um etwa 65 Schüler, darunter 15 lernbeeinträchtigte Kinder, wenn diese während der Schulzeit Probleme haben.

Relativ neu ist das Angebot der Freidendenker, in besonderen Krisenfällen bei Kindern zu helfen. Zehn Wochenstunden stehen dafür zur Verfügung. Ansprechpartner ist Volker Mueller selbst. Außerdem wird dazu jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr im Jugendklub Wustermark eine Sprechzeit angeboten. Vorher sollten Interessierte einen Gesprächsbedarf bei den Freidenkern in Nauen oder beim Klubbetreuer anmelden.

Das tägliche Leben im Jugendklub Wustermark koordinieren Christina Schaefer, Christian Möthlow und ehrenamtlich Werner Schild. Im Schnitt besuchten im Jahr 2016 zehn Jugendliche pro Tag die Einrichtung im Mühlenweg. Die Altersspanne reicht von 10 bis 21 Jahren. „Derzeit findet gerade ein Generationswechsel statt. Viele größere Jugendliche kommen nicht mehr, weil sie eine Ausbildung begonnen haben“, weiß Christina Schaefer. Deshalb werde im Frühjahr ein neuer Klubrat gebildet.

Sie freue sich vor allem darüber, dass Flüchtlingskinder aus Elstal sehr oft in den Klub kommen und sehr gut integriert wurden. „Das ist eine Erfolgsgeschichte, wenn sie können hier einige Stunden abschalten und neue Lebensfreudetanken.“

Der neue Elstaler Klub in der ehemaligen Bürgerbegegnungsstätte im Ernst-Walter-Weg, geleitet von Darius Rupf, müsse noch bekannter werden, so Volker Mueller. Vertrauen aufzubauen, koste eben Zeit. Nur ein bis vier Jugendliche würden im Schnitt in den drei Öffnungstagen den Klub aufsuchen.

Von Jens Wegener