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Havelland Alle Kinder sollen Weihnachten feiern können
Lokales Havelland Alle Kinder sollen Weihnachten feiern können
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00:43 15.04.2018
Jedes Kind durfte sich ein Geschenk aussuchen. Quelle: Bernd Geske
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Premnitz

Kerstin Lalla aus Milow findet es schön, sich um andere Menschen zu kümmern. Um diesem Streben eine organisatorische Basis zu geben, bereitet die 47-Jährige eine Vereinsgründung vor.

Die Gründungsversammlung hat schon stattgefunden und die Unterlagen liegen derzeit zur Prüfung beim Finanzamt. Ihr Verein soll den nicht ganz unbekannten Namen „Robin Hood“ bekommen. Denn ähnlich wie der legendäre Held aus dem Sherwood Forest will sie denen, die wenig haben, von den Dingen geben, die ihr nicht gar so arme Leute gespendet haben.

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„Ich weiß, wie es ist, wenn man wenig Geld hat“, sagt die Milowerin. „Und ich weiß auch, wie es ist, wenn man sich für seine Kinder keine Weihnachtsgeschenke leisten kann.“ Deshalb hat sie als Auftakt für ihr wohltätiges Wirken für Kinder von Familien, die Hartz IV beziehen, eine Weihnachtsfeier organisiert. Den Rahmen dafür stellte die Berufliche Schule der Arbeiterwohlfahrt (Awo) für Sozialwesen „Sophie Scholl“ in Premnitz zur Verfügung.

Ohne zu zögern, sagte außerdem die Erzieherklasse, die in diesem Jahr ein selbst verfasstes Weihnachtsmärchen für Kinder aufführt, eine weitere Vorstellung zur kulturellen Umrahmung der Feier zu. Nicht zuletzt hatten andere Fachschüler Plätzchen gebacken, von denen sie den Kindern Tütchen voll schenkten.

Kerstin Lalla gibt gern zu, dass sie ein bisschen spät mit ihrer Weihnachtsaktion heraus gekommen ist. Erst am 11. Dezember hatte sie in einem großen sozialen Netzwerk und in ihrem Bekanntenkreis zu Spenden bzw. zur Teilnahme an der Feier aufgerufen.

Einige Aushänge dazu hat sie auch gemacht. Einzige Bedingung: Eltern, die ihre Kinder für die Feier anmelden, sollten einen Hartz-IV-Bescheid vorlegen können. Umgehend hatte sich Kerstin Lalla auch aufgemacht, um Spenden zu besorgen. Sie hat gebrauchtes Spielzeug gesammelt, einem Lebensmittelmarkt eine Stiege Apfelsinen aus der Hüfte geleiert und einen Bäcker überzeugt, Backware zu spenden. Süßigkeiten wollte sie nicht sammeln und verschenken, Geldspenden auch nicht annehmen.

Ein wenig enttäuschend war dann die Teilnahme an der Weihnachtsfeier, denn es kamen nur Eltern mit sieben Kindern. Die folgten umso aufmerksamer dem Stück über Hummel Bommel, in das vier Weihnachtslieder eingearbeitet waren und zu der am Ende der Weihnachtsmann kam.

Der ließ sich nicht lange bitten, den Kindern dabei zu assistieren, sich aus der aufgestellten größeren Menge von Spielzeugen jeweils eines auszusuchen. Richtig durchstarten will Kerstin Lalla dann, wenn sie Eintragung und Gemeinnützigkeit für ihren Verein hat. Bis Ende Januar rechnet sie damit. Sie will weiter Spenden sammeln.

Außerdem hat sie vor, einen Ort zu schaffen, an dem einsame Rentner und andere sich treffen können.

Von Bernd Geske

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