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Havelland Alte Brennerei zerfällt
Lokales Havelland Alte Brennerei zerfällt
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18:44 05.08.2016
Die alte Brennerei in Falkenrehde. Quelle: Foto: Jens Wegener
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Falkenrehde

Der Schornstein bröckelt, Steine sind bereits runtergefallen, ein Teil des Daches ist eingefallen, hinter dem Gebäude im Hof wächst das Unkraut meterhoch, alte Autos stehen rum – kurz um, die alte Brennerei direkt an der Landesstraße 204 in Falkenrehde ist ein Schandfleck im Dorf.

Nicht nur Ortsvorsteherin Gisela Drehmel ärgert sich seit Jahren über den Zustand des Areals, auch Olaf Küssner, Betreiber des benachbarten Imbisses „Nandu“, stört das Erscheinungsbild: „Gäste, die bei uns draußen sitzen, sehen unweigerlich den Müll und Dreck, das Unkraut und diese Ruine. Vom Anblick des Hofes ganz zu schweigen.“ Küssner hat geplant, neben seinem Imbiss ein kleines Gehege mit Nandus einzurichten. „Aber das funktioniert nur, wenn der Eigentümer nebenan aufräumt.“ Das Ketziner Ordnungsamt ist schon mehrfach vor Ort gewesen, aber: „Wir können nur eingreifen, wenn von dem Grundstück Gefahren ausgehen. Zum Beispiel, wenn es keine Absperrungen gibt und Kinder dort spielen“, sagt Mitarbeiter Andreas Kinzel. Das hauptsächliche Problem ist der schlechte bauliche Zustand der alten, denkmalgeschützten Brennerei. Darum muss sich das Bauordnungsamt des Landkreises Havelland kümmern. Der Fall ist dort bekannt, nur gibt es offenbar Schwierigkeiten, den größtenteils in der Schweiz lebenden ukrainischen Eigentümer der Brennerei zu erreichen.

Nach der Wende hatte der Ukrainer das Areal, das zuvor der LPG in Falkenrehde gehörte, erworben. Sein Plan war es, aus dem Gebäude ein Kunstobjekt zu machen. Nach dem Vorbild des Kremmener Scheunenviertels oder Krongut Bornstedt, hatte er noch 2004 öffentlich erklärt.

Doch aus den Ideen des Eigentümers und Malers, der in Falkenrehde auch Edeltrödel, Wildschweinwurst anbieten sowie Lesungen und Konzerte veranstalten wollte, ist bisher nichts geworden. Nach anfänglichen Aufräumaktionen und kleineren Investitionen am Gebäude war Schluss. Für die MAZ war der Eigentümer nicht zu erreichen.

Von Jens Wegener

05.08.2016
05.08.2016
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