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Havelland Alte Lager raus, neue Lager rein
Lokales Havelland Alte Lager raus, neue Lager rein
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16:30 03.05.2013
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RATHENOW

Die Lager der vollautomatisch gesteuerten Wehrklappen funktionierten nicht.

Die Suche nach dem Schuldigen ist bis heute nicht abgeschlossen. Immer noch streiten sich der Auftraggeber, die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, und die Strabag AG, die das Wehr baute, vor Gericht darüber, wer verantwortlich ist für das Debakel und für die Kosten aufkommen muss.

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Obwohl der juristische Streit noch nicht beigelegt ist, hat sich das Wasser- und Schifffahrtsamt entschlossen, das defekte Wehr zu reparieren. „Wir werden in Vorleistung gehen“, sagt Jens Knuth, Sachbereichsleiter Bau bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung mit Dienstsitz in Brandenburg. „Wir wollen, dass das Wehr endlich funktioniert“, so Knuth.

Die Reparatur ist kein einfaches Unterfangen. Um an die Lager heranzukommen, muss die Anlage trockengelegt werden – und zwar von beiden Seiten. Zu diesem Zweck wird eine Ständerkonstruktion ins Wasser gesetzt mit Dammtafeln. Trockengelegt wird dabei nicht das gesamte Wehr, sondern zuerst das eine der beiden 22 Meter breiten Wehrfelder. Sind dort die Lager ausgetauscht, kommt das zweite Wehrfeld an die Reihe.

Um an die Lager heranzukommen, müssen die Wehrklappen demontiert werden. Diese bringt man an Land, reinigt sie dort und versieht sie mit einem Korrosionsschutz. Währenddessen bauen Spezialisten die unzuverlässigen Gleitsegmentlager aus und ersetzen diese durch Bolzenlager.

Die Arbeiten finden wegen des niedrigeren Wasserstandes der Havel im Sommerhalbjahr statt. Der Zeitplan bis Oktober ist eng gestrickt, aber Knuth ist zuversichtlich, dass er eingehalten werden kann. „Am 25. Oktober werden wir ein voll funktionsfähiges Wehr in Betrieb nehmen“, sagt er.

Zu den zu erwartenden Reparaturkosten will Knuth sich indes nicht äußern. So lange das Gerichtsverfahren laufe, gebe er dazu keine Auskunft, so Knuth.

Mit der Reparatur des Mühlenwehrs wird der Weg frei für das nächste große Bauvorhaben an der Rathenower Staustufe, das seit Jahren auf Eis liegt: den Neubau eines Wehres an den Hinterarchen. Denn erst wenn das Mühlenwehr funktioniert, kann die Großbaustelle an den Hinterarchen eröffnet werden.

„Im kommenden Jahr soll der Abriss der alten Anlage beginnen“, so Knuth. Der Neubau des Wehres, das fast identisch ist mit dem Mühlenwehr, schließt sich dann nahtlos an.

Weil die Staustufe Rathenow nach Inbetriebnahme des Hinterarchenwehrs über zwei hochmoderne, leistungsfähige Wehranlagen verfügt, wird das Vorderarchenwehr nicht mehr zur Stauregulierung benötigt. Es soll abgerissen und durch einen Damm ersetzt werden. (Von Markus Kniebeler)

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