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Havelland Vom FBI überführt: Oberkrämer Dealer auf der Anklagebank
Lokales Havelland Vom FBI überführt: Oberkrämer Dealer auf der Anklagebank
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16:28 14.08.2019
Derzeit steht ein 40-Jähriger aus Oberkrämer Wegen Drogenhandels vor dem Landgericht Neuruppin. Quelle: Helge Treichel
Neuruppin

Ecstasy, Amphetamine, LSD-Trips, Kokain, halluzinogene Pilze, Ketamin: Es war ein reichhaltiges Sortiment an Drogen, das die Polizei bei einer Durchsuchung eines Hauses in Oberkrämer im März 2017 fand.

Wegen Drogenhandels und Führens einer Schusswaffe muss sich nun der 40-jährige Hausbesitzer vor der ersten Großen Strafkammer des Landgerichts Neuruppin verantworten.

Ja, er habe sich Drogen besorgt, gab der gebürtige Berliner zu. Seit seinem 16. Lebensjahr konsumiere er Rauschmittel. Er besuche regelmäßig Festivals, etwa fünf Mal im Jahr mit Freunden.

Spaß mit Drogen

„Da haben wir ein Wochenende Spaß“, sagte er. Dazu gehören die Drogen. Die habe er anfänglich auf den jeweiligen Festivals gekauft, später sie sich über das so genannte Darknet besorgt. Gedealt habe er nicht. Das bestritt er vehement.

Er sieht sich selbst als Drogenabhängig, eine Einschätzung, die Staatsanwalt Torsten Sauermann nicht teilte. „Sie haben Ihr Leben voll im Griff. Ich tue mich schwer, da eine Abhängigkeit zu sehen.“ Der Angeklagte hat eine abgeschlossene Berufsausbildung und arbeitet seit elf Jahren in derselben Firma.

Auch für die bei ihm aufgefundene Schreckschusspistole hatte er eine Erklärung. Die benutze er nur zu Silvester und dann nur mit Knallkartuschen. Normalerweise lagere er die Waffe unzugänglich für andere. Da er sie noch habe reinigen wollen, habe sie offen da gelegen.

FBI kam Angeklagtem auf die Spur

So, dass sie den Polizeibeamten bei der Durchsuchung sofort ins Auge fiel, wie ein Ermittlungsbeamter vor Gericht sagte. Auf die Spur des Angeklagten waren die Behörden durch eine große Aktion von Europol und FBI gekommen.

Die Polizeibehörden hatten einen Internetmarktplatz aufgelöst und die dort enthaltenen Namen an die jeweiligen Bundesländer weiter geleitet. Darunter befand sich auch der Angeklagte.

An einem Montag im März 2017 standen zwei Polizisten gemeinsam mit Mitarbeitern des Ordnungsamtes vor seiner Haustür. Als niemand öffnete, beauftragten sie einen Schlüsseldienst und verschafften sich so Zugang.

Im Anbau auf einem Kickertisch lag eine ungeladene Waffe, überall versteckt fanden sie Drogen aller Art. Da sie von einer größeren Menge ausgingen, forderten sie Verstärkung an.

Jede Menge Drogen verschiedener Art

„Es war schwer, eine Schublade ohne Drogen zu finden“, sagte der Beamte. Daneben entdeckte die Polizei Utensilien wie Portionierungsbesteck, Feinwaagen, Criptüten und anderes, außerdem Anleitungen wie man Drogen waschen kann.

Desweiteren Kanister mit Chemikalien, die zur Herstellung oder Streckung von Betäubungsmitteln genutzt werden können. Damit könne man, sich in der eigenen Küche chemische Drogen zusammenrühren, so der Beamte.

Die Beamten stellten zwei Notebooks und eine Festplatte sicher. Bei der Auswertung stießen sie auf eine virtuelle Geldbörse. Sie konnten in den Jahren von 2013 bis 2017 Transaktionen von über 5000 Euro nach verfolgen. „Das kann aber möglicherweise nur ein Ausschnitt sein“, meinte der Beamte.

Mittags gegen 13 Uhr war die Durchsuchung beendet. Neue Schlösser wurden eingebaut, der Schlüssel bei der Polizeiwache in Oranienburg hinterlegt.

Nach der Aussage des Beamten fragte der Vorsitzende Richter Udo Lechtermann, ob jemand nach dieser Zeugenaussage Erklärungen abgeben wolle. Das wollten weder Staatsanwalt noch Verteidigung.

Am 22. August wird weiter verhandelt.

Von Dagmar Simons

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