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Havelland Anwohner klagen über Gestank von Hähnchenmast
Lokales Havelland Anwohner klagen über Gestank von Hähnchenmast
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00:20 04.08.2017
42 Tage werden die Hähnchen gemästet. Maximal dürfen 29 000 Tiere in der Anlage gehalten werden. Quelle: DPA
Buschow

Landwirtschaft gehört zum dörflichen Leben. „So ist es und dagegen ist nichts einzuwenden“, sagt Sigmund Schulz aus dem Wohngebiet Kolonie in Buschow. Unerträglich sei aber ein übler Geruch, der sich über die Kolonie ausbreite und Anwohnern das Leben erschwere. Sigmund Schulz wohnt in der Kolonie. Er sei damit selbst betroffen vom Geruch, den er als „süßlich-bestialischen Gestank“ beschreibt.

Es würde nicht immer schlecht riechen, aber besonders an Tagen vor der Ausstallung einer Hähnchenmastanlage, erklärten Schulz und weitere Anwohner den Abgeordneten von Märkisch Luch. Vorgetragen haben sie ihre Sorgen der Gemeindevertretung nicht das erste Mal. Die Kolonie liegt in westlicher Hauptwindrichtung zur Hähnchenmastanlage.

Betreiber der Anlage ist Michael Sadelfeld. Im April 2016 hat er vom Landkreis die Baugenehmigung erhalten. Die Abgeordneten von Märkisch Luch hatten zuvor das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz war nicht erforderlich. Der Landkreis bat jedoch das Landsamt für Umwelt um eine Stellungnahme. Es äußerte keine Bedenken.

Amtsdirektorin Ilka Lenke (rechts) und Bauamtsleiterin Antje Richter bei einer Geruchskontrolle an der Hähnchenmastanlage in Buschow. Quelle: Norbert Stein

Im Herbst letzten Jahres ist die Anlage in Betrieb gegangen. Gemästet werden in Buschow maximal 29 000 Hähnchen in 42 Tagen. Vorgesehen sind acht Durchgänge im Jahr. Seit Dezember gebe es insbesondere von Anwohnern aus der Kolonie Beschwerden und eine Unterschriftensammlung zur Geruchsbelästigung, erklärt die Nennhausener Amtsdirektorin Ilka Lenke. Sie selbst sei viermal in Buschow zu Kontrollen gewesen und habe dabei in der Kolonie keine Gerüche wahrnehmen können, wie sie geschildert worden seien.

Das Landesamt für Umwelt und der Landkreis haben bei Kontrollen während der letzten 14 Tage vor Ausstallung der Tiere außerhalb der Anlage keine permanenten Geruchsbelästigungen festgestellt. Die Kontrollprotokolle liegen dem Amt Nennhausen vor. Der Landreis habe ein Verfahren wegen Geruchsbelästigung durch den Masthähnchenbetrieb in Buschow eingestellt, so Ilka Lenke.

Die Amtsdirektorin sagt: Die Keime aus dem Stall werden dem Landesamt für Umwelt zufolge in der Außenluft sofort erheblich verdünnt, so dass außerhalb der hier eingehaltenen Mindestabstände nicht mit einer über der grundsätzlich vorhandenen Hintergrundbelastung zu rechnen ist. Zudem sei die Überlebensdauer der meisten auftretenden Mikroorganismen in der Luft begrenzt.

29 000 Hähnchen werden 42 Tage gemästet

Bis zu 29 000 Hähnchen werden in der Mastanlage zusammen gehalten.

Gemästet werden sie 42 Tage lang.

Geplant sind acht Durchgänge in einem Jahr.

Die Baugenehmigung hat der Landkreis im April 2016 erteilt.

Eine Stellungnahme des Landesumweltamtes, die sich der Landkreis erbeten hatte, ergab keine Bedenken.

Der Geruchsimmissionsrichtlinie zufolge sind im Jahr 876 Geruchsstunden – zehn Prozent der Jahresstunden – zumutbar. Den Anwohnern der Kolonie sind das zu viele Stunden, sie würden sich die Gerüche nicht einbilden. Sie würden immer wieder auftreten. Das Amt und die Gemeinde wollen nun die Anwohner und den Betreiber der Anlage an einem Tisch holen und im gemeinsamen Gespräch die Situation in der Kolonie erörtern.

Er sei zu einem solchen Gespräch bereit, erklärt Michael Sadelfeld auf Anfrage. Er sagt, er werde auch in weitere die Umwelt schonende Technik investieren und eine Umstellung auf den Geruch minderndes Futter prüfen. Dazu verpflichtet sei er nicht.

Von Nobert Stein

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