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Havelland Arte-Team filmt den Werdegang einer Brille
Lokales Havelland Arte-Team filmt den Werdegang einer Brille
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19:21 25.01.2017
Ophthalmica-Chef Stefan Lippold zwischen den Moderatoren Emilie Langlade und Adrian Pflug.
Ophthalmica-Chef Stefan Lippold zwischen den Moderatoren Emilie Langlade und Adrian Pflug. Quelle: Bernd Geske
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Rathenow

„Ruhe bitte!“ Dieser freundlich, aber bestimmt vorgetragene Wunsch ist am Mittwoch immer wieder mal durch Räume des Rathenower Unternehmens Ophthalmica Brillengläser GmbH im Gewerbegebiet Grünauer Fenn gerufen worden. Im Auftrag des Fernsehsenders Arte hat ein Team dort gefilmt, wie Brillengläser auf Rezept hergestellt werden. Die Fernsehleute waren auch beim Optikservice in der Jahnstraße, um aufzunehmen, wie Brillengläser in Fassungen eingepasst werden, und im Optik-Industrie-Museum, um etwas zur Geschichte beizusteuern.

Ist der Film fertig, wird er in Straßburg französisch synchronisiert

Der Beitrag ist für das Arte-Wissensmagazin Xenius. Fast jeden Tag gibt es eine halbstündige Folge, die auf populärwissenschaftliche Weise einem Thema gewidmet ist. Demnächst geht es um Elektroschrott, Energiewende, Erdbeben und Gentechnik. Bald wird es dann auch mal um die Brille gehen. Xenius-Redakteur Swen Gummich von der Firma AVE aus Mainz gab gerne zu, dass das ganze Team sich gewundert hat, ausgerechnet in der „unbekannten“ Stadt Rathenow alles über die Brille recherchieren und auch filmen zu können. Wann der Beitrag gesendet wird, steht noch nicht fest, teilte er mit. Sei der Film fertig, gehe er zunächst nach Straßburg und werde dort französisch synchronisiert. Arte sendet bekanntlich ein und denselben Beitrag auf Deutsch und Französisch – in Deutschland und in Frankreich.

Im Optik-Industrie-Museum hat das Team in erster Linie Dinge für den „Vorspann“ des Berichtes aufgenommen, teilt die Kulturzentrumsleiterin Bettina Götze mit. Man habe den Fernsehleuten am Modell eines Auges gezeigt, was ein Brillenglas überhaupt macht. Die Begriffe „konvex“ und „konkav“ seien ihnen erklärt worden. Gefilmt worden sei dort auch ein Stück Beryll, das Mineral, nach dem die Brille einst ihren Namen bekam. Selbstverständlich, so Bettina Götze, sei über Johann Heinrich August Duncker gesprochen worden, den Begründer der optischen Industrie in Deutschland.

Filmteam war beeindruckt, wie umfangreich die Glasherstellung ist

Wie Stefan Lippold, Geschäftsführer von Ophthalmica, sagt, konnten die Fernsehleute in seiner Firma den gesamten Prozess der Glasherstellung aufnehmen. Am Beginn habe die Freiformanlage gestanden, auf der die Gläser individuell für jeden Nutzer hergestellt werden. Dann sei es weiter gegangen mit der Ultraschallwäsche der Gläser, dem Färben, Härten und dem Entspiegeln. Das Filmteam sei beeindruckt gewesen, wie umfangreich und intensiv die Brillenglasherstellung ist. Es sei eine schöne Sache, stellte Stefan Lippold fest, wenn Rathenow durch den Arte-Beitrag nun bald etwas bekannter werde.

Den Abschluss der Brillenfertigung nahm das Arte-Team beim Optikservice auf. Wie Geschäftsführer André Schwolow berichtete, haben die Moderatoren Emilie Langlade und Adrian Pflug die vier Mustergläser, die sie von Ophthalmica mitgebracht hatten, mit wenig Hilfe selbst passend gemacht und eingesetzt. Die Fassungen, die sich die beiden aussuchten, hätten ihnen so gut gefallen, dass sie diese für eigene Zwecke gleich kauften. Emilie lasse sich damit eine Brille für die PC-Arbeit machen und Adrian wünsche eine Sonnenbrille.

Von Bernd Geske