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Havelland Asylheim-Gegner machen in Nauen Krawall
Lokales Havelland Asylheim-Gegner machen in Nauen Krawall
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00:32 15.02.2015
Vor der Sitzung war es noch friedlich. Später musste der Saal geräumt werden, weil Asylheimgegner lautstark protestierten. Quelle: Tanja Marotzke
Nauen

Was Donnerstagabend ganz friedlich begann, endete um 19.15 Uhr mit einem Eklat. Der Nauener Stadtverordnetenvorsteher Hartmut Siegelberg (SPD) ließ den Saal am Tagungsort der öffentlichen Stadtverordnetenversammlung im Evangelischen Gemeindezentrum Nauen räumen.

Danach berieten die Stadtverordnenten weiter über den Verkauf des Geländes im Waldemardamm an den Landkreis Havelland, der dort ein Asylbewerberheim bauen will. Die Entscheidung fiel am späten Abend unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Die Stadtverordneten stimmten mehrheitlich für den Verkauf des Geländes. Es gab 13 Ja-Stimmen, 10 Enthaltungen und eine Nein-Stimme.

Asylheim-Gegner drinnen und draußen stören die Sitzung

Zuvor hatten immer wieder Gegner eines Asylbewerberheimes in Nauen lautstark den Ablauf der Sitzung gestört. Außerdem machten Mitglieder der Bürgerinitiativen „Zukunft Nauen“ und „Nein zum Heim“, die im Saal keinen Platz gefunden hatten, draußen ihrem Ärger Luft mit Sprüchen wie „Wir wollen keine Asylantenheime“. Die Polizei musste einschreiten, weil die Protestler gegen die Glasscheiben des Hauses schlugen.

Gegen 19.30 Uhr war der Saal leer, so dass die Stadtverordneten die Sitzung fortsetzen konnten. Sie hatten über den Verkauf eines Grundstückes an den Landkreis Havelland für den Bau einer Unterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber in Nauen zu entscheiden. Favorisierter Standort ist ein mehr als 5000 Quadratmeter großes Areal im Waldemardamm. Um 20.30 Uhr war die Entscheidung noch nicht gefallen.

Rund 220 Menschen vor dem Gemeindezentrum

Im und vor dem Gebäude hatten sich insgesamt rund 220 Menschen eingefunden: Gegner und Befürworter eines Asylbewerberheimes. Den meisten Mitgliedern der neuen Protest-Bürgerinitiativen war es völlig egal, welcher der 16 untersuchten Standorte für ein Asylbewerberheim aufgerufen und diskutiert wurde, „wir sind generell gegen noch mehr Asylbewerber in Deutschland und in Nauen“, sagte Jörg Ganzer von der BI „Zukunft Nauen“. Ein Anwohner der Kreuztaler Straße brachte vor Beginn der Sitzung seine Bedenken zum Ausdruck: „Wir sind in den beiden Wohnblöcken dort 200 Bürger. Wenn jetzt nebenan 250 Flüchtlinge hinkommen, dann stimmt das Verhältnis nicht mehr“, so der 71-jährige Hans-Jürgen Gradow.

Asylheim-Gegner sammelten vor dem Gemeindezentrum Unterschriften. Quelle: Tanja Marotzke

Initiative "Nauen für Menschlichkeit"

Auch die Befürworter von Asylbewerbern in Nauen hatten sich Donnerstagabend  erstmals öffentlich gezeigt. „Wir haben vor wenigen Tagen spontan eine Initiative 'Nauen für Menschlichkeit' gegründet, weil wir den Menschen aus Kriegsgebieten helfen wollen und sie hier willkommenen heißen wollen“, meinte der Nauener Nico Schlott. Im Saal kamen die Unterstützer nicht mehr zu Wort, weil die Fragestunde nach 20 Minuten abgebrochen werden musste.

Von Jens Wegener

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