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Auf ein Wort Kleine Grobheiten
Lokales Havelland Auf ein Wort Kleine Grobheiten
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13:30 28.01.2015
Quelle: Arne Dedert
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Aua, das hat weh getan, hätte ich am Montagabend am liebsten laut gerufen. Ich tat es nicht, dabei hätte ich allen Grund gehabt. Der Zug näherte sich einer Station. Hinter mir stand eine Frau auf und warf sich mit Schwung ihren Mantel über. Der Jackenreißverschluss traf mich am Kopf. Auch der Frau muss das aufgefallen sein. Entschuldigt hat sie sich nicht für diese grobe Kleinigkeit. Selten hört man hierzulande Worte des Bedauerns, wenn jemand rempelt oder stößt, selbst wenn es aus Versehen geschieht. Dabei würde ein Pardon, eine kleine Entschuldigung den Ärger leicht aus der Welt schaffen. Gern denke ich da an Nordamerika zurück, wo ich mal einige Zeit verbrachte. Ein Rempler in der U-Bahn, jemand drängelt: Das Sorry folgt immer. Manchem mag das hingehauchte Wort oberflächlich erscheinen, es macht den Alltag aber sehr viel leichter. Das spürte ich damals gleich nach der Rückkehr. Als mir ein junger Mann im vollen Bus seinen Rucksack unsanft gegen die Schulter stieß und sich dann wortlos wegdrehte, wusste ich: Ich bin wieder zu Hause.

Von Anke Fiebranz

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Anke.Fiebranz@MAZ-online.de

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