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Havelland Aufräumen im Rathenower Stadtwald
Lokales Havelland Aufräumen im Rathenower Stadtwald
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17:07 09.01.2018
Seit dem 5. Oktober sind die Mitarbeiter der Rathenower Stadtförsterei mit der Beseitigung von Sturmschäden beschäftigt.
Seit dem 5. Oktober sind die Mitarbeiter der Rathenower Stadtförsterei mit der Beseitigung von Sturmschäden beschäftigt. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Gut drei Monate ist es her, dass der Sturm Xavier im Westhavelland wütete. Seit jenem 5. Oktober sind die Forstarbeiter im Rathenower Stadtwald mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Ging es in den ersten Wochen nach dem Sturm vor allem darum, die Hauptwege im Wald von umgestürzten Bäumen und abgebrochenen Ästen zu befreien, wird jetzt das Sturmholz aus dem Wald geholt.

Die Aufräumarbeiten im Rathenower Stadtwald nach dem Sturm Xavier werden die Forstmitarbeiter bis ins Frühjahr hinein beschäftigen. Von fast 3000 Festmetern Sturmholz wurden rund 1200 bereits aus dem Wald herausgeholt – vor allem Kiefern. Aber die Bergung der mächtigen Eichen, die besonders aufwändig ist, steht noch an.

Das hört sich leichter an, als es getan ist. Weil Xavier kaum eine Ecke des 1900 Hektar großen Waldes verschont hat, ist die Beseitigung der Schäden ein aufwändiges Unterfangen. Immer wieder müssen die Männer mit schwerer Technik ins Innere des Waldes vordringen, um fünf, sechs umgestürzte Bäume herauszuholen. Dann geht es zum nächsten Einsatzort.

Nach Auskunft von Stadtförster Thomas Querfurth ist man bei den Kiefern gut vorangekommen. 1700 Festmeter seien umgeweht worden, davon habe man rund 1200 Festmeter bereits aus dem Wald geholt. Der Rest werde in den kommenden Tagen erledigt. Rund 1000 Festmeter Laubholz, vornehmlich Eichen, liegen allerdings noch unbearbeitet im Wald herum. Und zwar kreuz und quer. Wenn einer der zum Teil über 100 Jahre alten Bäume entwurzelt worden sei, habe der oftmals benachbarte Bäume mit umgerissen. Sich durch diesen Wirrwarr hindurchzuschneiden sei anstrengend und nicht ganz ungefährlich, so der Stadtförster. Denn die Bäume stünden zum Teil unter enormer Spannung. Bei der Arbeit mit der Kettensäge gelte es, besonders um- und vorsichtig zu agieren.

„Wenn wir mit den Kiefern durch sind, wenden wir uns den Eichen zu“, sagt Querfurth. Bis zum Frühjahr wolle man das Gröbste geschafft haben. Mit den Nadelbäumen haben die Rathenower Forstleute übrigens begonnen, um zu verhindern, dass diese auf dem feuchten Boden anfangen zu schimmeln und zu faulen – und dadurch an Wert verlieren. Bei robusten Laubbäumen muss man diese Befürchtung nicht haben.

Derzeit werden umgeworfene Kiefern aus dem Stadtwald geholt. Danach geht es an die Bergung der Eichen. Quelle: Markus Kniebeler

Die von Thomas Querfurth präsentierte Sturmbilanz ist übrigens noch nicht ganz abgeschlossen. Immer wieder stoße man im Wald auf Bäume, die am 5. Oktober zwar nicht gefallen seien, aber so einen Knacks erlitten hätten, dass sie nun bei viel geringeren Windstärken den Halt verlören.

Was den Verkauf des Holzes angeht, ist der Stadtförster noch ganz guter Dinge. Die Vermutung, dass der Markt mit Sturmholz geflutet wird und es in der Folge wegen des Überangebots zu einem Verfall der Preise kommen könnte, ist bislang unbegründet. Das Kieferholz jedenfalls ist bereits verkauft – und das nicht zu Ramschpreisen.

Allerdings hat Xavier nicht nur im Baumbestand gewütet, sondern auch Schäden am „Mobiliar“ des Waldes angerichtet. Viele Wildschutzzäune wurden durch umfallende Bäume zum Teil erheblich beschädigt und müssen nun repariert werden. Außerdem hat Xavier etliche Jagdeinrichtungen – Hochsitze, Ansitzböcke und Ähnliches – zerstört. Auch diese werden, wenn die Zeit es erlaubt, repariert oder ersetzt.

Die Beseitigung der Sturmschäden hat den Arbeitsalltag der Rathenower Forstleute bestimmt. Trotzdem haben sie es geschafft, ein vor dem Sturm begonnenes Projekt zu Ende zu führen. Auf einer 3,5 Hektar großen Fläche wurden 17000 Buchensetzlinge in den Boden gebracht – eine Ausgleichmaßnahme für die Umwandlung des Weinbergs vom Wald in einen Park. In rund 100 Jahren könnten die ersten dieser Bäume geerntet werden. Wenn nicht vorher ein Sturm den Bäumen den Garaus macht.

Von Markus Kniebeler