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Havelland Auftakt zur Seniorenwoche im Havelland in der Immanuel Diakonie
Lokales Havelland Auftakt zur Seniorenwoche im Havelland in der Immanuel Diakonie
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16:48 19.06.2019
ErgotherapeutinLisa Kratzke (r.) und einige Pflegerinnen des Immanuel Seniorenzentrums Elstal haben es sich im Schatten mit den ersten Bewohnerinnen des neuen Pflegezentrums gemütlich gemacht. Quelle: Tanja M. Marotzke
Elstal

 Einen passenderen Ort für die Eröffnung der Brandenburgische Seniorenwoche im Landkreis Havelland hätte der Wustermarker Seniorenbeirat, angeführt von Andreas Wilczek, nicht aussuchen können. Sind doch am Montag die ersten Bewohnerinnen in das neue Pflegezentrum der Immanuel Diakonie in Elstal eingezogen.

Eröffnungsveranstaltung in der Mensa der Diakonie. Quelle: Foto: © Tanja M. Marotzke

In der benachbarten Mensa der Diakonie fanden sich Mittwochvormittag Vertreter der Seniorenbeiräte aus dem Havelland, Landrat Roger Lewandowski, mehrere Bürgermeister und weitere Gäste ein, um sich über die Sorgen und Wünsche der älteren Menschen im Landkreis heute in Zukunft auszutauschen.

Bevölkerung wird immer älter

Welch immer wichtigere Rolle die ältere Generation im Havelland spielt, machen zwei Zahlen deutlich: Von den 162 000 Einwohnern im Landkreis sind derzeit 22 Prozent älter als 65 Jahre. Im Jahr 2030 sind es bereits 31 Prozent. Bei den über 80-Jährigen steigt die Zahl von sechs auf acht Prozent. Halten sich diese älteren Menschen an das Motto der diesjährigen Brandenburgischen Seniorenwoche: „Für ein lebenswertes Brandenburg – solidarisch, aktiv, mitbestimmend“, stehen gravierende Entscheidungen an. Zum Beispiel in der ärztlichen Betreuung, in der Pflege aber auch bei den Angeboten zur Tagesgestaltung.

Ersthelfernetzwerk sollen entstehen

So informierte der Geschäftsführer der Havelland-Kliniken Unternehmensgruppe Jörg Grigoleit über laufende und geplante Veränderungen im Sinne älterer Menschen in den Krankenhäusern in Nauen und Rathenow (Einrichtung einer Geriatrie), über den Bau neuer Pflegezentren wie im nächsten Jahr in Wustermark, über den Aufbau eines Ersthelfernetzwerkes im ländlichen Raum mit Friesack, Nennhausen und Rhinow. „Diese Ersthelfer sollen dafür sorgen, dass bei Herzinfarkten die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte genutzt wird, um Leben zu erhalten.“

Neue Ausbildungsstätte für Altenpfleger

Einen wichtigen Schritt, um künftig ausreichend Fachpersonal zur Betreuung älterer Menschen zu bekommen, hatte die Havelland-Kliniken Unternehmensgruppe die Altenpflegerschule in Selbelang übernommen und aufgewertet, so dass die Teilnehmer nach einer dreieinhalbjährigen Ausbildung Alten- und Krankenpfleger sind.

Einige Veranstaltungen in der Seniorenwoche

In Falkensee gibt es am Donnerstag um 16 Uhr im Kulturhaus einen literarischen Nachmittag „1-2-3- im Sauseschritt“. Bernd Fredrich liest aus Texten von Wilhelm Busch.

Bereits um 10 Uhr spricht Bürgermeister mit Senioren im Rathaus Falkensee.

In Nauen beginnt am Freitag um 14 Uhr im Stadtbad die Veranstaltung „Die Liederkarawane“.

In Schönwalde-Glien wird es am Donnerstag ab 14.30 in der Gaststätte „Schwanenkrug“ bei einem gemütlichen Nachmittag um die Gewinnung neuer ehrenamtlicher Helfer sowie neue Angebote zur Daseinsvorsorge gehen.

Die neue Ausbildungsstätte für diese Berufsgruppe in Nauen werde im November eröffnet, so Grigoleit.

Einige sind sich die Experten auch in dem Punkt, dass das Pflegepersonal ordentlich vergütet werden muss. Noch gibt es bei den Trägern unterschiedliche Verdienste. So zahlt beispielsweise die Immanuel Diakonie, wie der Geschäftsführer des Elstaler Seniorenpflegezentrums Herbert Blum sagte, einer Pflegefachkraft nach zweijähriger Berufserfahrung ohne Zuschläge, knapp 3000 Euro brutto, bei der Gemeinschaftswerks Wohnen und Pflege GmbH sind es laut Geschäftsführer Werner Futterlieb schon 3100 Euro, wobei noch Tarifanpassungen in diesen Jahr folgen würden.

Pflege wird immer teurer

Den Vorwurf aus dem Publikum, dass die Pflege immer teurer werde und die Angehörigen am Ende das mitfinanziern müssen, konnte und wollte keiner der Experten wegdiskutieren. „Ziel muss sein, dass die Pflegeversicherung die kompletten Pflegekosten trägt.“ Daran würde die Bundesregierung derzeit arbeiten, so Futterlieb.

Besonders stolz zeigte sich Werner Futterlieb, weil es dem Gemeinschaftswerk gelungen sei, auf die steigenden Wünsche nach Tagespflege vor Ort in kleinen Dörfern zu reagieren. „Wir haben es beispielsweise geschafft, in Paulinenaue mehrere Leute aus dem Dorf im Dorf tagsüber zu betreuen. Sie brauchen nicht von Angehörigen irgendwo hingefahren und wieder abgeholt werden. Sie bleiben in gewohnter Umgebung und schlafen abends wieder in ihrem Bett.“

Ehrenamtskarte für verdiente Senioren gefordert

Einen Wunsch an die Politik richtete der Vorsitzende des Kreisseniorenrates Ulf Hoffmeyer-Zlotnik: „Wir würden sehr darüber freuen, wenn die ehrenamtlich tätigen Senioren eine Berlin-Brandenburger Ehrenamtskarte bekommen würden. Dabei geht es nicht nur darum, Geld beim Museumsbesuch oder im Bus zu sparen. Es geht um die Anerkennung ihrer Arbeit.“

Von Jens Wegener

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