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Havelland Ausstellung zum 20-jährigen Bestehen der DFG
Lokales Havelland Ausstellung zum 20-jährigen Bestehen der DFG
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12:42 02.03.2018
Wolfgang Hundt (Ehrenpräsident der DFG, Mitte) mit Gästen beim Rundgang durch die Fotoausstellung. Quelle: Bernd Geske
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Premnitz

Voll ist es immer, wenn im Premnitzer Rathaus eine Ausstellung eröffnet wird. Als aber nun die Deutsch-Französische Gesellschaft (DFG) Premnitz am Donnerstagabend eine Fotoausstellung zum 20-jährigen Bestehen ihrer Vereinsgründung präsentierte, mussten fünf Spätgekommene sich sogar mit Stehplätzen begnügen. Das empfand aber niemand als Mangel, der große Andrang verstärkte die gute Stimmung eher noch.

Wolfgang Hundt, Ehrenpräsident der DFG, sprach sogar von einem „Festakt“. Mit der Fotoausstellung beginne eine Serie von Veranstaltungen, erklärte er, mit denen der Verein sein Jubiläum im Laufe dieses Jahres feiern werde. Die Gründungsveranstaltung war am 23. August 1997, erzählte er. Zehn Leute aus dem Havelland hätten sich damals zusammengefunden. An der Erfolgsgeschichte des Vereins hätten aber viel mehr Menschen mitgewirkt. Er nannte besonders den Verein Ton-Art, der einmal zu einer Aufführung von Musical-Melodien in einem Bus mit 40 Personen in die Partnerregion gefahren war. Als Höhepunkte beschrieb er die Ausstellungen der französischen Maler Claude Sellincourt und Jacques Le Squeren in Premnitz und Rathenow.

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Kontakte nach Frankreich hat Premnitz bereits seit 1967

Zur Eröffnung eingeladen hatte der Verein auch in Premnitz wohnende Flüchtlinge aus Afghanistan und Kamerun. Die musikalische Umrahmung hatte wie immer der Verein Ton-Art. Es spielten Matthias Staiger (Klavier) sowie Hanna Kibbert, Matilda Wiener, Daniel Winterfeldt und Gabriele Knobloch (alle Violine). Wolfgang Hundt schickte vorweg, dass die gezeigten 50 Bilder künstlerischen Ansprüchen wohl vermutlich weniger genügen. Es handele sich eher um „Erlebnisfotografie“ von wichtigen Momenten.

Wichtig zu wissen ist, dass die Premnitzer schon viel länger freundschaftliche Kontakte nach Frankreich pflegen. Bereits 1967, also vor 50 Jahren, war ein Freundschaftsvertrag mit der Stadt Petit-Quevilly unterzeichnet worden. Der Grund: Frankreich war das erste Land der westlichen Welt, dass die DDR diplomatisch anerkannt hatte. Immer wieder mal kamen von dort Gruppen nach Premnitz. Weil es in jenen frühen Jahren bekanntlich die Mauer noch gab, beschränkten sich die Gegenbesuche damals auf Reisen des Bürgermeisters.

Partnerregion ist das Seine-Tal, das Caux Vallée de Seine

Mittlerweile haben sich die Kontakte der Premnitzer auf die ganze Region erweitert. Dies ist das Seine-Tal, auf Französisch Caux Vallée de Seine. Besonders enge Beziehungen gibt es dort zu den Städten Bolbec und Lillebonne. Als eine der jüngeren Erweiterungen der Freundschaftsbeziehungen entstand eine Partnerschaft der Premnitzer Feuerwehr mit ihren Kameraden in Lillebonne und ein Austausch mit Künstlern des „Offenen Ateliers“ in Rathenow. Erste Vereinsvorsitzende der DFG war Iris Bernstein. Ihr folgte Birgit Wienert, später Wolfgang Hundt. 2016 wurde Franziska Deike-Leyrer zur Vorsitzenden gewählt. Der Verein hat derzeit 40 Mitglieder.

Bürgermeister Ralf Tebling (SPD) betonte, der Zeitpunkt der Ausstellung sei bestens gewählt. Angesichts von Tendenzen wie „Amerika zuerst“, die immer stärker würden, sei es gut zu zeigen, welche tiefe Zuneigung seit vielen Jahren zwischen Premnitzern und der französischen Partnerregion gepflegt werde.

Von Bernd Geske