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Havelland BMX-Fahrer feiern ihre Anlage
Lokales Havelland BMX-Fahrer feiern ihre Anlage
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17:08 23.07.2017
Auch ohne Sonne gut: Mutige Sprünge in großer Höhe. Knochenbrüche und Prellungen kommen da durchaus schon einmal vor.
Auch ohne Sonne gut: Mutige Sprünge in großer Höhe. Knochenbrüche und Prellungen kommen da durchaus schon einmal vor. Quelle: Carsten Scheibe
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Falkensee

Auf dem Skaterpark am Rosentunnel ist immer etwas los. Kinder, Jugendliche und auch viele junge Erwachsene steigen hier von früh bis spät aufs BMX-Rad, um im höllischen Tempo über die Rampen zu sausen. In der Höhe lassen sich akrobatische Kunststücke zeigen, bevor die Gummiräder der Bikes wieder Kontakt mit dem harten Beton aufnehmen.

Bürgermeister Heiko Müller schaute bei der Samstagaktion vorbei. Quelle: Carsten Scheibe

Der Skaterpark hat in Falkensee leider nicht den allerbesten Ruf. Abends treffen sich hier oft die Jugendlichen, feiern laut und schmeißen Flaschen auf die Fläche, so dass überall Glas herumliegt. Maria Reißig (34) ist Straßensozialarbeiterin in Falkensee. Sie arbeitet für den Mikado e.V. und sagt: „Die Leute, die hier Party machen, das sind nicht die Jungs, die hier BMX fahren. Die möchten auch nicht, dass die Glasscherben ihre Reifen zerschneiden. Seitdem wir hier einen eigenen Schuppen haben, in dem wir Besen und andere Putzutensilien unterbringen können, kümmern sich die Stammfahrer aktiv darum, den Platz sauber zu halten und den anderen Jugendlichen eine klare Ansage zu machen.“

Das freut auch Bürgermeister Heiko Müller: „Es ist wichtig, dass wir hier am Skaterpark eine Struktur und einen konkreten Ansprechpartner haben. Es ist schön zu sehen, wie die Selbstverwaltung die Jugendlichen dazu bringt, immer mehr Verantwortung für ihr Areal zu übernehmen. Spannend finde ich, dass wir vor Ort kein Generationsproblem haben: Aus jeder Altersgruppe sind BMX-Fahrer vorhanden. Da wächst immer wieder etwas nach. Da machen die Investitionen vor Ort Sinn.“

Am Standort hat die Eon Edis früher einen Lagerplatz unterhalten. Als der nicht mehr gebraucht wurde, kam die Idee auf, vor Ort den Skaterpark zu errichten. Unter der Federführung von Peter Kissing wurden die ersten Rampen und Module gesponsort. Die letzten Erweiterungen haben die Stadt Falkensee und der Landkreis bezahlt.

Den Sonnabend haben die Jugendlichen nun genutzt, um den ersten „BMX und Graffiti Jam“ zu organisieren. Mit lauter Musik, angefeuertem Grill und aufgebauter Hüpfburg gelang es tatsächlich, viele neugierige Familien anzulocken. Gerade die Kinder nutzten die Gelegenheit, den „Großen“ bei ihren abenteuerlichen Sprüngen zuzuschauen. Dabei konnten sie auch die Ergebnisse eines kürzlich stattgefundenen Graffiti-Events bestaunen: Die neuen Betonelemente auf dem Platz wurden alle sehr kunstvoll besprüht.

Dazu passte auch das heimliche Highlight des Events. Das war der Graffiti-Workshop der lokalen Sprayer-Größe Hannes Höhlig, dessen gesprühte Bilder bereits die Kita „Entdeckerland“ und die Kulisse vom „Saftladen“ zieren. Er zeigte vor allem den Kindern erste Tricks mit der Farbdose und half ihnen bei ersten Kunstwerken auf aufgestellten Staffeleien.

Einmal mehr sorgte allerdings ein vor dem Ende der Veranstaltung einsetzender Starkregen dafür, dass sich die zahlreichen Besucher einen regenfesten Unterschlupf suchen mussten.

Von Carsten Scheibe

23.07.2017
23.07.2017