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Havelland Diese Kunsthalle lockt mit Grenzerfahrungen
Lokales Havelland Diese Kunsthalle lockt mit Grenzerfahrungen
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17:13 19.07.2019
Ein Vorhang aus Morse-Papierstreifen bildet in der Kunsthalle Bahnitz derzeit eine räumliche Grenze, die sich problemlos überwinden lässt. Quelle: Christin Schmidt
Bahnitz

 Wer sind wir? Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Und worin ist der Ursprung des Seins begründet? Mit all diesen Fragen haben sich Lisa Schmitz und Bodo Rau auseinandergesetzt und eine Ausstellung konzipiert, die den Betrachter dazu einlädt, die eigenen Grenzen auf vielfältige Weise auszuloten.

Unter dem Titel „Über Grenzen“ zeigen sie in der Kunsthalle Bahnitz Werke von 17 Künstlern, darunter so bekannte Namen wie Marina Abramović und David Krippendorff.

Dass die serbische Performance-Künstlerin mit internationalem Renommee und der deutsch-US-amerikanischer Künstler und Filmemacher in einem Dorf am Rande des Havellands ihre Werke zeigen, ist dem Engagement der Mitglieder des Kunstvereins Bahnitz zu verdanken.

Die aktuelle Ausstellung in der Kunsthalle Bahnitz lädt Besucher dazu ein, die eigenen Grenzen auf vielfältige Weise auszuloten, neue Perspektiven einzunehmen und sich mitten im Havelland auf Kunst einzulassen.

Bodo Rau ist der Vorsitzende des Vereins. Er sorgt seit Jahren immer wieder aufs Neue dafür, dass die große Scheune mitten im Dorf, die einst für landwirtschaftliche Zwecke genutzt wurde, ein Magnet für Kunstinteressierte ist.

Vom Frühjahr bis zum Spätsommer ist sie mit nationalen und internationalen Kunstwerken gefüllt, die den Geist des Betrachters herausfordern, Fragen aufwerfen, Erinnerungen wecken und niemals langweilen.

Das gilt auch für die aktuelle Schau. Wer mit offenen Blick durch die Halle geht und sich auf die Werke einlässt, findet sich schnell in gedankliche Prozessen wieder, die das eigene Sein hinterfragen.

Freier Fall und Schwerelosigkeit

Fotografien, Filme, Installationen, Malerei, Grafiken, Texte und Skulpturen – laden auf unterschiedlichste Weise und aus verschiedenen Perspektiven zu einem Grenzgang ein.

Grenzerfahrungen sind seit jeher Teil einer Kultur gewesen. Jedes Kind erfährt sich durch seine Bewegungen, neugieriges Verhalten und erprobt lautstark und mit allen Sinnen seine Präsenz im Raum und dem gesellschaftlichen Umfeld“, sagt Rau.

Mit diesem neugierigem Blick eines Kindes sollten Besucher auch die Kunsthalle betreten. Als Belohnung warten beeindruckende Arbeiten. Der Künstler Michael Najjar zeigt in Bildern und Videos wie er die Schwerelosigkeit in einem Kosmonautenanzug austestet und aus einem Düsenjet herausspringt, um den freien Fall zu erleben.

Der eigene Körper als Kunstobjekt

Eine Grenzerfahrung der ganz anderen Art zeigt die französische Künstlerin Orlan. Sie setzt ihren eigenen Körper ein, in dem sie ihn durch plastische Chirurgie verändern lässt und sich damit selbst zum Kunstobjekt macht. Orlan hinterfragt so das gängige Schönheitsideal der Frau.

In Bahnitz, inmitten einer landschaftlichen Idylle aus Wiesen, Feldern und der Havel, ist nun Orlans Video einer Schönheitsoperation zu sehen. Nicht wegzuschauen, wenn das Skalpell den Körper der Künstlerin zerschneidet, dürfte für manchen Betrachter eine echte Herausforderung sein.

Bahnitz und sein Kunstverein

Der Kunstverein Bahnitz fördert die zeitgenössische Bildende und Mediale Kunst.

Ziel der Mitglieder ist es, die Sichtbarkeit von zeitgenössischer Kunst im ländlichen Raum zu stärken und den Zugang der Bewohner der Region mit unterschiedlichen Angeboten zu fördern.

Mehr zum Verein und seinen Aktivitäten erfahren Interessierte unter www.kunstvereinbahnitz.de.

Die Kunsthalle Bahnitz ist vom 4. Mai bis 31. August Freitag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet und nach Vereinbarung. Informationen unter Telefon: 0160/95 91 95 55

Die Bahnitzer Künstlerin Christa Biederbick hat sich mit Leben und Tod auseinandergesetzt. Ihr Mann, Karlheinz Biederbick, thematisiert in Reliefminiaturen den Traum vom Fliegen und erinnert damit an die Grenzen, die der eigene Körper aufzeigt.

Den Kuratoren ist es gelungen, die Leidenschaft des Menschen, Untersuchungen anzustellen, Dingen auf den Grund zu gehen und Zusammenhänge herzustellen, in den Fokus der Ausstellung zu rücken und diese in Transformationsräumen erfahrbar zu machen.

Das können Interessierte Besucher noch bis zum 31. August tun.

Von Christin Schmidt

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