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Havelland Bald wird in Pessin Biogas produziert
Lokales Havelland Bald wird in Pessin Biogas produziert
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16:16 16.03.2018
Bei Paulinenaue entsteht mit Verzögerung eine Biogasanlage. Quelle: Kaatz
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Pessin

Auf der ehemaligen Landwirtschaftsfläche entsteht eine seit Langem geplante Biogasanlage. "Wir gehen mit der Anlage im Sommer in Betrieb, die Fertigstellung aller Leistungen inklusive aller Nebenleistungen erwarten wir im Jahre 2016", sagte auf Anfrage Maria Huber von der BayWa r.e.bioenergy GmbH, die die Anlage betreiben wird.

Auf dem vier Hektar großen Areal entstehen unter anderem Fermenter, Endlager, Gasaufbereitung, Blockheizkraftwerk und die Einspeisestation vom Netzbereiter. Ziel des Investors ist es vorrangig, Biogas in Erdgasqualität zu erzeugen. "Das Blockheizkraftwerk wird im Wesentlichen zur Wärmebereitstellung sowie zur Eigenstromproduktion verwendet", sagt Maria Huber.

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Bereits 2009 stellten die Investoren ihr Vorhaben in der Gemeinde vor. Damals hatten sie das ehrgeizige Ziel, schon 2011 die Anlage zu eröffnen. Daraus wurde allerdings nichts. Denn seitens der Gemeinde und insbesondere aus der Einwohnerschaft kamen immer wieder Bedenken und Forderungen nach Änderung der Planungen. Es gab Befürchtungen wegen möglicher Geruchsbelästigungen. Zudem hat sich die Gemeinde unter anderem gesichert, dass für den Fall, dass die Biogasanlage in Insolvenz gehen sollte, Geld für einen Rückbau vorhanden ist.

Möglicherweise hat das Vorhaben aber auch noch ein rechtliches Nachspiel. Denn der Landwirt Andreas Bangert, der wie auch weitere Pessiner in der Nähe in Pessin-Ausbau wohnt, hat sich von Beginn an gegen das Projekt ausgesprochen, das für ihn zu nah an benachbarten Häusern steht. Darum legte er Widerspruch gegen die Baugenehmigung ein. Bangert kritisiert, dass keine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt worden sei. "Auch beim Geruchsgutachten gibt es etliche Kritikpunkte." Gegebenenfalls werde er auch klagen, kündigte er an.

Bangert lehnt die Biogasanlage aber auch aus Prinzip ab. "So eine Anlage braucht kein Mensch und auch die Landwirtschaft nicht in der Gegend." Er zweifelt zudem an, dass sie wirtschaftlich betrieben werden kann, nachdem im Sommer 2014 die Einspeisevergütungen im Erneuerbare Energiengesetz deutlich reduziert worden sind.

Von Andreas Kaatz

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