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Havelland Besonderes Klangerlebnis in der Scheune
Lokales Havelland Besonderes Klangerlebnis in der Scheune
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00:18 02.08.2017
Kaum ein Platz blieb leer beim Konzert In der Scheune.
Kaum ein Platz blieb leer beim Konzert In der Scheune. Quelle: Wolfgang Balzer
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Paretz

Mit minutenlangem Beifall und nicht ohne Zugabe entließen die Zuschauer am Samstagabend die 72 Musiker der Potsdamer Orchesterwoche. Das diesjährige Sinfoniekonzert in der Paretzer Scheune stand ganz im Zeichen bekannter Meister mit ihren weniger bekannten Werken.

Gefühlvoll führte Dirigent Matthias Salge die Musiker durch „Die Zauberharfe“, ein Melodram von Franz Schubert in drei Akten. Uraufgeführt wurde das Stück im August 1820 in Theater an der Wien.

Beeindruckend auch das sechsstimmige Ricercar aus dem „Musikalischen Opfer“ von Johann Sebastian Bach. In dem von Anton Webern für großes Orchester bearbeiteten Ricercar, führte Salge die Musiker so, dass sie die Melodielinien harmonisch Ton für Ton durch die Instrumente wandern ließen – ein beeindruckendes Klangerlebnis.

Mit der 3. Sinfonie von Max Bruch stand ein selten gespieltes Werk im Mittelpunkt des Programms der diesjährigen Orchesterwoche. Nach dem seine 2. Sinfonie ein Misserfolg war, sah Bruch die 3. Sinfonie als letzten Versuch auf dem Gebiet dieser Gattung an. Im Entstehungsjahr 1882 beschrieb sie Bruch als „ein Werk des Lebens, der Freude und der Gesundheit…“ Ein Anspruch, dem das Orchester am Samstag mit der Freudigkeit ihres Musizierens in der Paretzer Scheune mit einer überaus guten Akustik voll gerecht wurde.

Es ist dem Verein Historisches Paretz als Veranstalter zu verdanken, dass die Musikfreunde in diesem Jahr schon das dritte Konzert auf hohem Niveau in Paretz erleben durften. So zeigte sich Vereinsvorsitzender Matthias Marr begeistert von der Aufführung: „Wenn man bedenkt, dass die 72 Musiker lediglich eine Woche Zeit hatten, diese anspruchsvollen Werke zu proben... Das harmonische Zusammenspiel war beeindruckend.“ Wolf-Dieter Fischer war gleichfalls angetan von dem Konzert: „Es ist toll, solche Veranstaltungen praktisch vor der Haustür erleben zu können.“

Die Potsdamer Orchesterwoche ist eine Vereinigung von Laienmusikern aus ganz Deutschland und dem Ausland. Während der jährlich stattfindenden Probenwoche im Evangelischen Gymnasium in Potsdam-Hermannswerder erarbeiten die Musiker sinfonische Werke und führen sie im Anschluss daran in Potsdam und Umgebung auf.

Seit dem Jahr 2011 gehört auch die Scheune Paretz zu den Spielorten. Matthias Salge hat an der Hochschule für Musik und Theater Hannover Kirchen- und Schulmusik studiert. Seit 2012 ist der Dirigent musikalischer Leiter der Potsdamer Orchesterwoche, die im nächsten Jahr voraussichtlich vom 7. bis 15. Juli stattfinden wird.

Von Wolfgang Balzer