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Havelland Björn Casapietra singt in der Lutherkirche
Lokales Havelland Björn Casapietra singt in der Lutherkirche
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17:09 08.01.2018
Björn Casapietra sang in der Lutherkirche.
Björn Casapietra sang in der Lutherkirche. Quelle: Uwe Hoffmann
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Rathenow

„Ich würde gerne wieder nach Rathenow in diese tolle Kirche kommen – mit meinem Weihnachtsprogramm,“ kündigte Björn Casapietra zum Konzert im Juni 2012 an. „Vielleicht in ein, zwei Jahren.“ Damals begeisterte der Tenor mit seiner Tournee „Romantic Love Songs“, gemeinsam mit der Schweizer Pianistin und Sängerin Sibylle Birner. Am Sonntagabend war Rathenow als letzte der 13 Stationen Gastgeber seiner Weihnachtstournee „Christmas Love Songs – Ein romantisches Weihnachtskonzert“, mit der der Tenor im achten Jahr erfolgreich tourt.

Rund 250 Gäste kamen in die Lutherkirche. „Ursprünglich hatten wir das heutige Konzert für den 6. Januar als letzten Tag der Weihnachtszeit geplant“, begrüßte Björn Casapietra die Zuhörer. „Aber als halber gebürtiger Sachse verlängern wir dieses Jahr die Weihnachtszeit. Doch ‚Stille Nacht’ singen wir heute nicht mehr.“ Das Konzert mit populären, auch kirchlichen Liedern der Weihnachtszeit und Songs zum Jahreswechsel begann mit der instrumentalen Titelmusik des Märchenklassikers „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ auf dem Klavier. „Ich liebe Filmmusik. Das ist die neue klassische Musik“, meinte der Sänger. So spielte Peter Forster noch zwei weitere Filmmusiken solo. Der Berliner begleitet Casapietra seit drei Jahren auf seinen Tourneen und trug bei John Lennons „Imagine“ und Eric Claptons „Tears in heaven“, im Duett mit dem Tenor, auch gesanglich zum Konzert bei.

Casapietra: „Ein Traum, mit meiner Tochter auf der Bühne zu stehen“

Zu fünf Songs kam Björn Casapietras Tochter Stella zum Duett auf die Bühne und übernahm auch Solostrophen. Für ihre glockenklare und ausdrucksstarke Stimme bekam die kleine Sängerin, die erst zwei Tage vor dem Konzert neun Jahre alt wurde, riesigen Applaus. Seit fast zwei Jahren singt sie im Chor der Komischen Oper Berlin und begleitet seit über einem Jahr ihren Vater bei einigen Konzerten auf der Bühne. „Es ist wie ein Traum, mit meiner Tochter auf der Bühne zu stehen. Ich wollte immer ein Kind, eine Tochter haben. Und jetzt singt sie noch so wunderbar“, so der stolze Vater.

Ihr Duett „Das eine Kind ist so“ textete Björn Casapietra Rolf Zuckowskis Lied auf Stellas Klassenkameraden um, die aus mehreren Staaten stammen. So bezog der Sänger, neben seinen humorvollen Moderationen, auch klar Stellung zu Machthabern wie Donald Trump oder in Nordkorea, Russland und Ungarn. Dieser konfrontativen Politik setzte Casapietra weihnachtliche und winterliche Weisen aus Ländern wie Frankreich, Italien oder eines jüdischen Komponisten aus Polen entgegen. „Ich hoffe, dass wir in zwei, drei oder vier Jahren in dieser tollen Atmosphäre noch einmal zusammenkommen. Dann vor Weihnachten“, endete auch dieses Konzert mit einem Versprechen.

Silke Gippner: „Bei seinen Konzerten vergisst man Raum und Zeit“

Nach den zwei Zugaben, mit „O sole mio“ und kraftvollem Mitsingen der Titelzeile durch das Publikum, signierte Björn Casapietra Autogramme und seine aktuelle CD „Un amore Italiano“. „Seine Stimme ist so klar und toll. Auch seine Tochter hat eine Wahnsinnsstimme. Von Gänsehaut-Feeling bis zu Hitzewallungen war alles dabei“, schwärmte Sylvia Damerau nach dem dem zweistündigen Konzert. „Bei seinen Konzerten vergisst man Zeit und Raum. Björn Casapietra kann sich so unheimlich in die Songs einfühlen“, ergänzte ihre Freundin Silke Gippner. Beide Rathenowerinnen sind seit Jahren Fans des Tenors und besuchen immer wieder seine Konzerte in der Region.

„Durch meinen Vater, einen Sachsen, bin ich sehr durch die weihnachtliche Handwerkskunst des Erzgebirges geprägt. In meiner Berliner Wohnung stehen drei Pyramiden und acht Schwippbögen“, erzählt Björn Casapietra, wie er Weihnachten feiert. „Durch meine italienische Mutter gibt es an Weihnachten typische italienische Panettone und Pandoro, eine Art Rührkuchen und ein stollenartiges Gebäck. Weihnachten ist bei uns eine typisch deutsch-italienische Mischung.“

Von Uwe Hoffmann