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Havelland Blick in Königin Luises Spiegel
Lokales Havelland Blick in Königin Luises Spiegel
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07:44 11.07.2014
So ähnlich könnte ein Ausstellungsraum in Paretz aussehen.
So ähnlich könnte ein Ausstellungsraum in Paretz aussehen. Quelle: Büro Tecton
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Paretz

Die originalen Stücke stammen aus dem Schlafbereich des früheren Kronprinzenpalais Unter den Linden in Berlin, das die Königin mit ihrem Mann Friedrich Wilhelm III. ab 1793 zugewiesen bekam, weiß Claudia Sommer. Die Leiterin der Graphischen Sammlung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) Berlin-Brandenburg ist die Koordinatorin der neuen Dauerausstellung, die für acht bis zehn Jahre angelegt sein wird.

Das Land Brandenburg unterstützt das Vorhaben mit 65.500 Euro aus EU-Mitteln, wie Kulturstaatssekretär Martin Gorholt am Donnerstag bei der Übergabe des Zuwendungsbescheides sagte. „Paretz gehört mit dem Schloss und dem Dorfensemble zu den kulturellen Attraktionen und touristischen Anziehungspunkten in Brandenburg“, so Gorholt.

Martin Gorholt übergibt Claudia Sommer den Zuwendungsbescheid. Quelle: Jens Wegener

Von dem Geld werden nicht etwa Exponate bezahlt, sondern „wir schaffen spezielle Vitrinen und mobile Klimageräte an, damit wir die Ausstellungsstücke hier zeigen können“, erklärte Claudia Sommer.
Die neue Dauerausstellung verstehe sich als Ergänzung zu den bereits jetzt im Schloss ausgestellten Wohnräumen der Königin Luise mit den Papiertapeten. „Der Besucher soll Einsicht erhalten in den sich um 1800 vollziehenden Wandel in der Gesellschaft und am preußischen Hof. Dass darin die Quelle für den späteren Luisen-Kult liegt, soll sich jeder am Ende selbst erschließen können.“

Insgesamt werden acht Räume im Erdgeschoss der ehemaligen Sommerresidenz der Königin in das bestehende Museumskonzept integriert. In den drei derzeit schon freigeräumten Räumen vor der königlichen Wohnung erfährt der Gast etwas über die Entstehungs- und Nutzungsgeschichte des Dorfes und das Schlosses. „Ich nenne das Einlesen in Ort und Zeit, um dann die historischen Wohnräume Luises besser beurteilen zu können“, sagte Claudia Sommer.

Im Gartensaal, nach dem Rundgang durch die Wohnräume, kann sich der Besucher künftig entscheiden, ob er genug gesehen und gelesen hat und den direkten Ausgang wählt, oder ob er das Angebot der Nachlese nutzen will. „Nachlese heißt, wir bieten in fünf Räumen die Möglichkeit, weitere Facetten des Lebens der königlichen Familie von Friedrich Wilhelm III. und seiner Gattin Luise kennenzulernen“, so Sommer. Die zeitliche Eingrenzung auf etwa 1789 bis 1810 entspreche der Lebenszeit Luises als preußische Kronprinzessin und Königin. Dargestellt werden unter anderem Büsten der Königin, Gemälde und Porträts der königlichen Familie und Ausstellungsstücke, die von anderen Wohnorten des Königspaares stammen. Alle textlichen Erklärungen in der neuen Dauerausstellung sind auch in englischer Sprache zu lesen.

Zahlen und Fakten

Die erste Dauerausstellung „Luises Paretz“ war von 2002 bis 2009 im Schloss Paretz zu sehen.
Etwa 130.000 Euro kostet die neue Ausstellung. Die Hälfte bringt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten selbst auf, die andere Hälfte sind EU-Mittel.
Insgesamt bekommt Brandenburg aus diesem EU-Topf 1,2 Millionen Euro. Im Havelland werden davon neben Paretz auch der Kolonistenhof in Großderschau und das Optikmuseum Rathenow unterstützt.

Von Jens Wegener

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