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Havelland Bodo Ramelow plaudert in Rathenow aus dem Nähkästchen
Lokales Havelland Bodo Ramelow plaudert in Rathenow aus dem Nähkästchen
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16:18 02.02.2018
Politik kann unterhaltsam sein: Bodo Ramelow (r.) brachte seine Gäste im Alten Hafen mehrfach zum Lachen. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

Wer dem Publikum in Rathenow erklärt, er hätte ein Treffen mit der Kanzlerin kurzfristig beendet, um pünktlich in der havelländischen Kreisstadt zu erscheinen, der hat natürlich schon einmal eine Menge Pluspunkte gesammelt.

Politiker Bodo Ramelow (Die Linke) weiß eben, wie man Menschen für sich gewinnt und begeistert. Das hat er am Donnerstagabend in der Gaststätte zum Alten Hafen einmal mehr bewiesen. Mit ein wenig Verspätung traf der Ministerpräsident Thüringens ein, nahm neben seinem Gesprächspartner, dem Bürgermeisterkandidaten Daniel Golze (Die Linke) platz und plauderte los. Von seiner Kindheit im Westen, der Verwandtschaft im Osten, den zahlreichen Besuchen vor dem Mauerfall und der Enttäuschung seiner Verwandten, als er im sachsen-anhaltinischen Klein Kricheldorf ein Ortsteil von Salzwedel, wo seine Vater geboren wurde, mit einem Skoda 105 vorfuhr.

Eingeladen hatte den Ministerpräsidenten der Ortsverband Die Linke Rathenow im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Im Gespräch“. Das unter den mehr als 50 Gästen zahlreiche Parteimitglieder und Freunde saßen, verwunderte nicht. Dennoch war die Veranstaltung keine Werbeveranstaltung für die Partei, auch nicht für den Bürgermeisterkandidaten Daniel Golze, der sich auf Fragen beschränkte und die Bühne dem Gast überließ.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (r.) im Gespräch mit Daniel Golze im Gasthaus „Zum Alten Hafen“ in Rathenow. Quelle: Christin Schmidt

Unterhaltungswert hatte das, was der 1956 in Niedersachsen geborene ehemalige Gewerkschaftsfunktionär und erste linke Ministerpräsident Deutschlands zu erzählen hatte allemal. Ob er von seinen ersten Schnapsgelage mit der Ostverwandtschaft berichtete und wie er in der Konsumgaststätte Arbeiterlieder sang oder von seinem Amtsantritt vor vier Jahren als Ministerpräsident. Natürlich traf er mit seinen Statements den Nerv der meisten Gäste.

Wer sich dafür ausspricht, erfolgreiche Ost-Modelle wie die Schwester Agnes oder längeres gemeinsames Lernen zu fördern und sich für eine gezielte Unterstützung der neuen Länder wirbt, trifft naturgemäß in Linken-Kreisen auf breite Zustimmung. Auch die Kritik am Steuersystem, das es Unternehmen wie Amazon ermöglicht keinen Cent Steuern zu zahlen, kam beim Publikum gut.

„Attila von Ramelow“, der twitternde Hund des Ministerpräsidenten

Aber nicht nur die große Politik spielte an diesem Abend eine Rolle. Daniel Golze gelang es, seinem Gast auch Persönliches zu entlocken. Ramelow plauderte über Spaziergänge mit seinem Hund „Attila von Ramelow“, der einen eigenen Twitter-Kanal hat und auch das Thema Religion kam zur Sprache.

„Wie kommst Du als Protestant mit den ganzen Ungläubigen in der Partei klar?“, wollte Golze wissen. „Sehr gut, mir ist es zu Anfang gar nicht aufgefallen. Wir hatten ja sogar in der ersten Bundestagsfraktion einen Pastor, also nicht Gysi, der predigt immer“, erklärte Ramelow mit verschmitztem Lächeln, bevor er von seiner Begegnung mit dem Papst schwärmte.

Dabei erinnerte er daran, dass Papst Franziskus 2013 auf Lampedusa Flüchtlingen die Füße wusch, in einer Zeit, in der keiner über Flüchtlinge reden wollte. „Italien hatte damals den Antrag auf Verteilung der Flüchtlinge in Europa gestellt und die, die heute Solidarität einfordern, lehnten es ab.“ Nach etwa zwei Stunden und einer ausgedehnten Fragerunde verabschiedete sich Ramelow unter Applaus.

Von Christin Schmidt

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