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Havelland Brand in Wohnanlage: 25 Senioren umquartiert
Lokales Havelland Brand in Wohnanlage: 25 Senioren umquartiert
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16:43 12.04.2018
Die Flammen schlugen aus der Küche im 2. Obergeschoss der Wohnanlage in der Forststraße und griffen auf das Dach über. . Quelle: Kay Harzmann
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Rathenow

80 Feuerwehrleute, mehrere Löschfahrzeuge, sieben Krankenwagen – Rettungskräfte aus Rathenow waren am Montagabend bei einem Großbrand in der Forststraße im Einsatz. Gegen 19.50 Uhr war der Notruf eingegangen, wie Polizeisprecher Daniel Keip am Dienstagmorgen bestätigte.

Eine 82-jährige Bewohnerin der zum Wohn- und Pflegezentrum Havelland (WPZ) gehörenden Wohnanlage für Senioren („betreutes Wohnen“) hatte den Notruf gewählt und angegeben, in ihrer Küche sei ein Feuer ausgebrochen. Die Brandursache ist bislang nicht bekannt, wird durch kriminaltechnische Untersuchungen aber derzeit ermittelt. Ersten Aussagen von Zeugen zufolge könnte der Kurzschluss eines Wasserkochers den Brand ausgelöst haben.

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Montagabend brannte eine Wohnanlage für Senioren in Rathenow. Mehr als 20 Bewohner mussten umziehen. Verletzt wurde niemand.

Nach Auskunft von Rathenows Stadtbrandmeister Jörg Eichmann brannte die Küche beim Eintreffen der Feuerwehrleute bereits lichterloh. Die Bewohnerin der Wohnung hatte sich zu diesem Zeitpunkt unverletzt in Sicherheit gebracht. Eichmann zufolge drang ein Einsatztrupp mit Atemschutzausrüstung über den Flur zu der brennenden Wohnung vor. Gleichzeitig wurde das Feuer der zur Forststraße liegenden Küche von außen bekämpft

Parallel zu den Löscharbeiten evakuierten die Einsatzkräfte den betroffenen Gebäudeteil. 25 Bewohner mussten ihre Wohnungen verlassen. Ein Teil hatte sich bereits im Treppenaufgang versammelt. Einige ältere und gehbehinderte Menschen musste von den Feuerwehrleuten aus ihren Wohnungen geleitet oder getragen werden. Niemand sei durch den Brand verletzt worden, so Eichmann. Weil der Rauch nicht in den Flur gedrungen war, sei die Evakuierung ohne große Probleme vonstatten gegangen.

Rund 80 Einsatzkräfte der Feuerwehren Rathenow, Böhne und Semlin waren an dem Einsatz beteiligt. Dazu kamen etliche Sanitäter, die sich im gegenüberliegenden Seniorenpflegezentrum Fontanepark, das wie die Wohnanlage zur Havelland Kliniken Unternehmensgruppe zählt, um die evakuierten Bewohner kümmerten. Bei einigen der Bewohner hatte die Aufregung den Blutdruck in die Höhe getrieben.

Für die Evakuierten, die nicht in ihre Wohnungen zurückkehren konnten, wurden leer stehende Zimmer im Seniorenpflegezentrum zur Verfügung gestellt. Andere kamen bei Angehörigen unter. Nach Auskunft von Babette Dietrich, Pressesprecherin der Havelland Kliniken Unternehmensgruppe, waren am Dienstagmorgen noch zehn Bewohner im Pflegezentrum Fontanepark untergebracht.

Wann die Wohnungen in der Forststraße wieder bezogen werden können, konnte Babette Dietrich am Dienstag noch nicht sagen. Erst einmal müsse ein Gutachter die Schäden aufnehmen und bewerten. Und dann seien natürlich Versicherungsfragen zu klären.

Die Havelland Kliniken Unternehmensgruppe habe bereits begonnen, nach Ausweichquartieren für die evakuierten Mieter zu suchen, so Dietrich. Es werde niemand ohne Wohnung bleiben, versprach sie. Auch für diejenigen, die derzeit bei Angehörigen untergekommen sind, aber dort nicht dauerhaft bleiben können, werde man eine Lösung finden.

Die Küche der Wohnung im 2. Obergeschoss ist nach Aussage von Einsatzleiter Jörg Eichmann komplett zerstört worden. Die Flammen hätten sich aber auch über den Balkon auf das Dach ausgebreitet. Wie groß die Schäden sind, die nicht nur durch die Flammen und den Rauch, sondern auch durch das Löschwasser der Feuerwehr verursacht wurden, muss durch einen Sachverständigen ermittelt werden.

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Von Markus Kniebeler