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Brieselang 36 Jahre lang im Gemeindekirchenrat
Lokales Havelland Brieselang 36 Jahre lang im Gemeindekirchenrat
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19:38 11.12.2019
Karl-Heinz Gliege war von früh auf kirchlich erzogen worden. 1983 sagte er dann zu, im evangelischen Gemeindekirchenrat in Brieselang mitzuarbeiten. Eine Tätigkeit, die ihm immer viel Spaß gemacht hat. Quelle: Andreas Kaatz
Brieselang

Es gibt niemanden, der dem evangelischen Gemeindekirchenrat von Brieselang so lange angehört hat wie Karl-Heinz Gliege. In diesem Jahr waren es stolze 36 Jahre, davon 15 als stellvertretender Vorsitzender.

Doch nun ist Schluss. Der 74-Jährige zieht sich zurück, am 8. Dezember war sein letzter Tag. „Ich bin froh, dass ich guten Gewissens sagen kann: Ich kann aufhören, weil auch im neuen Gemeindekirchenrat Leute sind, auf die man sich verlassen kann, so dass es funktioniert.“

Ehrenältester geworden

So ganz wird er der kirchlichen Arbeit aber nicht den Rücken kehren. „Bei bestimmten Sachen werde ich nicht nein sagen und unter anderem die Gemeindebriefe austragen“, sagt er. Zudem ist sein Rat auch weiterhin gefragt. So wurde Karl-Heinz Gliege bei der Verabschiedung zum Ehrenältesten der Kirchengemeinde ernannt.

Von früh auf ist der in Tremmen geborene Karl-Heinz Gliege kirchlich erzogen worden. Der Glaube begleitet ihn sein ganzes Leben. Lange Zeit lebte er in Quermathen, hatte 1972 in der Groß Behnitzer Kirche geheiratet. Ein Jahr später kaufte der gelernte Elektroinstallateur mit seiner Frau ein Grundstück in Brieselang, 1974 zogen sie in das neue Haus ein.

Schwierige Zeiten bewältigt

Schon 1980 bekam er die Anfrage, ob er im Gemeindekirchenrat in Brieselang mitarbeiten will. Damals lehnte er noch ab, drei Jahre später aber stimmte er zu. Der damalige Pfarrer ging dann ein halbes Jahr später, danach kam Lilli Busse. „Sie war jung und dynamisch. Gemeinsam haben wir auch schwierige Zeiten gut über die Runden gebracht“, erinnert sich Gliege.

Und die waren oft von Geldsorgen geprägt. „Der evangelische Kindergarten, den es schon seit 1928 gibt, war dabei unser größtes Problem.“ Die Betreuungseinrichtung befand sich damals im Gemeindehaus mit Kirchsaal. Beispielsweise mussten die Betriebskosten wie Strom und Wasser aufgebracht und werden. Letztlich reichte das Geld vorn und hinten nicht. Bis zu 10 000 Mark jährlich betrug das Defizit.

Selbst war der Mann

Zudem mussten das Gebäude und das Grundstück erhalten werden – mit so wenig Aufwand wie möglich. Einen Hausmeister gab es nicht, Reparaturen wurden nach Möglichkeit von den Gemeindemitgliedern selbst ausgeführt. Und dies selbstverständlich nach Feierabend.

Wenn es ums Handwerkliche ging, halfen der Gemeinde aber auch die Beziehungen zur PGH Fortschritt, in der Gliege arbeitete. Auf diese Weise kam man beispielsweise schneller an eine Klärgrube.

Umzug ins neue Gebäude

Gebaut wurde aber auch nach der Wende. Denn ein neues Haus für die Kindertagesstätte musste her. Mit dem Zuzug kamen nämlich viele Familien mit kleinen Kindern nach Brieselang. „Es gab immer mehr Anfragen, ob man bei uns die Kinder betreuen lassen kann“, so Gliege.

2001 erfolgte der Umzug ins neue Gebäude auf dem Kirchengelände an der Karl-Marx-Straße. „Damit hatten wir auch wieder mehr Platz im Gemeindehaus.“ Später wurde dann die Empore vergrößert und bot nun mehr Raum für den ökumenischen Chor.

Posaunenchor gegründet

Auf eine Sache ist Gliege besonders stolz: „Ich war der Urheber dafür, dass wir einen Posaunenchor bekommen haben.“ Einen solchen hätte er sich schon zu seinen Groß-Behnitzer Zeiten gewünscht. Aber lieber spät als nie: Zum 60.Geburtstag bekam er vom Gemeindekirchenrat eine Trompete geschenkt und erlernte das Spielen des Instruments – erst allein, dann gemeinsam mit Pastorin Busse.

Und das kleine Ensemble wuchs weiter. Im Advent 2006 erklangen dann fünf Trompeten. Heute gehören 14 Blechbläser unter Leitung von Christoph Lipke zum Posaunenchor, Tendenz steigend. Auch Pfarrer Rudolf Delbrück spielt dort mit. Karl-Heinz Gliege jedoch ist seit 2018 nicht mehr dabei, aus gesundheitlichen Gründen schied er aus. „Es hatte mir aber sehr viel Spaß gemacht.“

Bedenkzeit ausbedungen

Spaß hatte er auch an der Mitorganisation der Feierlichkeiten zu 90 Jahre Kirchengemeinde, die in diesem Jahr unter seiner Regie stattfanden. Er leitete das Organisationsteam und hatte ein Auge darauf, dass an den drei Tagen alles klappte.

Dass es für Karl-Heinz Gliege letztlich 36 Jahre im Gemeindekirchenrat geworden sind, ist keine Selbstverständlichkeit. „Ich hatte mir zwischendurch auch mal Bedenkzeit ausbedungen“, sagt er. Denn es war nicht immer einfach, Kirchenarbeit und Privates in Einklang zu bringen. „Da ist die Familie auch mal ins Hintertreffen geraten“, sagt der Vater zweier Töchter.

Nutzung steht noch aus

Rückblickend hat er im Laufe der mehr als drei Jahrzehnte gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Gemeindekirchenrates durchaus viel erreicht. Schade findet der 74-Jährige nur, dass es bisher nicht gelungen sei, eine Nutzung für das Grundstück mit dem ehemaligen Pfarrhaus in der Thälmannstraße zu finden.

Von Andreas Kaatz

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