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Brieselang Das sind die Pläne für den Nymphensee
Lokales Havelland Brieselang Das sind die Pläne für den Nymphensee
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17:19 21.02.2019
Still ruht der Nymphensee. Mit einem neuen Pächter will die Gemeinde Brieselang in die neue Saison starten. Noch ist unklar, wer das sein wird. Quelle: Tanja M. Marotzke
Brieselang

Einen neuen Betreiber sucht die Gemeinde für das Naturbad Nymphensee. Und die Zeit drängt, denn Start für die Verpachtung soll eigentlich schon am 1. März sein. Von den neun Interessenten, die bei den Besichtigungsterminen dabei waren, haben letztlich drei ein Bewerbungskonzept eingereicht. Das stellten sie jetzt den Mitglieder des Hauptausschusses vor.

Die Gemeindevertreter wollen nächste Woche eine Entscheidung herbei führen. Ob es allerdings dazu kommen wird, ist noch offen. Am Ende könnte es möglicherweise auch heißen, dass die Kommune selbst das Naturbad betreiben wird – zumindest in diesem Jahr. Auf diesen Plan B bereitet sich die Verwaltung ebenfalls vor.

Sehr unterschiedliche Konzepte

Zu hören bekamen die Hauptausschussmitglieder am Mittwoch drei sehr verschiedene Konzepte. Einer der Bewerber ist der Brieselanger Unternehmer Frank Goslowsky, der den See nach dem Motto „Nymphensee - Natur, die begeistert“, betreiben will.

Er strebt eine ganzjährige Nutzung an, will unter anderem im Herbst Kaffee auf der Terrasse anbieten. Diese soll wieder überdacht, das Bestandsgebäude erweitert werden. Ins Bademeisterhäuschen kommt nach seinen Vorstellungen eine Sauna, die auch im Winter geöffnet ist. Im Sommer ist zur Versorgung der Gäste zusätzlich ein Imbisswagen vorgesehen.

Eintrittspreise sollen stabil bleiben

Die Eintrittspreise sollen entsprechend den Vorgaben der Gemeinde stabil bleiben. „Wir sehen eine Rabattierung vor und haben dazu Bonuskarten und Familienkarten entworfen“, kündigt Goslowsky an. Außerhalb der Saison soll man kostenlos an den See kommen können. Beim Thema Rettungsschwimmer will er mit der DLRG zusammenarbeiten und auch eigene Mitarbeiter stellen.

Die Pacht an die Gemeinde will der Unternehmer mit Eintrittsgeldern und Parkgebühren aufbringen, die weiteren Kosten mit Hilfe der Gastronomie erwirtschaften. Außerdem sollen Veranstaltungen am See für Einnahmen sorgen.

Sommerfest an drei Tagen

„Wir wollen Public Viewing beispielsweise zur Fußball-WM machen, das Sommerfest an drei Tagen wird ein Riesen-Hype werden“, meint er. Angedacht sei zudem, die Kirmes von der Thälmannstraße an den See zu verlegen, „und wir wollen Grill-, Kita- und Familienfeste und eine Beachparty machen – alles in Abstimmung mit der Gemeinde“.

Stephan Meyer-Breitländer will etwas anders an die Sache heran gehen. Er plant nur einen Saisonbetrieb. „Wir wollen Liegestühle und Sonnenschirme aus Holz und Stroh auf dem Gelände platzieren, die ein Karibikfeeling vermitteln.“

Sommer am Nymphensee. Quelle: Tanja M. Marotzke

Drachenbootrennen denkbar

Vorgesehen sind in seinem Konzept unter anderem ein Beachvolleyballplatz, ein Verleih für Stand-up-Paddling (SUP) und die Durchführung eines Drachenbootrennens. „Weil wir extrem wetterabhängig sind, wollen wir auch in ein zweites Standbein investieren. Dazu wäre die Schaffung eines Aqua-Parks sehr sinnvoll. Ein Angebot, das sich an Familien richtet“, so Meyer-Breitländer.

Und weil er auch sonst eine großen Bedarf sieht, in die Anlage zu investieren, rechnet er mit Zuschüssen von der Gemeinde. „Bisher wurde wenig Geld in die Hand genommen.“ So müsse eine größere Summe in die Gastronomie investiert werden. „Der Zugangs- und der Parkplatzbereich sind auch nicht gerade Aushängeschilder.“

Dritte Idee: Gründung einer Sozialgenossenschaft

Tim Schwarzenberger und Florian Hoppe planen hingegen die Gründung einer Sozialgenossenschaft, um das Naturbad zu betreiben. „Mit Bürgern für Bürger“ ist ihre Devise für das Projekt, das auf das Engagement der Brieselanger setzt. Sie streben eine ganzjährige Nutzung an und teilen das Gelände in drei Bereiche ein.

Den Parkbereich soll unter anderem Künstlern vorbehalten sein, der Gartenbereich mit dem Eingang und Gastronomie soll auch für Veranstaltungen dienen. Hinzu kommt der Strandbereich.

In der Nebensaison sind etwa ein Flohmarkt, eine mobile Sauna und ein Kanu-Verleih denkbar. Die Finanzierung ist indes noch nicht abgesichert, einiges soll ehrenamtlich laufen. Die Initiatoren sind jetzt auf der Suche nach 100 Leuten, die Genossenschaftsanteile – jeweils 50 Euro – einbringen.

4000 Personalstunden in einer Saison

Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) findet das Modell an sich interessant, moniert aber: „Die Risiken liegen bei der Gemeinde.“ Zudem benötige man 4000 Personalstunden in der Saison. „Das kann man mit Ehrenamtlichen nicht abdecken.“ Norbert Jütterschenke (SPD) hält den See für „so wichtig, dass wir uns keine Experimente erlauben können“.

Und Christian Achilles (BFB) bekundete zwar Sympathie für das Projekt, sagte aber: „Ich hatte den Eindruck, dass Sie einen Förderverein vorstellen. Die Genossenschaft ist aber bei einer solchen Sache ein wirtschaftlicher Träger.“ So müssten die Anteile schon bei 100 bis 1000 Euro pro Person liegen, glaubt er. Schwarzenberger und Hoppe machen indes keinen Hehl daraus, dass sie auf eine finanzielle Unterstützung der Gemeinde setzen.

Zwei weitere Varianten

Darüber hinaus liegen bezüglich des Nymphensees auch noch zwei Anträge von den Grünen und von der IBB auf dem Tisch. Erstere wollen, dass die Kommune den See bewirtschaftet und die Gastronomie verpachtet. Der Eintritt soll kostenlos sein. Die IBB möchte, dass ein Trägerverein oder eine Genossenschaft mit Unterstützung der Gemeinde den See betreibt und die Gastronomie ausgeschrieben wird.

Für den Fall, dass die Gemeinde den See betreibt, gab Garn zu bedenken: „Wenn wir den See übernehmen, benötigen wir Personal in Größenordnungen.“ Hohe Kosten vor dem Hintergrund, dass 80 bis 90 Prozent der Besucher von außerhalb kommen, so der Bürgermeister. Bis nächste Woche soll die Kommune Eckpunkte vorlegen.

Von Andreas Kaatz

Die Brieselangerin Winfriede Schmitt malt am liebsten Landschafts- und Pflanzenmotive. Bis April sind ihre Werke im Falkenseer Kulturhaus „Johannes R. Becher“ zu sehen. Wie sie die Malerei für sich entdeckt hat und wer ihr größter Unterstützer ist, lesen Sie hier.

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