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Brieselang Lustige Spielchen im Büro arten aus – Geldstrafe für Ex-Amazon-Mitarbeiter
Lokales Havelland Brieselang Lustige Spielchen im Büro arten aus – Geldstrafe für Ex-Amazon-Mitarbeiter
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10:06 29.03.2019
Das Amazon-Logistikzentrum in Brieselang. Quelle: privat
Nauen

 Zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen von 45 Euro wegen vorsätzlicher Körperverletzung ist ein 36-jähriger Havelländer Donnerstag im Amtsgericht Nauen verurteilt worden.

Dabei hatte der Angeklagte Glück, denn: „Der eigentliche Vorwurf der sexuellen Belästigung und der sexuellen Nötigung in mehreren Fällen war Ihnen nicht nachzuweisen, weil die Aussagen der Zeuginnen dafür inhaltlich zu dünn waren“, erklärte die Richterin und ergänzte: „Das heißt aber nicht, dass ich den Zeuginnen nicht glaube.“

Die Taten ereigneten sich 2016 und 2017

Die im Raum stehenden Taten ereigneten sich in den Jahren 2016 und 2017 und spielten sich alle im Logistikzentrum von Amazon in Brieselang ab. Freimütig schilderte der Angeklagte Ronni Mütze (Name geändert) die Erlebnisse mit der 40-jährigen Zeugin Petra Büchler (Name geändert). Beide arbeiteten im gleichen Büro, waren Angestellte auf mittlerer Ebene.

„Wir hatten im Team ein total kollegiales Verhältnis, haben Späße gemacht, uns gegenseitig aufgezogen und gefoppt“, so Mütze. Irgendwann sei es in den Gesprächen mit Petra um die Größe des männlichen Gliedes gegangen, was damit endete, dass er sich vor ihr entblößte.

Daraus habe sich im Laufe der Zeit eine intime Beziehung ergeben, „die sich aber nur auf das Büro am Arbeitsplatz beschränkte“, so der Angeklagte.

Alle weiteren sexuellen Handlungen zwischen Ronni Mütze und Petra Büchler, dazu gehörte auch zweimal Oralverkehr, seien im gegenseitigen Einvernehmen erfolgt, erzählte der 36-Jährige.

Zeugin konnte sich kaum erinnern

Das stritt Petra Büchler ab: „Ich hatte keine intime Beziehung zu ihm. Er hat mir mehrfach an die Brüste gefasst und hat mir seinen Penis in den Mund gesteckt.“

Allerdings beklagte die Richterin, dass sich die Zeugin nicht an Details vor und nach den Taten erinnern konnte. Sie wusste auch nicht mehr, ob sie Ronni Mütze in den Penis gebissen hatte, wie sie es bei der Polizei geschildert hatte.

„Als unglaubwürdig“ bezeichnete der Verteidiger die Aussagen von Petra Büchel und machte das auch daran fest, dass sie nach den angeblichen sexuellen Belästigungen ganz normal im Büro weiter gearbeitet und zunächst niemanden informiert habe.

Mit Gummis beschossen

Das geschah erst Monate später, als sie mit einer anderen Kollegin, der zweiten Zeugin Rosemarie Blaschke (Name geändert), aus dem gleichen Büro eher zufällig auf Ronni Mütze zu sprechen kam. Zuvor hatte sich der Angeklagte nach eigenen Angaben schon von Petra Büchler abgewendet.

Die 37-jährige Rosemarie Blaschke schilderte, dass ihr der Angeklagte zweimal mit der Hand auf den Po schlagen habe.

„Einmal in der Damenumkleide und einmal im Büro. Wir haben zwar immer viel rumgealbert. Wir haben uns im Büro mit Gummis beschossen. Aber irgendwo sind Grenzen, die hat er überschritten.“

Erst spät an die Geschäftsleitung gewandt

Nach diesen Vorfällen hatten sich Petra Büchler und Rosemarie Blaschke entschlossen, die Geschäftsleitung am Standort Brieselang zu informieren. Es gab sofort ein Gespräch mit Ronni Mütze, der daraufhin umgehend einen Aufhebungsvertrag unterschrieben hat.

„Die Po-Klatscher erfüllen in diesem Fall nicht den Tatbestand der sexuellen Nötigung, weil die Geschädigte sich nach eigener Aussage nicht sexuell genötigt gefühlt hat. Weil der eine Klaps auf den Hintern im Büro sehr heftig gewesen ist, handelt es sich um eine vorsätzliche Körperverletzung“, begründete die Richterin das Urteil. Von den anderen Vorwürfen wurde Ronni Mütze freigesprochen.

Von Jens Wegener

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