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Brieselang Mit B-Plänen gegen zu hohe Verdichtung
Lokales Havelland Brieselang Mit B-Plänen gegen zu hohe Verdichtung
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19:20 12.12.2019
Viele haben sich in Brieselang bereits ihren Traum vom eigenen Häuschen verwirklicht. Quelle: Tanja M. Marotzke
Brieselang

Der Zuzug nach Brieselang reißt nicht ab. Das sorgt in der Gemeinde für gemischte Gefühle. Zum einen freut man sich über weitere Neubürger, die 12 000er-Marke ist schon überschritten. Zum anderen allerdings besteht die Gefahr, dass die Flächen zu sehr bebaut und versiegelt werden, so dass der Grüncharakter des Ortes verloren gehen könnte.

Für unpassende Bauvorhaben gebe es schon jetzt einige Beispiele, wie seitens der Gemeindevertreter und auch der Gemeindeverwaltung immer wieder kritisiert wurde. Die monieren deshalb seit geraumer Zeit die Genehmigungspraxis des Landkreises. Um selber Einfluss nehmen zu können, hilft es nur, für bestimmte Gebiete einen Bebauungsplan aufzustellen. Eine effektive, aber für die Kommune sehr teure Lösung.

Mehrere Bauanträge liegen vor

So liegen jetzt mehrere Bauanträge für ein Gebiet nördlich der Straße Am Wald vor. Um die künftige Entwicklung dort gezielt im Sinne der Gemeinde steuern zu können, soll nun ein B-Plan erarbeitet werden.

Begrenzt wird der Bereich im Osten von der L 202, im Norden im Wesentlichen durch das Landschaftsschutzgebiet Nauen-Brieselang-Krämer, im Süden von der Straße Am Wald sowie im Westen von Wohnbebauung. Insgesamt geht es um eine Fläche von etwa 4,1 Hektar.

Grundstücke immer kleiner

Zum Anlass des Bebauungsplanes sagte Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) im Hauptausschuss: „Ich habe jetzt die vierte Ablehnung eines Bauantrages unterschreiben müssen.“ Grund sei unter anderem die zu erwartende, recht hohe Verdichtung in dem Bereich. So werden die Grundstücke immer kleiner. Für Grünflächen, auf denen Regenwasser versickern kann, bleibt dann nur recht wenig Platz.

Zwar muss sich die Genehmigungsbehörde beim Landkreis an der Umgebungsbebauung orientieren, wenn sie nach Paragraf 34 Baugesetzbuch entscheidet. Doch nach Ansicht der Brieselanger Volksvertreter werde der Ermessensspielraum dabei oft zu sehr zugunsten der Bauherren und zuungunsten der Gemeinde ausgeschöpft.

Hohe Bodenpreise

Die Kommune hat zwar die Möglichkeit, das Bauvorhaben abzulehnen, doch der Landkreis kann darüber hinweg gehen. So meinte Garn: „Ich bin gespannt, was der Landkreis in diesen Fällen macht.“ Die Ursache dafür, dass die Parzellen in vielen Bereichen kleiner werden, sieht unter anderem darin, dass die Quadratmeterpreise deutlich gestiegen sind. „Die Leute weichen deshalb auf immer kleinere Grundstücke aus.“

Das scheidende Gemeindeoberhaupt empfiehlt deshalb eine grundlegende Regelung in Form des B-Plans. Wie Bauamtsleiter Uwe Gramsch sagt, „haben wir auch schon mit einem Aufstellungsbeschluss Handlungsmöglichkeiten“. So sei unter anderem eine Veränderungssperre möglich.

Hauptausschuss empfiehlt den Beschluss

Die Kosten für einen solchen B-Plan lägen nach seiner Einschätzung im „oberen fünfstelligen Bereich“. Wobei es sich dabei nicht nur um Ausgaben für Planung handle. Der Hauptausschuss hat jetzt den Aufstellungsbeschluss befürwortet. Nun müssen noch die Gemeindevertreter am 18. Dezember entscheiden.

Wie Gramsch sagt, würden auch andere Kommunen die Möglichkeit nutzen, mit B-Plänen die Bebauung zu steuern. Allerdings erfolge dies allein aus Kostengründen meist nur punktuell und nur in wenigen Fällen flächendeckend. Gramsch nannte als Beispiele für Letzteres Berlin-Frohnau und auch den Grunewald. Im Falle von Brieselang wolle man aber auch prüfen lassen,wie eventuell mit einfacheren Möglichkeiten als B-Plänen Einfluss genommen werden kann.

Schutz für Gebiet um die Thälmannstraße

Aber auch in einem anderen Bereich der Gemeinde will die Gemeinde eine zu hohe Verdichtung vermeiden und Gräben sowie Freiflächen schützen. Dies betrifft ein Gebiet von etwa sechs Hektar in Brieselang Nord zwischen den Straßen Am Winkel und Am Wald im Norden, Bahnstraße im Süden, Blumensteg im Westen und Heideweg im Osten. Insgesamt handelt es sich dort um vier B-Pläne, die sich jetzt im Verfahren befinden.

Von Andreas Kaatz

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