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Brieselang Abgesang: Männerchor Harmonie löst sich auf
Lokales Havelland Brieselang Abgesang: Männerchor Harmonie löst sich auf
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20:27 30.12.2019
Der Auftritt zur Verabschiedung von Wilhelm Garn war der letzte für den Männerchor. Quelle: Tanja M. Marotzke
Brieselang

Für Wehmut gab es beim Auftritt des Männerchores Harmonie 1926 am 17. Dezember gleich zwei Anlässe. Zum einen verabschiedeten die Sänger nach 16 Jahren Bürgermeister Wilhelm Garn in den Ruhestand. Zum anderen verabschiedeten sie sich mit der Brandenburg-Hymne anschließend selbst von der Gesangsbühne. Denn es war der allerletzte Auftritt des Ensembles. Zum 31. Dezember löst sich der Chor nach 93 Jahren auf.

„Das Grundübel ist: Wir haben zuletzt immer mehr Mitglieder durch Krankheit, Tod und Wegzug verloren. Zum Schluss waren wir nur noch elf. Und von denen sind vier über 80 Jahre alt. Der Jüngste ist 69“, sagt der bisherige Vorsitzende Wilfried Otto. Neue Mitglieder seien nicht mehr dazu gekommen. „Keiner interessiert sich für den Männerchor.“

Chöre fusionierten

So fiel auf der Jahreshauptversammlung im Mai schweren Herzens die Entscheidung, das Gesangsensemble aufzulösen. „Solange wir es noch in Würde machen können“, erklärte Otto den Schritt. „Das heißt aber nicht, dass man sich nicht trotzdem weiterhin treffen kann.“

Entstanden ist der Chor ursprünglich in Folge der Fusion von zwei Chören. So gründete sich vor 93 Jahren der Männerchor Brieselang 1926 mit anfangs zwölf Mitgliedern, kurz darauf waren es 21.

Neuer Schwung zog ein

Aufgrund politischer Querelen spalteten sich dann einige Mitglieder 1929 ab und gründeten ihren eigenen Chor, nämlich den Männerchor Harmonie. Zwangsweise wurden dann beide Chöre nach 1933 zusammengelegt zum „Männerchor Harmonie Brieselang 1926“ – mit 32 aktiven Mitgliedern.

Der Brieselanger Männerchor

Der Männerchor Harmonie Brieselang 1926 e.V. entstand nach 1933 aus der Fusion von zwei Chören.

Einer davon ist der am 3. Juni 1926 gründete Chor Brieselang 1926, erster Vorsitzender war Wilhelm Daase. 1927 erfolgte der Eintritt in den Arbeitersängerbund. Der zweite Chor ist der Männerchor Harmonie Brieselang, der sich am 25. Februar 1929 abgespaltet hatte. Dessen Vorsitzender Hermann Höhne leitete später auch den fusionierten Chor.

Am längsten war Günther Schwanke Mitglied im Männerchor. Er trat vor mehr als 64 Jahren ein.

Nach Kriegsende hatte es auch der Chor schwer, doch schon bald waren es wieder 25 aktive Sangesbrüder, unter denen auch viele junge Sänger waren. Neuer Schwung zog ein. Zu DDR-Zeiten entwickelte sich der Chor zunehmend zu einer festen Größe. „Man kann sagen: Der Männerchor, das war was“, sagt Wilfried Otto. Oft trat man im Rosengarten auf. „Die Eintrittskarten wurden aus der Hand gerissen.“

Euphorie nach der Wiedervereinigung

Es gelang damals recht gut, ausgeschiedene Mitglieder durch neue und teils jüngere zu ersetzen. Dann kam die Wende und die Euphorie nach der Wiedervereinigung. Chorfahrten führten die Mitglieder unter anderem an den Rhein und an die Mosel. Dann jedoch ging es abwärts mit den Mitgliederzahlen.

„Bald war ein sinkendes Interesse an einer Mitgliedschaft in einem Männerchor zu erkennen“, sagt Wilfried Otto. Als er 2004 dazu stieß, gab es noch 50 Mitglieder, davon 25 aktive. Doch deren Zahl ging immer weiter zurück. Zuletzt mussten die elf Sänger auf vier Stimmen verteilt werden. Für den zweiten Bass gab es nur noch einen. „Wenn der ausfällt, dann geht das auf Dauer nicht“, sagt der bisherige Vorsitzende.

Sehr viele Auftritte

Otto ist immer noch froh, dass es gelungen war, mit Karlheinz Fleischer einen engagierten Dirigenten und Übungsleiter zu finden, der bis zum Schluss dem Chor die Treue hielt. „Wir hatten großes Glück, dass wir mit ihm einen Mann gefunden haben, der es verstanden hat, uns mitzureißen.“

Und auch wenn es jetzt vorbei ist: Man wird gern zurückdenken an die zahlreichen Auftritte beispielsweise in Seniorenheimen, beim Weihnachtssingen oder beim Pfingstkonzert, aber auch an die vielen Chorfahrten. Wilfried Otto bedauert es, dass eine so langjährige Tradition nun ein Ende gefunden hat. Er ist aber froh, dass die Chronik an die Gemeinde gegangen und damit in guten Händen ist.

Ein guter Abschluss

Otto jedenfalls war es wichtig, dass der letzte Auftritt am 17. Dezember einen solchen Rahmen hatte. „Es war ein guter Abschluss für den Chor vor einer großen Öffentlichkeit. Es waren auch Leute dort, die den Chor zuvor noch nie gesehen oder gehört hatten.“

Von Andreas Kaatz

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