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Brieselang Nymphensee bei den Badegästen sehr beliebt
Lokales Havelland Brieselang Nymphensee bei den Badegästen sehr beliebt
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20:13 30.08.2019
Familie Becker aus Falkensee fühlt sich wohl am Nymphensee, ist häufig dort zu finden. Noch bis zum 15. September dauert die Badesaison – hält die Hitze an, auch länger. Quelle: Tanja M. Marotzke
Brieselang

Brigitte Scharffe ist am Freitag erst das dritte Mal am Nymphensee und weiß gar nicht, warum sie nicht schon früher auf die Idee kam, dort zum Baden zu gehen. „Das ist wirklich toll hier. Es ist schön groß, es herrscht Ruhe. Man muss gar nicht woanders hin“, sagt die Brieselangerin.

Auch der Falkenseerin Natalia Eichhorn gefällt es am See. Warum? „Weil es ein natürliches Gewässer ist, das eine schöne Sandbucht hat. Ich bin aber froh, dass der alte Pächter nicht mehr da ist. Deswegen war ich die letzten Jahre nicht mehr hier“, sagt sie.

Gemeinde zog Reißleine

Der neue Pächter ist Frank Goslowsky. Bei der Ausschreibung der Gemeinde hatte er das Rennen gemacht, kümmert sich seit März um das Naturbad. „Wir hatten mit dem Vorpächter viele Konflikte und haben dann die Reißleine gezogen“, sagte Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) beim Besuch von Landrat Roger Lewandowski (CDU).

Der Nymphensee ist entstanden, als die Autobahn gebaut worden ist. Jetzt gehört er zu einem beliebten Naherholungsgebiet. Davon überzeugte sich auch Landrat Roger Lewandowski (CDU) am Freitag bei seinem Besuch in der Gemeinde.

Goslowsky ist seit Jahren Unternehmer in Brieselang. „Als ich hierher kam, habe ich mich in den See verliebt.“ Als jetzt die Möglichkeit bestand, den See zu betreiben, und er sich bewerben wollte, „da meinte meine Frau: du bist bekloppt. Du hast doch mit deiner Firma genug zu tun“, sagt er lachend. „Aber wir haben hier einen so schönen See und es wäre schade, wenn alles vergammelt und die Leute unzufrieden sind“, sagt er.

Zufrieden mit der Saison

Mit seiner ersten Badesaison ist Goslowsky recht zufrieden. „Es freut uns, dass wir auch viele Altbrieselanger motivieren können, an den See zu kommen. Darunter sind viele, die zehn Jahre lang nicht mehr hier waren“, so Goslowsky.

Vor allem, wenn es sehr warm ist und die Sonne scheint, dann strömen die Leute ins Naturbad. „Als einmal 40 Grad waren, kamen am Tag rund 1500 Gäste. Am Ende hatten wir kein Eis und keine Cola mehr und auch die Pommes gingen zur Neige“, so der Pächter, der von dem großen Ansturm überrascht war.

Mehr als nur Baden

Er will den Gästen mehr bieten als nur die Möglichkeit zum Baden. So ist jetzt die Beachvolleyballanlage fertig, 15 Kubikmeter Sand wurden dazu angefahren. Man kann Bretter fürs Stand Up Paddling ausleihen, und demnächst soll es eine Minigolfanlage mit vorerst drei Bahnen geben.

Die Terrasse am Imbiss lädt zum Verweilen ein und besitzt eine ausfahrbare Markise, die für den Winter mit Seitenteilen versehen werden kann. So entsteht ein geschlossener Raum, der mit Heizstrahlern erwärmt wird. Denn das Naturbad soll ganzjährig genutzt werden können.

Schlagerparty geplant

Zum Konzept gehören auch Veranstaltungen. So plant er eine Schlagerparty zusammen mit einem Radiosender sowie „Klassik am See“. „Wenn wir es schaffen, wollen wir auch ein Feuerwerk-Event installieren.“ Bereits am September wird es einmal die Woche Freiluftkino geben, ein Starttermin steht nicht nicht fest.

Außerdem will Goslowsky im alten Bademeisterhäuschen eine Sauna unterbringen. Weil das Gebäude aber baufällig ist, muss es abgetragen und neugebaut werden. Das soll 2020 erfolgen. Zudem wird die Terrasse zum Jahresende erneuert und mit einer Rampe für Rollstuhlfahrer versehen.

Zweiter Anlauf im Herbst

Die Gemeinde will noch das Sanitärgebäude sanieren lassen. Nach der ersten erfolglosen Ausschreibung erfolgt im Herbst ein zweiter Anlauf.

Vor dem Abschluss steht außerdem ein Vertrag mit der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), um die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten. In dem werden die Zeiten festgelegt, wann die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer vor Ort sind. Zudem hat sich Goslowsky selber zum Rettungsschwimmer ausbilden lassen, zwei seiner Mitarbeiter werden seinem Beispiel im Herbst folgen.

Zaun soll entstehen

Der Naturbadchef hofft, dass es mit Hilfe des Landkreises gelingt, das Naturschutzgebiet auf der anderen Seite komplett mit einem Zaun zu versehen. Davon verspricht er sich auch, dass das Naturbad nicht mehr illegal betreten werden kann. „Denn das ärgert mich immer wieder.“ Der Landrat will nun prüfen lassen, ob ein solcher Zaun möglich ist.

Zu den treuesten Gästen am Nymphensee gehört auf jeden Fall Familie Becker, die auch dorthin kommt, wenn es noch nicht 30 Grad warm ist. „Wir sind hier schon, seit es den See gibt“, sagt Bernhard Becker. So flach wie jetzt hat er das Gewässer aber noch nicht erlebt. Der Wasserstand ist wegen der Trockenheit rund 1,5 Meter geringer als sonst.

Von Andreas Kaatz

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