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Brieselang Fundräder kamen unter den Hammer
Lokales Havelland Brieselang Fundräder kamen unter den Hammer
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01:16 01.07.2019
Das Cruiser-Rad erzielt mit 40 Euro einen der höchsten Preise in der Brieselanger Fahrradversteigerung. Quelle: Vivien Tharun
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Brieselang

Sie liegen in Gräben oder stehen an Straßenecken: wild entsorgte oder geklaute Fahrräder. Die Gemeinde Brieselang veranstaltet in unregelmäßigen Abständen Versteigerungen, um neue Besitzer für die herrenlosen Räder zu finden. „Wenn etwa 20 Stück beisammen sind, gibt es eine Auktion“, sagt Marcel Braun von der Gemeinde. Das Interesse an der Versteigerung ist dieses Mal größer als in den Vorjahren – aufgrund der Anzeige über die sozialen Medien, wie der Gemeindevertreter vermutet. 31 Menschen sind am Donnerstagabend, um zu bieten.

Unterschiedliche Zustände

Die Fahrgeräte sind alle in unterschiedlichen Zuständen. Einige sind nur etwas angerostet und ansonsten vollständig. Andere bestehen nur noch aus einem sattellosem Rahmen mit platten Reifen. Damit die Gemeinde möglichst viele Räder los wird, liegen die Einstiegsgebote niedrig.

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Drahtesel in schlechtem Zustand beginnen mit einem Einstiegsgebot von einem oder drei Euro. Die meisten starten bei fünf Euro. Sieben Personen hatten schon in der Vorwoche gebeten, sich die Fahrräder vorab ansehen zu dürfen. Für zwei Räder wurden im Vorfeld schriftliche Gebote abgegeben.

Bieter mit Rücksichtnahme

Es dauert nur 30 Minuten, bis 19 der Fahrräder neue Besitzer haben. Als einziges übrig ist der sattellose Rahmen. Das teuerste ist ein silbernes Damenrad mit tiefem Einstieg für 90 Euro. Doch trotz des Tempos der Versteigerung bleiben die Bieter verständnisvoll miteinander. So bittet ein junger Mann eine Dame, nicht weiter auf ein Mountainbike zu bieten, da er dringend ein Rad bräuchte – und sie willigt ein.

Abräumer des Tages

Abräumer des Tages ist ein An- und Verkaufshändler aus Falkensee, der sechs Fahrräder kauft. „Für die Privatleute hier finde ich etwas schade, aber so ist es nun einmal“, sagt Marcel Braun. Bewertet waren die Räder vor der Auktion mit insgesamt 120 Euro. Mehr als 350 Euro kamen zusammen. Die neuen Besitzer erhalten von der Gemeinde ein Zertifikat, das belegt, dass sie ihr Rad rechtmäßig erworben haben. Sollte ein ehemaliger Besitzer sein altes Fahrrad wiedererkennen und belegen können, dass es wirklich in seinem Besitz war, zahlt die Gemeinde den Auktionspreis an ihn. Das Rad verbleibt jedoch beim neuen Eigner.

Von Vivien Tharun