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Brieselang Julian will den Tumor besiegen
Lokales Havelland Brieselang Julian will den Tumor besiegen
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19:46 18.05.2018
Julian Kirsch kämpft gegen die Krankheit. Quelle: privat
Brieselang

Fußball ist seine Welt. Zwei Teams liegen Julian Kirsch besonders am Herzen: Grün-Weiß Brieselang, die Mannschaft, in der er aktiv gespielt hat, und der Hamburger SV. Auch wenn der gerade in die 2. Bundesliga abgestiegen ist. „Die kommen wieder hoch“, sagt der Zehnjährige. Einmal war er schon mit seinem Papa im Stadion in Hamburg – „ein unvergessliches Erlebnis“, wie er sagt. Er würde sich freuen, wenn er das noch mal in der 1. Liga erleben könnte.

Bei dem kleinen Brieselanger wurde vor fast genau zwei Jahren ein Tumor im Kleinhirn festgestellt. „Irgendwie hatten wir das Gefühl, dass mit Julian etwas nicht stimmt. An bestimmten Tagen hatte er Aussetzer, er war ständig müde, musste brechen, hatte keine Lust zum Fußball“, erinnert sich Mutter Nicole. Eine Untersuchung in der Klinik Nauen brachte die schlimme Diagnose.

Zwischen Hoffen und Bangen

Es begann ein bis heute andauernder Lebenabschnitt für Julian und seine Eltern – auch für die beiden anderen Kinder der Familie Fabian (8) und Elisa (3) –, der sich zwischen Hoffen, Bangen, Behandlungen und Operationen bewegt. „Aber Julian ist stark, der will den Tumor besiegen“, weiß die Mutter.

Nach der ersten Operation im April 2016 folgten fünf „unendlich lange Tage des Wartens auf den Befund“. Dann war klar: Ein bösartiger Tumor, Julians Chancen zu überleben, so die Prognose der Ärzte, liegt bei 70 Prozent.

Regelmäßig musste Julian zu Bestrahlungen und Chemotherapie ins Virchow-Krankenhaus. Seine Mutter oder sein Vater waren immer bei ihm, übernachteten in der Klinik. „Das komplette Familienleben haben wir umgestellt“, erzählt Nicole. Sie selbst war eine Zeit krankgeschrieben, der Vater sprang ein, wenn er beruflich konnte, die Großeltern, die auch in Brieselang wohnen, kümmerten sich mit um die beiden anderen Kinder, auch Nicols Schwester Janine stand ihnen helfend zur Seite. „Wir konnten über die Sache gar nicht nachdenken, wir haben nur noch funktioniert“, gesteht Julians Mutter mit Tränen in den Augen.

Plakate auf dem Fußballplatz

Erste kleine Glücksmomente erlebte die Familie als Julian im August 2016 nach Hause konnte, auch endlich die Medikamente gefunden waren, die seinen Appetit wieder anregten, so dass er den Gewichtsverlust von acht Kilogramm aufholte. Dann kam die Familie an einem Samstag auf den Brieslanger Fußballplatz zu einem Spiel der 1. Mannschaft. „Die Männer hatten überall Plakate aufgehängt mit den Worten ’Wir kämpfen für Julian’ und haben meinem Sohn ein Trikot überreicht. Es war überwältigend“, beschreibt Nicole Kirsch.

Weil die Familie das Schicksal von Julian per Facebook bekannt gemacht hatte, setzte eine Welle der Hilfsbereitschaft ein. Den Anstoß gab der Brieselanger Pierre Witthuhn – Erzieher auf dem Leonardo-da-Vinci-Campus Nauen, Freund der Familie und Vater von Lenny, der mit Julian zusammen bei Grün-Weiß Fußball gespielt hat: „Das Hortteam des Campus veranstaltet in der Turnhalle in Nauen jedes Jahr ein Turnier mit Fußballnachwuchsmannschaften. Als wir erfahren haben, dass es Julians großer Wunsch ist, mit der Familie noch mal in den Europapark nach Rust zu fahren, stand fest: Wir sammeln bei dem Turnier für Julian.“

Spendenaktionen auf dem Campus Nauen

Noch bevor das Turnier begann, war die Spendenbox das erste Mal voll. Zu den 200 Euro kamen dank des Verkaufs von Essen und Trinken 823 Euro hinzu. „Sogar Fußballer aus Elstal, also von der Konkurrenz, haben uns unterstützt“, sagt Witthuhn. Weitere 750 Euro wurden bei einem Flohmarkt auf dem Campus vor wenigen Tagen gesammelt, so dass der Reise von Julian und seiner Familie eigentlich nichts mehr im Wege steht.

Bis auf seine Krankheit. „Wir leben im Moment immer zwischen zwei MRT-Untersuchungen und hoffen auf ein Wunder für Julian“, sagt die Mutter. Die letzte MRT-Diagnose im Oktober 2017 sagte, dass wieder drei „böse Stellen“ im Kopf des Jungen zu sehen waren. Eine wurde operiert, die beiden anderen sollen mit Medikamenten behandelt werden.

Von Jens Wegener

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