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Brieselang Unbekannter beschießt Katze mit Diabolo
Lokales Havelland Brieselang Unbekannter beschießt Katze mit Diabolo
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12:50 04.04.2019
Mit einer blutenden Wunde kehrte Katze „Frieda“ am Mittwoch nach Hause zurück. Quelle: privat
Brieselang

Wer hat auf „Frieda“ geschossen? Als die Katze am Mittwoch mit einer blutigen Wunde am Rücken nach Hause kam, reagierte Besitzer René Haase sofort.

„Wann genau es passiert ist, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Tierärztin Karin Schulze am Markt konnte unserer Frieda schnell helfen“, so der Brieselanger auf MAZ-Anfrage. Die blutige Wunde wurde versorgt, die Klammern sollen in der nächsten Woche gezogen werden.

Diabolo-Projektil traf die Katze

Getroffen wurde Frieda im Umkreis der Brieselanger Friedrich-Engels-Straße von einem Diabolo-Projektil, so René Haase nach dem Tierarzt-Besuch.

Diese Projektile werden üblicherweise aus Luftgewehren abgefeuert. „Es stimmt mich sehr traurig, dass in unserer Nachbarschaft solche Menschen wohnen, die so etwas machen“, schrieb Haase in der Brieselanger Facebook-Gruppe. „Das, was mich echt wütend macht, ist die Hilflosigkeit gegenüber dieser feigen Tat“, so der entsetzte Katzen-Halter zur MAZ.

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Nicht der erste Fall dieser Art, weiß Facebook-Nutzer Clemens Pohl. „Unserer Katze wurde in der Gegend in den Bauch getreten. Sie musste anschließend in die Klinik“, schrieb er.

„Sie wollte anschließend nicht mehr raus, ist jetzt eine Stubenkatze. Vielleicht war es der selbe Idiot, wir wohnen nur zwei Straßen weiter“, so Pohl.

Der letzte Fall liegt einige Jahr zurück

„So etwas kommt immer wieder vor. Der letzte Fall, den ich behandelt habe, liegt allerdings schon vier oder fünf Jahre zurück“, sagte die Brieselanger Tierärztin Monika Kruschinski.

Damals seien zwei Katzen der selben Besitzerin betroffen gewesen. „Ich habe in diesen Fällen ebenfalls Diabolo-Projektile entfernt“, so die Tierärztin. Die Verletzungen seien jedoch bereits älter gewesen, sie sei zunächst von Abszessen ausgegangen.

„Werden Katzen oder Hunde mit scharfer Munition angeschossen, könnte man vermuten, dass es sich dabei um den Querschläger eines Jägers handelt, der die Tier verwechselt hat. Bei einem Luftgewehr allerdings sieht es eher nach gezielten Angriffen aus“, sagte Gabriele Brückner vom Tierschutzverein Tierheim Falkensee und Umgebung. „So etwas kommt vereinzelt vor, in letzter Zeit sind mir allerdings keine Fälle bekannt“, so Brückner weiter.

Fassungslosigkeit der Facebook-Gemeinde

Die Brieselanger Facebook-Gemeinde ist indes fassungslos. „Furchtbar! Die arme Miez. Gute Besserung wünsche ich. Mir fehlen die Worte“, schrieb Sabine Schurig.

„Abartig und absolut verwerflich. Leider heute an der Tagesordnung, dass auf Tiere geschossen wird“, kommentierte Ruth Schnitzler.

Von ihrer Tierarzthelferin habe Facebook-Nutzerin Aileen Jütterschenke die Information erhalten, dass Katzen wohl relativ häufig wegen Schussverletzungen behandelt werden müssen. „Ich wollte das nicht glauben, weil ich es einfach nicht verstehe, warum man sowas macht. Aber scheinbar hatte die Arzthelferin doch recht“, so Jütterschenke.

Wer mit einem Luftgewehr schießen darf

„Das ist kein Kavaliersdelikt. Leider ist es aussichtslos, den Täter zu ermitteln“, sagte Besitzer René Haase.

Der Einsatz von Diabolo-Projektilen gegen Wirbeltiere ist in Deutschland ohne Genehmigung verboten. Ein Luftdruckgewehr mit einer Geschossenergie von 0,6 bis 7,5 Joule kann sich nach deutschem Waffengesetz allerdings jeder zulegen, der über 18 Jahre alt ist.

Das Schießen darf auf zugelassenen Schießständen, aber auch auf privaten Grundstücken stattfinden. Die Voraussetzung dafür ist lediglich, dass die Projektile das Grundstück nicht verlassen können.

Von Laura Sander

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