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Brieselang Kita-Plätze sollen zentral vergeben werden
Lokales Havelland Brieselang Kita-Plätze sollen zentral vergeben werden
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20:22 14.08.2019
Mit der Fertigstellung der Kita „Grashüpfer“ im Frühjahr hat sich die Platzsituation ein wenig entspannt. Quelle: Tanja M. Marotzke
Brieselang

Derzeit vergibt jeder Kita-Träger in Brieselang die Betreuungsplätze in den jeweiligen Einrichtungen in eigener Verantwortung. Doch das könnte sich möglicherweise in Zukunft ändern. Der Bildungsausschuss der Gemeinde hat jetzt mehrheitlich eine Beschlussvorlage von CDU und SPD befürwortet, wonach die Einführung einer zentralen Vergabe von Kita-Plätzen in der Gemeinde geprüft werden soll.

Ziel ist es, den Aufwand für alle Beteiligten zu verringern – sowohl für die Gemeindeverwaltung und die freien Träger als auch für die Eltern. Als einen Vorteil nannte Friederike Heine (CDU) unter anderem: „Damit soll in Zukunft verhindert werden, dass es Mehrfachanmeldungen seitens der Eltern gibt.“ Denn weil es in Brieselang nach wie vor an Betreuungsplätzen fehlt, beantragen Eltern oder werdende Eltern in ihrer Not gleich in mehreren Einrichtungen einen Platz und hoffen darauf, damit ihre Chancen zu erhöhen.

Es soll einfacher werden

Mit dem neuen System, das laut dem Vorschlag Mitte 2020 eingeführt werden könnte, soll es für sie einfacher laufen: So könnten sie künftig auf einem Internetportal ihre Wunscheinrichtung nennen sowie eine Alternative. Die Vergabe der Plätze soll letztlich so transparent wie möglich erfolgen. Zudem kann die Gemeinde den tatsächlichen Bedarf an Betreuungsplätzen zielgerichteter und zeitnäher als bisher erfassen, da doppelte Wartelisten oder der Abgleich von Mehrfachanmeldungen entfallen.

Als „tolle Sache“ bezeichnete Heike Swillus (Linke) den Vorschlag. Sie selbst kennt mehrere Beispiele, bei denen Frauen sich gleich am Beginn der Schwangerschaft um einen Betreuungsplatz für ihr Kind bemüht haben. „Sie haben sich dann in mehreren Kitas angemeldet.“

Verwaltung wird entlastet

Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) meinte zudem: „Wir entlasten bei einer zentralen Vergabe auch die Verwaltung.“ Denn beispielsweise würden manche Eltern sehr häufig anrufen, um nachzufragen, wie es mit dem Platzwunsch aussieht. Auf einem Internetportal könnten sie indes unbürokratisch den Bearbeitungsstand ihrer Anfrage einsehen.

Allerdings ist der Vorschlag für eine zentrale Platzvergabe nicht ganz neu. So arbeitet die Gemeindeverwaltung seit 2014/15 an den Grundlagen für eine Software, die genau das ermöglichen soll. Dabei ist geplant, die sieben Kindertagesstätten, zwei Horte sowie zehn Tagespflegepersonen im Gemeindegebiet mit einzubinden.

Vereinbarungen nötig

Ohne die Bereitschaft der freien Träger, dort mitzuwirken, würde der Plan aber nicht funktionieren. Bildungs-Fachbereichsleiter Thomas Lessing ist diesbezüglich optimistisch: „Wir haben es den Trägern schon vorgestellt und die Veranstaltung verlief eher positiv.“ Letztlich wären Vereinbarungen zwischen Gemeinde und den Trägern erforderlich.

Da die Verwaltung mit dem Leistungsverzeichnis für eine Kita-Software schon recht weit ist, sah Ralf Heimann (IBB) bei dem Beschlussvorschlag starken Änderungsbedarf. „Wir sind schon in der Periode vor der Ausschreibung. Der Beschlussantrag müsste also überarbeitet werden, sonst wäre es ein Rückschritt.“

Zwölf Plätze fehlen derzeit

Aileen Jütterschenke (SPD) zeigte sich indes mit der Verfahrensweise seitens der Gemeinde nicht einverstanden. Für sie war es überraschend, dass die Verwaltung seit Jahren an einer Kita-Software für alle Einrichtungen arbeitet.

Aktuell fehlen zwölf Betreuungsplätze in der Gemeinde, bis Juni 2020 wird das Defizit voraussichtlich 41 betragen. Doch dies könnte sich auch noch weiter erhöhen. „Wir wissen nicht, wie die Entwicklung in den nächsten Jahren verlaufen wird“, sagte Bürgermeister Garn. Denn auf jeden Fall werden im Baugebiet an der Pappelallee viele Häuser und Wohnungen entstehen. Deshalb ist auch der Kita-Neubau in der Gottlieb-Daimler-Straße geplant. „Damit hätten wir dann das erste Mal seit Langem wieder Luft.“

Von Andreas Kaatz

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