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Brieselang Brieselang: Gesamtschulbau ist noch nicht sicher
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20:45 06.02.2020
Seit Langem wird über einen Ersatzbau für die Hans-Klakow Oberschule geredet. Quelle: Andreas Kaatz
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Brieselang

Der Beschluss der Gemeindevertreter zum Neubau einer Gesamtschule ist seit Längerem gefasst, der Vertrag mit dem Landkreis zur Förderung unter Dach und Fach. Doch ob die Gemeinde Brieselang das geplante Bauvorhaben tatsächlich realisieren wird, scheint derzeit nicht ganz sicher zu sein. Denn die Kosten könnten der Kommune mit ihren mehr als 12 000 Einwohner über den Kopf wachsen.

Aus dem Grunde rief Bürgermeister Ralf Heimann (FW) in der Gemeindevertretersitzung am Mittwochabend zu einer öffentlichen Diskussion auf. Das Thema soll in einer recht kurzfristig anberaumten Sondersitzung ausgiebig debattiert werden.

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Termin kaum noch zu halten

Klar scheint aber schon jetzt zu sein: Der Fertigstellungstermin für den ersten Bauabschnitt, der die Sekundarstufe I betrifft, wird wohl kaum noch gehalten werden können. Laut Vertrag mit dem Landkreis soll nämlich zum Schuljahr 2021/22 der vierzügige Betrieb aufgenommen werden. Doch noch immer läuft die europaweite Suche nach einem Planer. Es gibt somit noch keine belastbare Planung.

„Was kommt auf uns an Kosten zu? Wir haben im Bildungsbereich viele Unbekannte“, warnte Bürgermeister Heimann. Laut Finanzierungsvertrag mit dem Landkreis soll die Schule einschließlich der Sporthalle rund 25,3 Millionen Euro kosten. Der Landkreis selber will sich mit bis zu 6,1 Millionen Euro an dem Vorhaben beteiligen. Danach hätte Brieselang allein rund 19,2 Millionen Euro aufzubringen. Wird es jedoch teurer, und die Wahrscheinlichkeit dafür ist relativ groß, dann bleibt die Gemeinde auf den Mehrkosten sitzen.

Ersatzbau für gelbes Haus nötig

Doch nach einer erneuten Berechnung der Kosten mit Stand Januar 2020 sei Brieselang allein schon mit 21,3 Millionen Euro an Baukosten dabei, wie Heimann sagte. Und dabei werde es nicht bleiben. Denn die neue Schule soll an der Stelle errichtet werden, wo sich jetzt das sogenannte gelbe Schulgebäude befindet, das die Hans-Klakow-Oberschule mit nutzt.

Somit ist es erforderlich, dieses Gebäude abzureißen. „Vorher müssen wir allerdings ein Ausweichgebäude für einen Zeitraum von etwa zwei Jahren errichten, was etwa eine halbe Million Kosten nach sich zieht“, sagte Heimann. Hinzu kämen weitere 500 000 Euro für eine neue Heizzentrale, die aber auch so oder so anfallen würden.

Horterweiterung erforderlich

Doch die Gemeinde müsse mit weiteren hohen Ausgaben rechnen. 1,1 Millionen Euro sind somit nötig, um die Aufstockung des Hortanbaus am Blauen Gebäude zu bewältigen. Und wenn die Robinson-Grundschule später tatsächlich vierzügig sein soll, muss sich Brieselang generell über eine Horterweiterung Gedanken machen. Für einen Anbau nannte Heimann Kosten von 1,8 Millionen Euro.

Doch es gibt weitere Fragezeichen. So steht noch völlig in den Sternen, wie sich die Baukostensteigerungen bemerkbar machen werden. Die Verwaltung geht von jährlich 2,5 bis 5,5 Prozent aus. Außerdem muss im Rahmen des B-Plans für die Sporthalle der Lärmschutz für das gesamte Areal geprüft und angepasst werden.

Weitere Kosten eingerechnet

Hinzu kommen weitere Kosten, die zwar nicht direkt etwas mit der Gesamtschule zu tun haben, die die Gemeinde aber im Zuge des Bevölkerungswachstums berücksichtigen muss. „Eventuell müssen wir auch die Zeebra-Grundschule vierzügig ausbauen“, sagte Heimann – und meinte am Schluss –, um die finanzielle Not zu unterstreichen: Wenn das alles realisiert werden soll, „dann müssen wir im Rathaus alle entlassen. Aber das ist natürlich nur rein rhetorisch gemeint“.

Bestätigt sieht sich angesichts der Ausführungen BFB-Fraktionschef Christian Achilles. Er hatte vor dem Beschluss zum Vertrag mit dem Landkreis kritisiert, dass die Gemeinde mit eventuellen Zusatzkosten alleingelassen wird. „Wir haben jetzt als Gemeinde Mehrkosten von sieben bis acht Millionen Euro. Wenn es so kommen sollte, dann brauchen wir uns nur noch über Einsparungen unterhalten. Wir benötigen jetzt Klarheit, ob wir ein solches finanzielles Wahnsinnsprojekt stemmen können“, sagte er.

Gemeinde in der Klemme

Die Gemeinde ist indes in der Klemme. Sie braucht für ihre weiterführende Schule ohnehin ein neues Gebäude. Denn das Haus, in dem sich die Hans-Klakow-Oberschule befindet, ist marode, viel zu klein und reparaturanfällig.

Doch wenn die Kommune nur eine Oberschule baut, wird es für sie wahrscheinlich auch nicht preiswerter. „Wir kommen auf die gleichen Gemeindekosten wie für die Gesamtschule“, sagte Heimann. Denn die Förderung des Landkreises fällt dann weg. Diese beziehe sich nur auf die Sekundarstufe II und eine daraus resultierende größere Sporthalle.

Viele Unwägbarkeiten

„Dann können wir auch gleich eine Gesamtschule bauen“, meinte der Bürgermeister. „Eigentlich sollte das Gebäude für die Sekundarstufe I schon nächstes Jahr stehen, aber das ist sehr mutig“, meinte er angesichts der vielen Unwägbarkeiten.

Von Andreas Kaatz

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