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Brieselang Online-Modehändler Zalando verlässt Brieselang
Lokales Havelland Brieselang Online-Modehändler Zalando verlässt Brieselang
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15:37 08.01.2019
Rund 300 000 Mode- und Lifestyle-Artikel hat die Online-Plattform Zalando im Sortiment. In Brieselang kann aus Platzgründen nur ein kleiner Teil gelagert werden. Quelle: Zalando
Brieselang

Der Online-Modehändler Zalando wird sich in diesem Jahr aus Brieselang (Havelland) zurückziehen. Zum 1. April übernimmt der Logistikdienstleister Fiege den Standort am Güterverkehrszentrum (GVZ) und damit auch alle rund 1000 Mitarbeiter. Geregelt werden soll dies in einem Vertrag, der noch im Januar unterzeichnet wird. Das teilten die beiden Unternehmen am Dienstag mit.

Als Grund für diesen Schritt nannte Zalando zunehmende Platzprobleme, die das Unternehmen angesichts seines immer weiter wachsenden Sortiments habe. Es umfasst mittlerweile rund 300.000 Mode- und Lifestyle-Artikel.

Ende war absehbar

„In Brieselang stoßen wir daher allein räumlich an Grenzen. Zusätzlich lassen sich hier moderne Automatisierungstechnologien, die in unseren anderen Logistikzentren Standard sind, nur in begrenztem Umfang einbauen. Über die Jahre ist es für uns daher zunehmend schwerer geworden, den Standort für unsere Zwecke wirtschaftlich effizient zu betreiben und ein Ende von Zalando in Brieselang war absehbar“, sagt David Schröder, Senior Vice President Convenience bei Zalando.

Es sollte aber unbedingt weitergehen am Standort Brieselang, beteuerte er. „Uns war wichtig, eine Lösung zu finden, die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Zukunftsperspektive bietet.” Er sei froh, dass es gelungen ist, mit Fiege einen erfahrenen Logistikanbieter auch in Brieselang als Partner zu haben, „mit dem wir bereits erfolgreich an anderen Standorten zusammenarbeiten. Daher freuen wir uns, dass wir unsere langjährige Partnerschaft nun am Standort Brieselang weiter vertiefen können”, sagt er.

Auftragsvolumen garantiert

Denn ein Teil der Waren von Zalando wird auch künftig in Brieselang umgeschlagen. Das Unternehmen garantiert Fiege ein Auftragsvolumen bis mindestens Mitte des Jahres 2020. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man noch 2018 eine Standortgarantie zugesichert. Aber auch darüber hinaus möchte Zalando die Entwicklung bis Mitte 2024 mit Aufträgen unterstützen. Denn Fiege plant in Brieselang einen Umbau zum Multi-User-Standort.

Zalando wird somit nicht der einzige Auftraggeber sein. „Das Ziel ist, weitere Kunden zu integrieren“, sagt Christoph Mangelmans, Managing Director Fashion & Online Retail bei Fiege. „Zusammen mit den erfahrenen Mitarbeitern in Brieselang wollen wir alles für diese neue Chance auf eine langfristige Perspektive tun und den Standort weiterentwickeln.“ Zalando will dies mit seinen Aufträgen unterstützen und dabei helfen, dass die neue Strategie aufgeht.

Klassischer Betriebsübergang

Auch für Zalando sei es wichtig gewesen, dass man den Mitarbeitern eine Zukunftsperspektive bieten kann, sagt Schröder. Sie sind am Dienstag über die neuen Entwicklungen im Unternehmen informiert worden. „Es handelt sich um einen klassischen Betriebsübergang. Die Mitarbeiter bekommen weiterhin den gleichen Lohn oder die gleiche Zahl an Urlaubstagen. Unbefristete Arbeitsverhältnisse sind auch künftig unbefristet“, sagt er.

Für Fiege, das allein im Berliner Raum Standorte in Rangsdorf, Großbeeren und Berlin betreibt, ist es eine Rückkehr an eine alte Wirkungsstätte. „Für uns fühlt es sich wie nach Hause kommen an“, sagt Christoph Mangelmans. Denn 2013 musste das Unternehmen seine Niederlassung in Brieselang schließen, nachdem der Großkunde Neckermann Insolvenz angemeldet hatte. Fiege war in der 90er-Jahren an der Gründung des GVZ beteiligt.

Verkehrsgünstig gelegen

„Das Logistikzentrum in Brieselang ist verkehrsgünstig gelegen und mit der Nähe zum Ballungsraum Berlin ein interessanter Standort für E-Commerce-Logistik“, sagt Christoph Mangelmans. „Gerade durch das erfahrene Team an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehen wir ein gutes Potenzial, den Standort erfolgreich zu betreiben.“

Fiege wird in den Mietvertrag von Zalando einsteigen, das 2011 nach Brieselang gekommen war und dort eine Bestandsimmobilie übernommen hatte. Der Standort ist mit 30 000 Quadratmetern der kleinste in Deutschland. Die selbst entwickelten Logistikzentren in Lahr, Mönchengladbach und Erfurt haben mit 130 000 Quadratmetern mehr als viermal so viel Fläche.

Gemeinde bietet Hilfe an

Brieselangs Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) sagte zu der Nachricht: „Wir finden die Entwicklung bedauerlich, aber mit Blick auf den offenbar gewährleisteten Übergang verträglich – sofern die Zusagen für die Beschäftigten auch bestehen bleiben. Sollte eine Hilfestellung erforderlich sein, haben wir Gesprächsbereitschaft gegenüber Zalando und der Fiege-Gruppe signalisiert. Fakt ist: Der Wirtschaftsstandort Brieselang sollte keinesfalls geschwächt werden. “

Von Andreas Kaatz

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