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Brieselang Trauer um den Keramiker Guido von Martens
Lokales Havelland Brieselang Trauer um den Keramiker Guido von Martens
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15:18 21.11.2019
Guido von Martens schuf markante Kunstwerke. Quelle: Andreas Kaatz
Brieselang

Fast 45 Jahre hat Guido von Martens in Brieselang gelebt. Nun ist der Künstler, der weit über die Grenzen der havelländischen Gemeinde hinaus bekannt ist, im Alter von 76 Jahren gestorben. Eine schwere Krankheit setzte dem bis zum Schluss ungebrochenen künstlerischen Schaffen ein Ende. Noch im Oktober hatte Guido von Martens an einem Bildhauer-Symposium auf der Spandauer Zitadelle teilgenommen.

Lehre bei Bollhagen

Guido von Martens hat vor allem Keramik-Geschichte geschrieben. Geboren 1943 in Schlesien, wuchs er in Mecklenburg-Vorpommern auf und legte in Berlin sein Abitur ab. Die Grenzziehung 1961 riss die Familie auseinander, Guido von Martens war auf der Ostseite gelandet und hatte bald Kontakt zur Kunstszene. Auf den Berufsweg brachte ihn Keramik-Legende Hedwig Bollhagen in Marwitz.

Blick für Formen

Hier erlernte Guido von Martens von 1967 bis 1978 sein Handwerk, ließ sich zum Töpfer ausbilden und machte seinen Meister und arbeitete anschließend als freischaffender Künstler. Für die Meisterprüfung, die er vor Hedwig Bollhagen und Heidi Manthey ablegte, musste er auf der Schubscheibe zwei Gefäße drehen. Aber nicht nur das Gerät hatte Hedwig Bollhagen ihm mit auf den Weg gegeben, sondern auch viel Nichtmaterielles: den Blick für die Form, für die Proportion. „Sie hat es verstanden, ihren Schüler das Gefühl zu geben, aus eigener Kraft und eigenem Vermögen die Situation zu bewältigen”, hatte Guido von Martens seine Lehrmeisterin rückblickend einst beschrieben.

Edle Schwarzkermaik

Der Blick fürs Wesentliche, die Konzentration auf die reduzierte Formen – die haben die Arbeiten von Guido von Martens ausgezeichnet, der viele kreative Phasen ausprobiert und ausgelebt hat. Zu den überzeugendsten Arbeiten zählen seine Gefäße aus der Schwarzkeramik – sanft und stark zugleich kommen die Gefäße daher, vereinen asiatische wie europäische Einflüsse. Und das nicht von ungefähr.

Asiatische Erfahrungen

Guido von Martens, der 1975 mit seiner damaligen Frau und den drei Söhnen nach Brieselang gezogen war, hat den Blick immer weit über den Tellerrand gerichtet. Mehrmals war er in China unterwegs, hat dort gelernt und selbst Kurse gegeben. Mit Hans van Lemmen gab es das Buch „Blaumalerei auf Porzellan und Keramik” heraus.

Künstlerhof profiliert

Neben Gefäßkeramiken ist Guido von Martens aber auch mit seiner Gartenkeramik bekannt geworden. Darunter viel Heiteres und Lebenspralles, was dem Naturell des Künstlers entsprach. Er war als Vermittler, Organisator und Netzwerker ein Genie. Er machte Projekte mit der Estnischen Botschaft ebenso wie mit Schulen im Havelland. Mit Renée Dressler schuf er in Brieselang den Künstlerhof im Blumensteg, richtete ihn schließlich im ehemaligen Konsum-Kaufhaus am Bahnhof ein. Beide machten das Haus zu einer ersten Adresse für Gegenwartskunst und kulturvolle Unterhaltung, schufen mit den Terra-Erotica-Ausstellungen, Galerie-Frühstücken und Sommerfesten den Rahmen für beliebte, gesellige und anspruchsvolle Begegnungen.

Markante Nymphe

Und selbst die, die nicht den Weg in das Kulturkaufhaus fanden, kamen in Brieselang an Guido von Martens nicht vorbei. Jahrelang hat er für den Bau einer Nymphenfigur auf dem Kreisverkehr geworben und das Projekt schließlich umgesetzt. Dem Ort Brieselang hat er damit so etwas wie ein Wahrzeichen hinterlassen.

Die Urnenbeisetzung findet am Montag, dem 16. Dezember, um 13 Uhr auf dem Stahnsdorfer Friedhof statt. Guido von Martens selbst sich dort ein Mausoleum gekauft, teilte die Gemeindeverwaltung Brieselang mit.

Von Marlies Schnaibel

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