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Brieselang Vor 99 Jahren hielt der erste Zug in Brieselang
Lokales Havelland Brieselang Vor 99 Jahren hielt der erste Zug in Brieselang
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10:09 26.10.2019
Ab den 1930er Jahren konnten die Brieselanger ihre Fahrräder in einem Fahrradschuppen am Bahnhof abstellen. Quelle: Gemeinde Brieselang
Brieselang

Für die damalige Zeit war es ein Großereignis. Vor 99 Jahren, am 25. Oktober 1920, wurde der Bahnhaltepunkt Brieselang auf der Strecke Berlin-Hamburg eröffnet. Damit wurde der Grundstein für die weitere Besiedlung Brieselangs gelegt.

Der beschrankte Bahnübergang wurde in den 1990er Jahren abgebaut. Quelle: Gemeinde Brieselang

Über den Halt des ersten Zuges am Brieselanger Bahnhof wird auch in der Festschrift zur Brieselanger Kirmes im Jahr 1924 berichtet: „Die Bahnverwaltung hatte ihre Einwilligung gegeben, daß an einem Sonntage des Oktober 1920 ein von Nauen kommender Zug am Spätnachmittag erstmalig in Brieselang halten soll – wenn auch der übrige Personenverkehr noch nicht eröffnet war – um den bereits über hundert zählenden Siedlern den Weg nach Finkenkrug zu ersparen. Frohen Herzens tranken an diesem Sonntage die ,Brieselanger‘ in der Kantine ein Glas mehr. Dann zogen sie freudig bewegt zur Bahn und warteten in dichten Reihen des großen Ereignisses.“

Der erste Zug vor noch vorbei

Ein Blick auf den heutigen Bahnhof in Brieselang. Quelle: Gemeinde Brieselang

„Erwartungsvoll harrte die Menge. Als dann der ersehnte ,große Bruder‘ in Brieselang einlief, befürchteten die Siedler, dass er auch diesmal wieder das Halten vergessen könnte. Deshalb schrien alle Wartenden aus Leibeskräften mit hochgehobenen Armen dem Zuge ein durch Mark und Bein gellendes ,Haaaa-lt‘ entgegen, das viel, viel lauter war, als das Prusten und Zischen der Lokomotive mitsamt dem Geratter des ganzen Zuges“, heißt es in der Festschrift weiter. Aus dieser geht auch hervor, dass in diesem Jahr bereits bis zu 2000 Fahrgäste täglich den neuen Bahnhof nutzten.

Viele Fahrgästen kamen mit dem Fahrrad

Der Weg zum Bahnhof wurde gerne mit dem Rad zurückgelegt. Um die vielen Fahrräder unterzustellen, konnte jeder seinen „Drahtesel“ seit den 1930er Jahren im „Fahrradschuppen“ gegen eine Gebühr von 20 Pfennig abgeben. Diese Fahrradaufbewahrung sorgte jahrzehntelang für eine sichere Unterbringung und wurde 1994 abgerissen. Das berichtete Ortschronist Arno Heinrich im Februar 2004 im Brieselanger Kurier.

Eine frühere Aufnahme des Brieselanger Bahnhofs. Quelle: Gemeinde Brieselang

Der Mauerbau am 13. August 1961 brachte für die Brieselanger Bahnnutzer schließlich wieder enorme Einschränkungen. Wer nach Ost-Berlin wollte, musste mit dem Zug den Westteil komplett umfahren und in Birkenwerder die S-Bahn nutzen. „Es war alles sehr beschwerlich und umständlich“, erinnerte sich Arno Heinrich. Nach der Wende wurde der Brieselanger Bahnhof schließlich umgebaut.

Der gesicherte Bahnübergang wurde entfernt. Für Fußgänger und Fahrradfahrer wurden Tunnel gebaut, Autofahrer konnten die Gleise über die neu gebaute Brücke an der L202 überqueren. „Im September 1997 wurde der umgebaute Bahnhof in Betrieb genommen“, so Arno Heinrich.

Gemeinde bereitet Ausstellung vor

Unter dem Titel „Bahnhof im Wandel der Zeit“ möchte die Gemeinde Brieselang im nächsten Jahr das 100-jährige Bestehen des Bahnhofs mit einer Fotoausstellung begehen. Dafür sucht die Gemeinde Geschichten, Dokumente und Fotos rund um den Bahnhof.

Wer etwas zur Ausstellung beisteuern möchte, kann sich an Franziska Toth oder Patrik Rachner unter 033232/338-14 oder -37 oder kommunikation@brieselang.de wenden.

Von Danilo Hafer

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