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Havelland CDU-Politiker fordert: „Tötet den Wolf!“
Lokales Havelland CDU-Politiker fordert: „Tötet den Wolf!“
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15:01 17.12.2016
Dieter Dombrowski fordert, das Wolfsproblem schnell zu lösen.
Dieter Dombrowski fordert, das Wolfsproblem schnell zu lösen. Quelle: CDU-Landesverband Brandenburg
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Rathenow

Einen Namen hat der Wolf, der nach wie vor die westlichen Teile der Stadt Rathenow durchstreift noch nicht bekommen. Trotzdem ist er zurzeit das Gesprächsthema auf allen Kanälen. Und dabei darf sich das Tier einer großen Schar an Freunden erfreuen. In zwischen sind auch Experten des Umweltministeriums in Rathenow, die Daten zu dem Stadtwolf aufnehmen.

Zu denen gehört keinesfalls der Landtagsabgeordnete Dieter Dombrowski (Bahnitz). Der Vizepräsident des Landtages und CDU-Kreisvorsitzende fordert alle beteiligten Behörden auf, den Wolf, der sich im Rathenower Stadtgebiet bewegt unverzüglich einzufangen oder notfalls auch zu töten.

Rathenows Stadtförster Thomas Querfurth hatte attestiert, dass das Tier möglicherweise krank sein könnte. Es sei nicht normal, dass ein Wolf am hellen Tag in einer Einfamilienhaus-Siedlung unterwegs ist. in der Nähe befinden sich eine Kindertagesstätte und eine Schule.

Der Leiter der Seeger-Grundschule Ralph Stieger sagte am Freitag, es gebe Schüler, die den Wolf täglich sehen. Zudem sei er am späten Donnerstag Abend auch auf Grundstücken gesehen worden. „Er hat dort auf Komposthaufen nach etwas Essbarem gesucht“, vermutet Stieger.

Der Wolf wurde auch am Freitag gesehen. Quelle: Privat

Für Dieter Dombrowski steht fest: „Von diesem Wolf geht eindeutig eine Gefahr aus, da er sich nicht artgerecht verhält. Würde der Wolf sich artgerecht verhalten, dann würde er die menschliche Nähe meiden.“ Darum sei es nicht nachvollziehbar, wenn Behörden zunächst noch abwarten wollen.

Dombrowski: Der Wolf gehört in die Natur

Dombrowski weiter: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Wolf mit einem Menschen oder einem Hund direkt zusammentrifft.“ Das müsse dringend vermieden werden. „Die Verantwortlichen in den Verwaltungen können dann schlecht darauf verweisen, dass der Mensch sich falsch verhalten hätte.“ Der Wolf gehört in die Natur und nicht in den Stadtpark, so Dieter Dombrowski.

Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises hat bisher abgewartet. „Ich habe auch noch einmal mit den Verantwortlichen der UNB geredet“, sagt Stieger. „Wir müssen ja nicht warten, bis doch etwas passiert.“ Er habe seine Hausmeister angewiesen, das Schulgelände immer fest verschlossen zu halten.

Die UNB bekamt jedesmal, wenn der Wolf gesehen wurde, eine Meldung vom Rathenower Ordnungsamt. Mehr dürfe das Ordnungsamt nicht tun, sagte dessen Leiter, Matthias Remus.

Experte rät dazu, das Tier einzufangen

Der Wolfsbeauftragte des Brandenburger Bauernbundes, Frank Michelchen, sieht Möglichkeiten, das Wolfsproblem zu lösen. Man könne das Tier einfangen oder vergrämen. Das wollen offenbar auch die Wolfsexperten überdenken, die nun im Auftrag der Landesregierung nach Rathenow gekommen sind.

Wölfe stehen unter strengem Schutz. Ihn zu töten sei die letzte Konsequenz, heißt es im Wolfsmanagementplan des Landes. Im Grunde sei das nur möglich, wenn unmittelbare Gefahr für Menschen bestehe oder das Tier beispielsweise an Tollwut erkrankt ist. Dafür gibt es bisher aber keine belastbaren Hinweise.

In den sozialen Netzwerken kursiert ein Video, das den Wolf bei einem seiner Streifzüge zeigt. Zudem veröffentlichen viele andere Rathenower ebenfalls Fotos und Videos von Wölfen, die sie außerhalb der Stadt gesehen haben. Rathenow ist längst Wolfsgebiet.

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Von Joachim Wilisch